Physik

Wie laut war der Urknall?
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VERÖFFENTLICHT AM 07.08.2021 |

Wie laut war der Urknall?

Der Urknall war ein Ereignis, bei dem vor 13,8 Milliarden Jahren aus einem winzigen Punkt komprimierter Energie alles entstand, was wir heute um uns sehen: Materie, Raum und Zeit. Bis heute expandiert dieser „Knall“, wodurch sich das Universum immer weiter ausdehnt. Vor dem Urknall war nichts. Keine Materie, kein Raum und keine Zeit. Hier liegt bereits die Begründung, warum der Urknall vollkommen geräuschlos vor sich ging, denn Schall konnte sich im völlig leeren Raum nicht ausbreiten. Doch warum heißt es dann „Knall“?

Es war der katholische Priester und Physiker Georges Lemaître der 1931 die These des Urknalls postulierte. Er verwendete allerdings Begriffe wie „Uratom“ oder „kosmisches Ei“. Viele Wissenschaftler, darunter auch Albert Einstein, lehnten die Theorie, dass plötzlich alles aus dem Nichts entstand, ab. Es hatte für sie einen zu starken religiösen Beigeschmack. Der britische Astronom und Mathematiker Fred Hoyle entwickelte schließlich 1940 eine Gegentheorie, die sogenannte Steady-State-Theorie. Sie besagt, dass das Universum sich zwar ausdehnt, aber nicht aus einem einzigen Punkt entstand, sondern sich fortlaufend an mehreren Stellen neue Materie bildet.

In einer Vorlesung in den 1950er Jahren verspottete Hoyle die „Uratom-Theorie“ und nannte sie „Big Bang Theorie“. Obwohl es in seiner Absicht lag, Spott auszudrücken, etablierte sich der Begriff und hält sich bis heute. Bereits in den 1960er Jahren verlor die Steady-State-Theorie allerdings Anhänger und immer mehr Beobachtungen und Berechnung unterstützen die Urknall-Theorie.

Auch wenn religiöse Fundamentalisten der Theorie bis heute widersprechen, was eine interessante Ironie ist, ist der Urknall bis heute eine wasserdichte Hypothese. Natürlich gibt es immer mal wieder Kritik in der Fachwelt, doch bezieht diese sich eher auf Details und Feinheiten. Das Grundprinzip des stummen Urknalls gilt als wissenschaftlich unbestreitbar.