Kurioses

Warum gab es bis in die 1920er Jahre in Europa Kannibalismus?
© PantherMedia.net / Andrzejspb
VERÖFFENTLICHT AM 24.01.2021 |

Warum gab es bis in die 1920er Jahre in Europa Kannibalismus?

Menschlicher Kannibalismus ist ein Phänomen, das in sämtlichen Kulturkreisen wenigstens zeitweise vorgekommen ist. So wurde auch in Europa bis weit ins 18. Jahrhundert hinein rohes oder gegartes Menschenfleisch verzehrt. Dabei handelte es sich zu einem Großteil um sogenannten medizinischen Kannibalismus, da dem Fleisch Heilkräfte zugesprochen wurden. Das Muskelfleisch hatte angeblich eine positive Wirkung gegen Gicht, Arthrose oder Lähmungen. Aber auch die inneren Organe hatten angeblich besondere Kräfte, die medizinisch wirksam sein sollten.

Aus diesem Grunde war es für einen Henker ein durchaus erträgliches Nebengeschäft, die Körper der Hingerichteten ganz oder in Teilen zu verkaufen. Abnehmer waren in der Regel Ärzte oder Apotheker, die die Leichenteile weiterverarbeiteten. Berichten zufolge soll Karl II von England (1630-1685) 6000 Pfund dafür bezahlt haben, ein Rezept für die Verflüssigung eines menschlichen Gehirns zu bekommen. Das Destillat ging als „des Königs Tropfen“ in die Medizingeschichte ein und wurde Überlieferungen zufolge täglich von Karl II eingenommen. Während der Verzehr von frischem Menschenfleisch im 18. Jahrhundert allerdings doch zunehmend in Verruf geriet, wurde ein menschliches Produkt noch länger als Medizin weiter verwendet: pulverisierte Mumien.

Der berühmte Arzt und Wegbereiter der modernen Medizin Paracelsus (1493-1541) verordnete staubfein gemahlenes Mumienpulver unter anderem bei Epilepsie, Herzerkrankungen, Vergiftungen oder Tuberkulose. Bis ins 19. Jahrhundert war die Nachfrage auf dem europäischen Medizinmarkt nach ägyptischen Mumien so hoch, dass Grabräuber kaum mit der Lieferung hinterher kamen. Daher wurden auch Moorleichen oder gefallene Soldaten zu „Mumienpulver“ verarbeitet. Mit der Zeit wurde aber auch diese Verwendung menschlicher Überreste ethisch hinterfragt. Als letztes deutsche Unternehmen verkaufte 1924 der Pharmabetrieb Merck in Darmstadt Mumienpulver, auch Mumia vera aegyptiaca genannt, für 12 Goldmark pro Kilogramm.
Wie kann man mit dem richtigen Wissen einen Sturz aus 6000 Meter Höhe überleben?
© PantherMedia.net / zastavkin
VERÖFFENTLICHT AM 24.01.2021 |

Wie kann man mit dem richtigen Wissen einen Sturz aus 6000 Meter Höhe überleben?

Ein Sturz aus sehr großer Höhe bringt den Vorteil, dass etwas Zeit bleibt, sich auf den Aufprall vorzubereiten. Nach etwa 20 Sekunden freiem Fall erreicht ein menschliche Körper seine maximale Geschwindigkeit von etwa 162 km/h. Bei einer Fallhöhe von 6000 Metern dauert der Sturz somit etwa 2 Minuten. Durch diese Zeit bietet ein Sturz aus dieser Höhe zwar eine sehr geringe, aber dennoch höhere Überlebenschance, als ein Sturz aus 600 Metern Höhe.

Physikalisch betrachtet ist ein Aufprall eine Reduktion der Geschwindigkeit auf Null. Je langsamer diese Reduktion erfolgt, desto geringer ist dementsprechend die Wucht des Aufpralls. Als erste Maßnahme sollte sich der Fallende möglichst groß machen und sich mit gespreizten Armen und Beinen bäuchlings gegen den Luftwiderstand legen. Allein dadurch wird der Fall leicht verlangsamt.

Für einen glimpflichen Aufprall ist der Untergrund entscheidend. Auf einem geraden und glatten Untergrund sind die Überlebenschancen annähernd Null, doch ein Steilhang bietet die Möglichkeit den Sturz schrittweise abzufangen. Natürlich sollte der Hang möglichst weich und nicht scharfkantig sein. Eine dicke Schneedecke wäre optimal. Aber auch ein Wald bietet durch Bäume und Äste die Möglichkeit, den Sturz abzufedern. Beim Aufprall sollten alle Muskeln angespannt und die Arme schützend um den Kopf gelegt werden. Weder der Kopf noch die gestreckten Beine dürfen zuerst aufschlagen. Vielmehr sollte der Aufschlag großflächig erfolgen, um die wirkenden Kräfte gleichmäßig zu verteilen.

Tatsächlich gibt es ein paar Menschen, die derart hohe Stürze überlebt haben. Die Stewardess Vesna Vulovic überlebte 1972 den Sturz aus 10.000 Metern Höhe, nachdem ihr Flugzeug bei einer Explosion auseinander brach. Sie verbrachte über ein Jahr im Krankenhaus, konnte aber anschließend ihre Tätigkeit beim Bodenpersonal wieder aufnehmen. Der Brite Nicolas Alkemade sprang im zweiten Weltkrieg ohne Fallschirm aus seinem Flugzeug und erlitt nur ein paar Schürfwunden. Ähnlich erging es dem russischen Pilot Ivan Chisov und dem US-Bomberschützen Alan Magee. Alle vier landeten auf schneebedeckten Hängen oder in Wäldern.
Warum ist die Sonne gar nicht gelb?
© PantherMedia.net / Iakov
VERÖFFENTLICHT AM 24.01.2021 |

Warum ist die Sonne gar nicht gelb?

Jedes Kind der Welt weiß, dass die Sonne gelb ist und wird sie entsprechend malen. Auch auf Zeichnungen verschiedener Ureinwohner wird die Sonne meist gelb dargestellt. Doch sie ist nicht gelb, sondern weiß. Ansonsten wäre es gar nicht möglich, weiße Dinge als solche zu sehen. In einem gelben Licht, wären schließlich alle weißen Dinge gelb, so wie bei einer gelben Glühbirne, die ein weißes Blatt Papier gelb erscheinen lässt.

Tatsächlich definiert das Sonnenlicht die Farbe weiß, denn sie strahlt weißes Licht ab. Dieses weiße Licht ist der Teil des elektromagnetischen Spektrums der Sonne, der für das menschliche Auge sichtbar ist. Darüber hinaus gibt die Sonne für uns nicht sichtbare ultraviolette und infrarote Strahlung ab. In dem sichtbaren weißen Licht, sind alle Farben enthalten, was durch ein Prisma oder bei jedem Regenbogen zu erkennen ist. Jede Oberfläche auf der Erde nimmt ein Teil dieses weißen Lichtes auf und reflektiert einen anderen Teil. So entstehen die Farben. Wird die Strahlung komplett aufgenommen erscheint ein Gegenstand oder eine Fläche schwarz. Wird sie komplett reflektiert, so erscheint ein Gegenstand oder eine Fläche weiß. Weiß, wie die Sonne.

Woher kommt aber die verbreitete Annahme, die Sonne sei gelb? Eine Erklärung könnte die Tatsache sein, dass sie tatsächlich gelb erscheint, wenn wir sie unbeschadet betrachten können, nämlich wenn sie auf oder unter geht. Die Sonne steht dann dicht über dem Horizont und ihre Strahlen müssen durch dichtere Luftschichten als sonst. Dabei schlucken kleinste Partikel in der Luft die blauen Anteile des weißen Lichtes und übrig bleiben gelb, orange und rot. Auch hoch am blauen Himmel kann die Sonne, wenn man nur kurz hin sieht, gelb erscheinen. Das liegt an der blauen Farbe des Himmels, an die sich das Auge kurzzeitig gewöhnt hat und sie von der Sonne abzieht. Wir müssten länger hinschauen, damit dieser Effekt verschwindet, aber das ist natürlich nicht möglich.