Überflüssige Versicherungen im Überblick
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Überflüssige Versicherungen im Überblick - diese Versicherungsprämien können Sie sich sparen

Am Versicherungsmarkt gibt es allein für Privatpersonen mehr als 50 verschiedene Versicherungsvarianten. Während manche Versicherungen äußerst sinnvoll sind, wie zum Beispiel die Privathaftpflicht- oder die Berufsunfähigkeitsversicherung, existiert auch eine Reihe von Versicherungen, bei denen Sie sich die Versicherungsprämie durchaus sparen können. Mit diesen verzichtbaren Versicherungsvarianten möchten wir uns im folgenden Beitrag näher beschäftigen.


Welche Versicherungen sind wirklich sinnvoll?


Bevor wir näher darauf eingehen, bei welchen Versicherungen Sie auf die Versicherungsprämie verzichten können, da sich der Abschluss meistens sich lohnt, möchten wir zuvor kurz auf die Versicherungsformen eingehen, die in den meisten Fällen sinnvoll und empfehlenswert sind. Im Überblick handelt es sich dabei insbesondere um die folgenden Versicherungsarten:
• Privathaftpflichtversicherung

• Berufsunfähigkeitsversicherung

• Hausratversicherung

• Teil- oder Vollkaskoversicherung

• Private Unfallversicherung

• Zahnzusatzversicherung

• Rechtsschutzversicherung
Bei all diesen Versicherungsvarianten gibt es einen sinnvollen Versicherungsschutz, auch wenn natürlich nicht zwangsläufig jeder Bundesbürger zum Beispiel eine Rechtsschutzversicherung benötigt. Trotzdem ist es in der überwiegende Mehrheit aller Fälle so, dass die entsprechende Versicherung zumindest ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis hat und vom Grundsatz her sinnvoll ist. Auf die nachfolgenden Versicherungen, mit denen wir uns etwas näher beschäftigen möchten, trifft dies in den meisten Fällen hingegen nicht zu.


Welche Versicherungen sind wenig sinnvoll - ein Überblick


Zunächst einmal möchten wir Ihnen einen Überblick darüber geben, welche Versicherungsarten am Markt in den meisten Fällen nicht sinnvoll sind oder bei denen Sie zumindest sehr kritisch prüfen soll, ob Sie den entsprechenden Versicherungsschutz wirklich benötigen. Es handelt sich dabei im Überblick vor allem um die folgenden Versicherungsarten:
• Reisegepäckversicherung

• Insassenunfallversicherung

• Sterbegeldversicherung

• Kapitallebensversicherung

• Handy- und PC-Versicherungen
Warum Sie auf den Abschluss dieser Versicherung in den meisten Fällen verzichten können und somit die Versicherungsprämie sparen, das erfahren Sie in den folgenden Abschnitten zur jeweiligen Versicherungsvariante.


Reisegepäckversicherung: oft wird grobe Fahrlässigkeit unterstellt


Zu den am häufigsten angebotenen Reiseversicherungen zählt unter anderem die Reisegepäckversicherung. Die Leistung besteht darin, dass der Reisende den Wert seines Gepäcks erhält, falls dieses gestohlen wird, verloren geht oder beschädigt wird. Die Versicherungsfälle aus der Praxis zeigen allerdings, dass eine Leistung in vielen Fällen nicht erfolgt, obwohl der Versicherungsnehmer dem Anschein nach einen Anspruch darauf hätte. Wird das Reisegepäck zum Beispiel gestohlen, dann unterstellen Versicherer nicht selten eine grobe Fahrlässigkeit. Dies bedeutet, dass dem Versicherungsnehmer vorgeworfen wird, dass er sein Gepäck nicht ständig im Auge behalten hätte.

Dabei ist es in der Praxis natürlich völlig normal, dass man sein Reisegepäck nicht ständig in der Hand hält, sondern beispielsweise kurz abstellt. Eine weitere Versicherungsleistung besteht darin, dass das Reisegepäck bei einer Beschädigung ebenfalls vom Wert her ersetzt wird. Diese Leistung ist allerdings meistens überflüssig, denn solche Beschädigungen treten fast ausschließlich beim Transport des Gepäcks auf, wie zum Beispiel beim Verladen in ein Flugzeug oder auf ein Schiff. In diesem Fall haftet jedoch der jeweilige Transporteur ohnehin für Schäden, sodass die Reisegepäckversicherung auch von dieser Warte aus betrachtet verzichtbar ist.


Insassenunfallversicherung: oft bereits anderweitige Absicherung vorhanden


Eine Versicherungsart, die ebenfalls häufiger genannt wird, wenn es um wenig sinnvolle oder sogar überflüssigen Versicherungen geht, ist die Insassenunfallversicherung. In diesem Fall würde die Versicherung die Folgen eines Unfalls tragen (in finanzieller Hinsicht), der sich durch die Teilnahme am Straßenverkehr bei einer Person ereignet, die Insasse eines Fahrzeugs gewesen ist. Diese Leistung klingt zwar zunächst sinnvoll, jedoch wird sie meistens bereits durch andere Versicherungen erbracht, die der Verbraucher abgeschlossen hat. Dazu zählen in erster Linie:
• Kfz-Haftpflichtversicherung

• Private Unfallversicherung

• Berufsunfähigkeitsversicherung
Zunächst einmal ist es so, dass bei einem Unfall im Straßenverkehr immer derjenige haftet, der den Unfall verursacht hat, genauer gesagt dessen Kfz-Haftpflichtversicherung. Sind Sie also Insasse in einem Fahrzeug, das unverschuldet an einem Unfall beteiligt ist, so kommt die gegnerische Haftpflicht auch für Ihre eventuellen Gesundheitsschäden auf. Hinzu kommt, dass viele Menschen selbst durch eine private Unfall- und eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgesichert sind. Selbst dann, wenn der Fahrer des Fahrzeuges, in dem Sie sich befinden, Schuld am Unfall ist, würde bei Verletzungen oder gar beim Eintritt der Berufsunfähigkeit Ihre eigene private Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung greifen. In den meisten Fällen wäre die Insassenunfallversicherung also schlichtweg eine überflüssige zusätzliche Absicherung.


Sterbegeldversicherung: schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis


Eine Versicherung, die zwar keinen besonders hohen Beitrag beinhaltet, in der Summe aber dennoch oftmals nicht sinnvoll ist, ist die Sterbegeldversicherung. Es handelt sich dabei um eine spezielle Risikolebensversicherung, denn die Leistung besteht darin, beim Tod des Versicherungsnehmers insbesondere die Kosten für die Beerdigung bis zu einem bestimmten Betrag zu übernehmen. Das Problem ist jedoch, dass die Summe der im Laufe der Jahrzehnte in die Sterbegeldversicherung eingezahlten Beiträge oftmals größer als sie spätere Versicherungsleistung ist. Von daher wäre es deutlich sinnvoller, wenn Sie beispielsweise Monat für Monat einen bestimmten Betrag in einen Sparvertrag einzahlen, der dann zu einem festgelegten Zeitpunkt ausgezahlt wird, sodass von diesem Kapital die Beerdigung ebenfalls bezahlt werden kann. Die Sterbegeldversicherung hat also schlichtweg ein relativ schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis.


Kapitallebensversicherung: aufgrund der Niedrigzinsphase nicht mehr empfehlenswert


Eine Versicherung, die noch bis vor wenigen Jahren zu den am häufigsten genutzten Versicherungsarten in Deutschland überhaupt gehörte, ist die Kapitallebensversicherung. Es handelt sich dabei um eine Kombination aus Vermögensaufbau und Absicherung für den Todesfall. Das bedeutet, dass entweder am Fälligkeitstag eine angesammelte Kapitalsumme ausgezahlt wird oder die Versicherung tritt ein, wenn der Versicherungsnehmer während der Laufzeit versterben sollte. Diese Kombination ist heutzutage nicht mehr empfehlenswert, was vor allem daran liegt, dass die Garantiezinsen sowie die Überschussanteile der Kapitallebensversicherung erheblich gesunken sind. Durchschnittlich beträgt Rendite aktuell meistens nicht einmal mehr 3,5 Prozent. Daher ist es wesentlich empfehlenswerter, dass Sie Vermögensaufbau und Absicherung für den Todesfall trennen. Dies kann so aussehen, dass Sie zum einen eine Risikolebensversicherung mit deutlich geringeren Versicherungsprämien abschließen und sich zum anderen beim Vermögensaufbau für einen erfolgenden Sparverträge entscheiden:
• Banksparplan

• Private Rentenversicherung

• Fondssparplan

• ETF-Sparplan

• Aktiensparplan

• Bausparvertrag

Handy- und PC-Versicherung: wichtigste Schäden häufig nicht versichert


Eine weitere Versicherungsart, die von Experten meistens ebenfalls in die Kategorie weniger sinnvoll eingestuft wird, sind Handy- und PC-Versicherungen. Der wesentliche Grund dafür, dass diese Versicherungen eher selten empfehlenswert sind, besteht darin, dass einige der häufigsten Schadensursachen meistens gar nicht versichert sind. Lässt der Verbraucher sein Handy beispielsweise fallen, wird oft grobe Fahrlässigkeit unterstellt, sodass keine Versicherungsleistung erfolgt. Bei der PC-Versicherung ist es oftmals so, dass eine falsche Bedienung im Softwarebereich dazu führt, dass der PC nicht mehr funktioniert. Nicht selten sind auch derartige Bedienungsfehler von der Versicherungsleistung ausgeschlossen. Aus dem Grund sollten Sie kritisch prüfen, ob Handy- oder PC-Versicherungen tatsächlich eine sinnvolle Absicherung für Sie sein können.