Schluss als Vorsitzender des örtlichen Tennisclubs
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Schluss als Vorsitzender des örtlichen Tennisclubs

Liebe Mitgliederinnen und Mitglieder, lieber Sportvorstand, liebe Tennisfreunde!

Als ich vor zehn Jahren in den beruflichen Ruhestand gegangen bin, musstet ihr mich nicht lange überreden. Vorsitzender unseres tollen kleinen Tennisclubs zu werden, das Angebot hat mich damals mit unheimlich viel Stolz erfüllt. Ich habe auch nicht gezögert, es anzunehmen – und meine Frau hat ein bisschen nachgeholfen. Ich glaube, sie wollte nicht, dass ich vom einen auf den anderen Tag nur noch zuhause bin…

Tatsächlich war ich in den letzten zehn Jahren dann auch vermutlich öfter hier als in den eigenen vier Wänden. Und das hatte Gründe. Zum Beispiel gefällt es meiner Frau bei uns im Club natürlich auch, sie ist oft hier dabei und hat Freundschaften aufgebaut. Genau das ist auch der Grund, warum ich oft hier war. Natürlich hat man als Vorsitzender auch eines kleinen Vereins viel zu tun, aber ohne die entstandenen Freundschaften hier hätte das nicht halb so viel Spaß gehabt. Deswegen ist das hier nicht nur eine Abschiedsrede, weil ich mich nach all der Zeit nicht mehr zur Wahl stelle – es ist auch eine Danksagung an alle Mitglieder, die mich tatkräftig unterstützt haben bei den Umstrukturierungen im Club, die wir im letzten Jahrzehnt vorangetrieben haben.

Mein Dank geht an jedes einzelne Mitglied, das auf den Versammlungen konstruktiv dazu beigetragen hat, die Geschicke unseres Clubs mitzubestimmen. Die Diskussionskultur, die wir hier haben, ist für mich einzigartig, andere Meinungen werden offen geäußert und begründet und regen alle Mitglieder zum Denken an. Ohne diese offene Kultur, die schon seit Jahrzehnten herrscht, wäre es auch als Vorsitzender um ein Vielfaches schwerer gewesen.

Mein Dank geht aber auch an die Kolleginnen und Kollegen vom Sportvorstand und vom Präsidium. Selbstverständlich waren auch wir nicht immer einer Meinung – und das ist auch gut so! Neue Ideen werden immer durch Debatten kreiert, und ich glaube sagen zu dürfen, dass einige unserer Vorstandsideen gar nicht so verkehrt waren. Dass wir heute fast doppelt so viele aktive Spieler im Club haben wie damals, ist ein Riesenerfolg, den ich nicht erwartet habe.

Es ist auch dies ein Grund, nicht mehr als Vorsitzender zu kandidieren bei der nächsten Mitgliederversammlung. Wir sind als Verein gut aufgestellt, haben vor zwei Jahren die Umkleideräume und die Duschen saniert, die Sandplätze sind in einem tollen Zustand und in der Vereinskasse ist trotz allem ein kleines Plus. Ich wollte hier immer alles in gutem Zustand an einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin übergeben. Und ich denke, dass das jetzt der Fall ist. Und so viel Freude ich auch an dem Amt hatte: Jetzt sollen mal die Jüngeren ran. Wir bleiben nur dann gut, wenn wir uns ab und zu verändern, und das geht bei Vorstand und Präsidium los.

Ich werde unserem Club als Mitglied weiter die Treue halten und oft hier anzutreffen sein. Und ich werde froh sein, dann nur noch über die sportliche Seite sprechen zu dürfen, über Doppelfehler, Tie-Breaks und vergebene Breakpunkte. Danke an alle, die mich unterstützt haben – ihr seid großartig und das hier ist ein großartiger Club. Uns allen wünsche ich viel Glück!