Die Erde

Warum gibt es am Äquator keine Wüsten, obwohl dort die meisten Sonnenstrahlen auftreffen?
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VERÖFFENTLICHT AM 04.10.2020 |

Warum gibt es am Äquator keine Wüsten, obwohl dort die meisten Sonnenstrahlen auftreffen?

Die Sonnenstrahlen, die am Äquator auf die Erde treffen, werden nicht durch die Erdkrümmung abgelenkt. Gleichzeitig sind die täglichen Sonnenstunden das ganze Jahr über konstant und keinen jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen. Aus diesen Gründen ist es am Äquator sehr heiß.

Nun könnte die Vermutung nahe liegen, dass sich am Äquator doch eigentlich aufgrund dieser Hitze ausgebreitete Wüstenregionen befinden müssten, doch dem ist nicht so. In dieser tropischen Zone liegen die Regenwälder, in denen es vor Leben nur so wimmelt. Denn die Luft ist am Äquator nicht nur heiß, sondern auch sehr feucht.

Eine Wüste wird zwar oft mit großer Hitze assoziiert, doch ist sie nicht per Definition heiß, sondern in erster Linie trocken. Sie ist ein Gebiet, in dem im Jahr weniger als 30 cm Niederschlag fallen. Das kann auch eine Schneewüste in Grönland sein, in der sämtliches Wasser in Form von Eiskristallen gebunden und somit nicht zugänglich ist. Für Niederschlag ist es dort sogar zu kalt.

Interessanterweise erstrecken sich zwei große Wüstengürtel nördlich und südlich des Äquators. In diesem Gürtel befinden sich unter anderem die Sahara, die Kalahari oder die kalifornische Mojavewüste.

Dieser Wüstengürtel besteht aufgrund der ganz besonderen Luftverhältnisse, die keine Wolkenbildung zulassen. Die sehr heiße und feuchte Luft vom Äquator strömt zunächst in Richtung der Pole. Auf dem Weg verliert sie ihre Feuchtigkeit in Form von täglichen Regengüssen, daher die Bezeichnung Regenwald. Dabei wird die Luft leichter und steigt schneller auf. Etwa ab dem 30. Breitengrad, nördlich wie südlich, ist sie völlig ausgetrocknet, wird stärker erhitzt und strömt als höhere Luftströmung zum Äquator zurück. Dort wird sie erneut mit Wasser angereichert. Dieser feuchtwarme Luftstrom hält die Luftfeuchtigkeit am heißen Äquator und lässt gleichzeitig die Wüstengürtel entstehen. Auf tieferer Ebene strömt die Luft trocken und heiß in Form von Passatwind über die Wüste hinweg.