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Warum drehen sich Getränke beim ausgießen spiralförmig und fließen nicht gerade?
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VERÖFFENTLICHT AM 13.09.2020 |

Warum drehen sich Getränke beim ausgießen spiralförmig und fließen nicht gerade?

Bei sich drehenden Flüssigkeiten mag zunächst die Annahme nahe liegen, das hier Corioliskraft wirkt. Sie wurde erstmals 1835 von dem französischen Ingenieur G.G. Coriolis beschrieben und daher nach ihm benannt. Dabei handelt es um die Auswirkung der Rotation der Erde auf horizontale Bewegungen. Auf der nördlichen Halbkugel werden diese Bewegungen nach rechts abgelenkt, auf der südlichen Halbkugel nach links. Aus diesem Grunde drehen sich zum Beispiel Wirbelstürme nördlich des Äquators gegen den Uhrzeigersinn, während sie sich südlich mit dem Uhrzeigersinn drehen.

Die Corioliskraft ist eine Scheinkraft, weil sie letztlich nur dadurch entsteht, dass sich die rotierende Erde unter einer horizontalen Bewegung hinwegdreht. Würden wir theoretisch einen Ball parallel zu einem Längengrad der Erde 5000 km weit werfen, dann würde sich die Erde, während der Ball in der Luft ist, unter ihm drehen. Obwohl der Ball also faktisch gerade fliegt, landet er nicht auf dem selben Längengrad, sondern vollzog eine scheinbare Bogenbewegung.

Nun ist aber auch schnell klar, das Corioliskraft nur bei sehr großen und weiten Bewegungen zur Geltung kommt. Auf kleinem Raum spielt sie fast keine Rolle. Eine weit verbreitete These stellt die falsche Behauptung auf, dass Wasserabflüsse aufgrund der Corioliskraft auf der Nordhalbkugel anders herum ablaufen wie im Süden. Das stimmt aber nicht. Sowohl rechts- als auch linksdrehende Abflüsse gibt es auf der ganzen Welt. Selbst am Äquator, an dem es keine Corioliskraft gibt, dreht sich das Wasser in den Abflüssen. Und was für den Wasserabfluss gilt, gilt gleichermaßen für fließende Getränke beim Eingießen, denn die grundlegende Bewegung ist die gleiche.

Die beobachtete Drehbewegung beim Eingießen eines Getränks hängt somit einzig ab von der Richtung aus der das Getränk geschüttet wird. So dreht es sich in verschiedene Richtungen, wenn wir es mit der linken oder rechten Hand eingießen, ganz unabhängig davon, wo auf der Erde wir uns befinden.
Warum werden Gläser in der Spülmaschine trüb?
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VERÖFFENTLICHT AM 13.09.2020 |

Warum werden Gläser in der Spülmaschine trüb?

Bei genauer Betrachtung fällt auf, dass einige Gläser dazu neigen, in der Spülmaschine langsam immer trüber zu werden, während andere vollkommen klar bleiben. Tatsächlich liegt es an der Struktur und Qualität des einzelnen Glases, wie anfällig es für die sogenannte Glaskorrosion ist. Diese wiederum wird durch besonders weiches Wassers und stark wechselnde Temperaturen entschieden.

Bei Glas handelt es sich molekular betrachtet um eine Gitterstruktur aus Siliziumdioxid. Je nach Qualität des Glases sind in den Lücken dieses Gitters unterschiedliche Ionen gebunden. So finden sich bei normalen und einfachen Gläsern Natrium- und Kalzium-Ionen, die in der Herstellung günstiger sind und dem Glas eine ausreichende Festigkeit verleihen. Für die Herstellung von Kristallglas werden Metallionen verwendet, wie Blei oder Zink. Diese sorgen dafür, dass das Glas insgesamt härter ist und andere Brechungseigenschaften aufweist. Dadurch hat es einen strahlenden Glanz und kann Licht in sein Farbspektrum auftrennen, wodurch die Regenbogenfarben sichtbar werden.

Nun ist es so, dass die Ionen in der Gitterstruktur des Glases nicht sehr feste gebunden sind. Ist das Glas starken Temperaturschwankungen ausgesetzt, wie in einer besonders heißen Spülmaschine, dann bewegt sich dieses Gitter minimal und die Ionen können sich lösen. Das tun sie besonders dann, wenn das umgebende Wasser sehr weich ist. Weiches Wasser besitzt eine niedrige Konzentration natürlicher Ionen. Dadurch liegen freie Bindestellen vor, die die Ionen aus der obersten Glasschicht quasi heraussaugen. Mit der Zeit lösen sich immer mehr Ionen, so dass die Oberfläche aufraut und trüb wird.

Da die Metallionen im Kristallglas etwas fester gebunden sind, tritt Glaskorrosion bei hochwertigen Gläsern nicht so schnell auf. Dennoch findet sie auch hier statt. Aus diesem Grunde ist es ratsam besonders wertvolle Gläser eher von Hand zu spülen.

Grundsätzlich lässt sich Glaskorrosion durch geringere Spültemperaturen und Zusätze zur Wasserhärtung (Spülmaschinensalz) deutlich reduzieren. Sie erhöhen die Ionendichte im Spülwasser und verringern so die „Sogkraft“, die Ione aus dem Glas zieht. Entfernen lässt sich Glaskorrosion nicht mehr.