Tiere & Natur

Warum schützt ein Drogenrausch Lemuren vor Moskitos?
© PantherMedia.net / 25ehaag6 (YAYMicro)
VERÖFFENTLICHT AM 11.07.2021 |

Warum schützt ein Drogenrausch Lemuren vor Moskitos?

Lemuren gehören zu den Feuchtnasenaffen und kommen ausschließlich auf Madagaskar vor. Dort entwickelten sich etwa 100 verschiedene Arten, die jede für sich ausgeklügelte Strategien entwickelt hat, um mit den großen und kleinen Beschwerlichkeiten des Lemurenlebens fertig zu werden. Eine dieser Beschwerlichkeiten sind Moskitos. Die lästigen Blutsauger sind nicht nur nervig und verursachen unangenehme Stiche, sie können auch Malaria übertragen, was für Lemuren nicht ungefährlich ist.

Insbesondere Mohrenmakis haben einen effizienten Schutz gegen Moskitos gefunden. Bei ihnen handelt es sich um eine kleine Lemurenart, die in der Sambirano-Region im Nordwesten Madagaskars leben. Die Landschaft dort besteht aus feuchten Tropenwäldern und bietet das ideale Ökosystem für Moskitos, die es in entsprechend großer Zahl gibt. Ein Drogenrausch hilft den Tieren dabei, die lästigen Insekten fernzuhalten. Hierzu verwenden sie das Gift eines Tausendfüßlers. Es enthält Zyanid und dient eigentlich der Abwehr von Fressfeinden. Doch die Lemuren sind schlau. Sie fressen den Tausendfüßler nicht, sondern beißen nur hinein. Sein Gift vermischt sich mit ihrem Speichel, sodass sie es von dort in ihrem Fell verteilen können. Dabei bleibt es allerdings nicht aus, dass eine gewisse Menge des Giftes von den Lemuren auch heruntergeschluckt wird. Die Tiere wissen aber ganz genau, wann sie genug davon haben, sodass es zu keinen schwerwiegenden Vergiftungen kommt.

Im Rausch weisen die Tiere verkleinerte Pupillen auf und hängen ein paar Stunden lethargisch in den Astgabeln der Bäume Madagaskars. Doch das Gift im Fell hält viele Tage, sodass ein einziger Drogenrausch den Lemuren für eine längere Zeit vor Moskitos schützt. Biologen halten diesen Drogenkonsum für ein Verhalten, dass seit Jahrtausenden die Art erhält und einen wichtigen Vorteil im Kampf um das Überleben mit sich bringt. „Survival of the fittest“ kann also auch ganz entspannt sein.
Wie viele Mücken braucht es, um einen Menschen leer zu trinken?
© PantherMedia.net / apichart
VERÖFFENTLICHT AM 11.07.2021 |

Wie viele Mücken braucht es, um einen Menschen leer zu trinken?

Mücken, genauer gesagt Stechmücken, sind eine Insektenfamilie aus der Ordnung der Zweiflügler. In Europa gibt es etwa 100 unterschiedliche Arten dieser Familie. Die häufigste heimische Stechmückenart ist die Gemeine Stechmücke (Culex pipiens). Bei den meisten Menschen sind diese Tiere sehr unbeliebt, gelten sie doch als nervige Blutsauger. Dabei ernähren Stechmücken sich gar nicht ausschließlich von Blut.

Erwachsene Tiere ernähren sich vor der Paarung ausschließlich von Blütennektar. Nur befruchtete Weibchen benötigen für die Bildung ihrer bis zu 300 Eier eine proteinreiche Nahrung: Blut. Alle stechenden Mücken sind also schwangere Weibchen. Am häufigsten stechen sie in der Dämmerung oder in der Nacht. Um einen Wirt zu finden, orientieren sie sich an dessen CO2-Ausstoß. Auf der Haut wird kurz die perfekte Stelle direkt über einem Blutgefäß sondiert, dann sticht die Mücke zu. Dur selten wird dieser Stich wahrgenommen, nämlich wenn die Mücke das Pech hat, eine Nervenendigung zu erwischen. Das könnte dann ihr letzter Stich gewesen sein. Im Idealfall, jedenfalls aus Sicht der Mücke, wird der Stich nicht bemerkt. Im Speichel befinden sich Stoffe, die die Blutgerinnung hemmen, sodass die Wunde kurzzeitig offen bleibt und die Mücke das Blut rasch in ihren Hinterleib pumpen kann. Bei diesem Prozess kann das Tier bis zu dem Dreifachen seines eigenen Körpergewichts an Blut zu sich nehmen, das sind maximal 3 Mikroliter.

Bei einer durchschnittlichen Blutmahlzeit pro Stich wären somit insgesamt 1,2 Millionen Mücken nötig, um das gesamte Blut eines erwachsenen Menschen zu trinken. Die Recherche nach dem Rekordhalter mit Mückenstichen blieb ohne Ergebnis, doch genügen bereits 60 Mückenstiche, um eine Erwähnung im Lokalteil von Grevenbroich zu ergattern. So geschehen im Juli 2006. Dabei fehlten dem leidtragenden Opfer weniger als 0,2 ml Blut.
Welches ist das gefährlichste Krokodil der Welt?
© PantherMedia.net / Zvonimir Atletic
VERÖFFENTLICHT AM 24.01.2021 |

Welches ist das gefährlichste Krokodil der Welt?

Das gefährlichste Krokodil der Welt lebt im Ruzzi-Nationalpark in Burundi und hat in den letzten Jahrzehnten wahrscheinlich mehr als 300 Menschen gefressen. Es hat eine Länge von 6 Meter und wiegt schätzungsweise eine Tonne. Krokodilexperten schätzen dieses größte bekannte Exemplar im Ruzzi-Delta auf ein Alter von etwa 65 Jahren. Immer wieder wurde es gesichtet, doch ist es bis heute nicht gelungen, es zu fangen. Dabei gibt es einen Mann, der das Tier seit über 20 Jahren verfolgt.

Patrick Faye, ein ortsansässiger französischer Reptilienexperte, hörte erstmals im Jahr 1998 von dem „Killerkrokodil“. Fischer berichteten ihm von einem riesigen Krokodil, dem am Ufer des Tangajikasees immer wieder Menschen zum Opfer fallen. Fayes Neugierde wurde geweckt und er fand heraus, dass allein im Vorjahr 17 Menschen von diesem Krokodil gefressen worden waren. Daraufhin wurde Faye regelrecht besessen von dem „Killerkrokodil“ und stellte mit fein säuberlicher Detektivarbeit fest, dass dieses Exemplar vermutlich für sämtliche Todesfälle im Zusammenhang mit einem Krokodil verantwortlich war, die bis ins Jahr 1987 zurück verfolgt werden konnten.

Gemeinsam mit dem Parkranger Habonimana Ladislas identifizierte er den riesenhaften Krokodilbullen und gab ihm den Namen Gustave. Sie beobachteten, wie Gustave regelmäßig das Wildschutzgebiet betrat und wieder verließ und wie jedes mal bei seiner Abwesenheit am etwas entfernten Tangajikasees Menschen durch ein riesiges Krokodil starben. Dieser Zusammenhang war so eindeutig, dass nur Gustave der Killer sein konnte. Anwohner des Sees halten die offizielle Zahl von knapp 300 Opfern sogar für untertrieben, doch tatsächliche Belege sind schwierig.

Faye versuchte Gustave mit einer lebenden Ziege in eine Falle zu locken, doch der Versuch missglückte auf mysteriöse Art. Soldaten sollen mehrfach mit Maschinengewehren auf das Krokodil geschossen haben, doch Gustave trug nur markante Narben davon. Experten vermuten, dass er im Laufe der Jahre auf den Geschmack gekommen ist und sich daher bevorzugt von Menschenfleisch ernährt. Im Jahr 2019 berichtete eine Zeitung von dem Tod Gustavs, aber einen Beleg dafür gibt es bis heute nicht.
Warum sollte man nicht in den Amazonas pinkeln?
© PantherMedia.net / pxhidalgo
VERÖFFENTLICHT AM 24.01.2021 |

Warum sollte man nicht in den Amazonas pinkeln?

Der südamerikanische Amazonas ist der wasserreichste Strom der Welt und führt an seiner Mündung 70 mal mehr Wasser als der Rhein. Dass es in dem tropischen Flussgebiet gefährlich werden kann, sollte jedem bekannt sein. Die größte Gefahr für den Menschen geht sicherlich von Krokodilen aus, doch auch deutlich kleinere Tiere sollten nicht unterschätzt werden. Wer jetzt an blutrünstige Piranhas denkt, hat vermutlich zu viele schlechte Filme gesehen, denn die Süßwasserfische sind deutlich weniger gefährlich als ihr Ruf. Weit unangenehmer sind die nur 3 bis 17 cm langen Candirúes, die auch Penisfisch genannt werden.

Candirúes gehören zu den Schmerlewelsen und ernähren sich parasitisch vom Blut größerer Fische. Sie graben sich am Grund des Amazonas in den sandigen Boden und warten darauf, dass ein passender Wirt vorbei schwimmt. Diesen wittern sie über eine Spur aus Harnstoff, das er über die Kiemen abgibt. Der wurmformige Parasit folgt dieser Spur und dringt in die Kiemen des Großfisches ein. Mit seinen nadelförmigen Zähnen beißt der Candirú in die Aorta, versorgt sich dort mit Blut und lässt sich anschließend wieder aus der Kiemenhöhle seines Opfers auf den Grund fallen.

Immer wieder kommt es allerdings dazu, das der Candirú, angelockt durch eine Urinspur, in die Harnröhre von Säugetieren oder badenden Menschen eindringt. Das Problem ist, dass er hier nicht überleben kann, gleichzeitig aber durch seine Widerhaken die enge Harnröhre nicht wieder verlassen kann. In seinem Todeskampf dringt er immer tiefer ein, bis er schließlich verendet. Der feststeckende Kadaver löst starke Entzündungen aus, die lebensbedrohlich werden können, wenn er nicht schnell genug entfernt wird. In den meisten Fällen ist ein chirurgischer Eingriff nötig, um den Candirú vollständig aus der Harnröhre zu entfernen.

Zur Prophylaxe binden sich einige Bewohner beim Baden den Penis ab. Wahrscheinlich wäre die Gefahr allerdings schon gebannt, wenn niemand beim Baden in den Amazonas pinkeln würde.
Warum sind in gemachten Betten mehr Hausstaubmilben als in unordentlichen?
© Jackson Photography – stock.adobe.com
VERÖFFENTLICHT AM 04.10.2020 |

Warum sind in gemachten Betten mehr Hausstaubmilben als in unordentlichen?

Hausstaubmilben sind etwa 0,3 mm kleine Tiere, die zur Familie der Spinnentiere gehören. In der Natur leben sie bevorzugt in Vogelnestern, doch sie fanden schon vor langer Zeit einen deutlich besseren Lebensraum: Betten von Menschen.

Hausstaubmilben sind weltweit verbreitet und finden sich überall dort, wo auch Menschen sind. Betten bieten einen idealen Lebensraum für sie, aber nicht nur. Sie sind auch in Teppichen, Polstermöbeln Gardinen und anderen Textilien. Dort ernähren sie sich von winzigen organischen Partikeln, wie Hautschuppen oder Schimmel, und leisten dadurch einen wichtigen Beitrag zur Beseitigung menschlicher Überreste und, wenn man es so sehen mag, zu mikrobieller Hygiene.

Die Milben selbst sind vollkommen ungefährlich, für Allergiker können sie jedoch zu einem massiven Problem werden. Bei einer Hausstauballergie reagiert der Allergiker auf Partikel aus dem Kot von Hausstaubmilben, was bei ständiger Reizung zu allergischem Asthma führen kann. Besonders für Allergiker ist es also wichtig, die heimische Population der Hausstaubmilben möglichst gering zu halten. Dabei lauert die größte Gefahr im eigenen Bett.

Hausstaubmilben lieben es feucht und warm und finden in Decken und Matratzen nicht nur beste klimatische Bedingungen sondern auch Nahrung in Hülle und Fülle. Doch für die Schaffung dieser guten Bedingungen ist der Mensch zu einem Großteil selbst verantwortlich. Insbesondere das morgendliche Bettenmachen hält die Matratze längere Zeit warm und feucht, da sie flächig mit der Decke abgedeckt wird und so nicht gut belüftet werden kann. Bleibt die Decke zerknüllt irgendwo im Bett liegen, kann dort herum die Matratze besser ausdünsten und so Feuchtigkeit verlieren. Ab einer Luftfeuchtigkeit von unter 55 Prozent dehydrieren Hausstaubmilben und sterben.

Die beste Methode, um Milben im Bett zu reduzieren ist, die Decke direkt am Morgen ganz aus dem Bett zu nehmen und zum Lüften aufzuhängen, zum Beispiel über die Tür. Bestenfalls bleibt sie bis zum Abend dort. Selbstverständlich sollten Bettbezüge und Decken regelmäßig gewaschen werde.
Was passiert, wenn ein Blitz in einen See einschlägt?
© fotola70 – stock.adobe.com
VERÖFFENTLICHT AM 13.09.2020 |

Was passiert, wenn ein Blitz in einen See einschlägt?

In Deutschland werden jährlich etwa 130 Menschen vom Blitz getroffen, 2 bis 4 von ihnen sterben. Gewässer stellen dabei eine besondere Gefahrenquelle dar. Die meisten Menschen werden schon von der Gefahr gehört haben, bei Gewitter in einem See oder Schwimmbecken zu sein. Schwimmer sollten das Wasser zügig verlassen und Abstand zwischen sich und dem Gewässer bringen, da die Verletzungsgefahr in einem See bei Gewitter besonders hoch ist.

An einigen Stellen findet sich die Erklärung, dass der Kopf des Schwimmers auf der glatten Wasseroberfläche eine Erhöhung darstellt und deswegen die Gefahr eines direkten Einschlags in den Menschen größer ist. Das trifft es allerdings nicht ganz. Derart geringe Höhenunterschiede ändern das Risiko eines Direkteinschlages nicht wirklich.

Die Gefahr, die ein Blitz, der in einen See einschlägt, mit sich bringt, liegt vielmehr darin, dass er auch bei größerer Einschlagsentfernung Schaden anrichten kann. Während der Strom eines Blitzes an Land senkrecht in die Erde geleitet wird, breitet er sich auf einer Wasseroberfläche in einem sehr großen Radius flächig aus. Das ist für jedes größere Lebewesen gefährlich, das sich an der Wasseroberfläche aufhält. So können schwimmende Menschen oder auch Enten noch über 20 Meter entfernt vom eigentlichen Einschlagsort von einem so heftigen Stromstoß durchfahren werden, dass sie bewusstlos werden. Die Lebensgefahr liegt also gar nicht direkt an dem Stromschlag, sondern in dem erhöhten Risiko zu ertrinken.

Aus diesem Grunde tauchen Fische bei Gewitter ab, je tiefer desto besser. Hier sind sie vor den Blitzen geschützt. Menschliche Taucher wären grundsätzlich auch sicher, wenn sie tief genug blieben und während des Gewitters nicht auftauchen.

Salzwasser leitet Strom übrigens besser als Süßwasser. An großen Objekten im Salzwasser fließt der Strom daher eher einfach vorbei. Dennoch ist es ratsam, auch das Meer bei drohendem Gewitter zu verlassen.
Welche Funktion haben Insekten? Nützlinge vs. Schädlinge
© mbolina – stock.adobe.com
VERÖFFENTLICHT AM 13.09.2020 |

Welche Funktion haben Insekten? Nützlinge vs. Schädlinge

Krabbeltiere unterschiedlichster Art sind bei den Menschen nicht übermäßig beliebt. Die allermeisten Insekten und Spinnen spielen für den Menschen allerdings kaum eine Rolle, da annähernd keine direkte oder indirekte Wechselwirkung stattfindet. Anders sieht es bei den Nützlingen und Schädlingen unter ihnen aus.

Wie der Name schon sagt, bringen sogenannte Nützlinge dem Menschen einen besonderen Nutzen, den andere Arten nicht erfüllen. Dieser kann ganz unterschiedlich ausfallen. Besonders in der Landwirtschaft läuft ohne Bestäuber nichts. Hummeln und Bienen sichern die nächste Obsternte und leisten einen Arbeitseinsatz, der allein von Menschenhand nicht zu ersetzen ist. Auch in der natürlichen Schädlingsbekämpfung kommen Nützlinge zum Einsatz. So vertilgen Raubmilben, Marienkäfer- oder Florfliegnlarven Unmengen an Blattläusen und sind frei von negativen Nebenwirkungen. Mancher Nutzen mag eher indirekt sein, wie zum Beispiel das Aufräumen und Beseitigen von organischem Abfall. Hier leisten unter anderem Ameisen, Mistkäfer, Totengräberkäfer und sogar Schmeißfliegen einen entscheidenden Beitrag. Anderer Nutzen mag ein Ergebnis menschlichen Fortschritts sein. So erlauben die steril gezüchteten Larven der Goldfliege eine Wundreinigung bei der sogenannten Maden-Therapie. Einige Insekten, wie Heuschrecken, rücken außerdem auch hierzulande als Nahrungsquelle in den Vordergrund.

Nicht weniger breit aufgestellt ist dagegen das Lager der Schädlinge. Hier spielen in erster Linie Ernteschädlinge eine Rolle. Auch wenn Heuschreckenplagen, Kartoffelkäfer- und Raupeninvasionen hierzulande heute eher eine untergeordnete Rolle spielen, so vernichten sie global die Nahrungsgrundlage zigtausender Menschen. Im kleinen Stile ärgern uns hier eher Blattläuse, Lillienhähnchen oder Buxbaumzünsler. Vorratsschädlinge finden sich in menschlichen Behausungen und stürzen sich auf Mehl, Haferflocken, Fleisch, Käse oder Wolle. Zu ihnen zählen unter anderem verschiedene Arten von Rüsselkäfern, Käfern, Schaben, Milben, Küchen- oder Kleidermotten. Krankheitsüberträger sind keine Schädinge im klassischen Sinne, sollen aber der Vollständigkeit halber hier erwähnt werden. Zu ihnen gehören Zecken, Mosquitos oder Flöhe.

Natürlich gibt es einige Krabbeltiere, deren Anwesenheit insbesondere im Haus aus gutem Grunde unerwünscht ist. Viele Arten sind aber sehr nützlich für den Menschen. Es lohnt sich auf jeden Fall, genauer hinzuschauen.
Welche kleinen Tiere leben mit uns im Haus?
© denissimonov – stock.adobe.com
VERÖFFENTLICHT AM 13.09.2020 |

Welche kleinen Tiere leben mit uns im Haus?

Jeder weiß, dass mal Spinnen durch das Haus krabbeln. Auch Mücken, Fliegen oder Motten können zu lästigen Gästen werden. Wissenschaftler von der North Carolina State University in Raleigh wollten es aber genauer wissen und untersuchten 50 freistehende Häuser mit insgesamt 554 Zimmern. Dort suchten sie akribisch nach allem was kriecht und krabbelt und wurden fündig. Ihre Beobachtungen lassen sich größtenteils auf Häuser in Deutschland übertragen.

Insgesamt fanden sie 595 verschiedene Arten und damit eine erheblich größere Vielfalt, als sie selbst erwartet hatten. Durchschnittlich waren es 100 Arten pro Haus. In jedem Haus lebten unterschiedliche Spinnen, Speckkäfer, Gallmücken, Silberfische, Milben und Ameisen. Auch Bücherläuse und Trauermücken fühlten sich in den allermeisten Häusern heimisch. Der absolute Großteil der entdeckten Tiere stellte allerdings keinen Dauergast da. Unzählige Zikaden, Käfer oder Falter gelangen eher zufällig in die Häuser und gehören dort eigentlich nicht hin. Wenn sie nicht schnell genug hinaus finden, sterben sie.

Auch handelte es sich nur bei sehr wenigen Arten um Schädlinge, wie Schaben, Flöhe, Küchen- oder Kleidermotten. Der absolute Großteil ist harmlos und fügt weder Mensch noch Einrichtung Schaden zu. Es liegt allein im Ermessen des menschlichen Bewohners, ob er den kleinen Untermieter tolerieren mag oder nicht.

Die Zahl dieser Untermieter kann sich übrigens in der Weihnachtszeit nochmal deutlich erhöhen. Eine schwedische Studie aus dem Jahre 2012 konnte zeigen, dass mit einem Weihnachtsbaum bis zu 25.000 kleine Krabbeltiere ins Haus geholt werden. Dabei handelt es sich größtenteils um sehr kleine Arten, wie Rindenläuse, Springschwänze, Milben, oder Spinnen. Die gute Nachricht: in den meisten Fällen bleiben die Tiere im und am Baum und verlassen das Haus mit ihm im neuen Jahr.