Kfz-Versicherung für 2019
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Kfz-Versicherung für 2019: aktuelle Anpassung der Regionalklassen verändern Beiträge

Alljährlich wird von den Versicherungsgesellschaften in einigen Bereichen eine Änderung vorgenommen, insbesondere bei den sogenannten Typ- und Regionalklassen. Diese Bestimmung, wie hoch der Beitrag zur Kfz-Haftpflicht und Kaskoversicherung ist, den die Verbraucher zahlen. Der größte Einflussfaktor auf den Gesamtbeitrag ist unter anderem die Regionalklasse. Diese wiederum stützt sich darauf, an welchem Ort das Fahrzeug zugelassen ist. Auch für das kommende Jahr (2020) sind ganz aktuell die neuen Änderungen bekannt geworden, sodass es für manche Autofahrer teurer und für einige Fahrer auch günstiger wird.


Welche Faktoren wirken sich auf die Versicherungsprämie aus?


Insbesondere im Bereich der Autoversicherung gibt es zahlreiche Faktoren, die sich auf die Höhe der Versicherungsprämien auswirken. Man kann zum Beispiel in sogenannte harte und weiche Faktoren differenzieren. Zu den harten Faktoren, die sich in größerem Umfang auf die Versicherungsprämien auswirken, zählen insbesondere:
• Typklasse

• Regionalklasse

• Schadenfreiheitsrabatt
Darüber hinaus gibt es eine Reihe von weiche Faktoren, die zwar einzeln nicht eine so große Auswirkung haben, aber in der Summe ebenfalls dazu führen können, dass der Versicherungsbeitrag um bis zu 30 Prozent höher oder niedriger ausfällt. Zu diesen weiche Faktoren zählen beispielsweise Alter des Fahrers, Laufleistung pro Jahr oder auch, ob das Fahrzeug über Nacht in einer Garage oder auf der Straße abgestellt wird.


Festlegung der Regionalklassen: Schadensbilanzen von über 400 Zulassungsbezirken als Basis


Vielleicht fragen Sie sich, auf welcher Grundlage eigentlich jedes Jahr die Regionalklassen festgelegt werden? Die Antwort lautet: in erster Linie ist es die offizielle Schadensbilanz der 413 Zulassungsbezirke in Deutschland, die dazu führt, wie die Aufteilung der Regionalklassen hinsichtlich der Versicherungsprämie vorgenommen wird. Die Schadensbilanz enthält insbesondere die Anzahl von Unfällen und Autodiebstählen, die in einem der 413 Zulassungsbezirke vermeldet wurden. Die Berechnung wird vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) jährlich vorgenommen.

Im nächsten Jahr wird es wieder für einige Millionen Autofahrer aufgrund der etwas geänderten Regionalklassen Veränderungen beim Versicherungsbeitrag geben, die nach aktuellen Informationen wie folgt aussehen werden:
• Ca. 32 Millionen Autofahrer: keine Änderung

• Ca. 5,1 Millionen Autofahrer: geringere Versicherungsprämie

• Ca. 4,2 Millionen Fahrer: höherer Versicherungsbeitrag
Diese Angaben beziehen sich jeweils auf die Kfz-Haftpflichtversicherung. Dort sind also die weitaus meisten Autofahrer, nämlich fast 32 Millionen Versicherte, nicht von einer Änderung betroffen. Demgegenüber können sich etwas mehr als 5 Millionen Autofahrer in Deutschland über eine bessere Regionalklassen und somit über geringere Versicherungsprämien freuen, während es für etwa 4,2 Millionen Versicherte in der Kfz-Haftpflicht teurer wird.

Bei der Kaskoversicherung ist das Verhältnis ganz ähnlich. Dort gibt es für etwa 30 Millionen Autofahrer keine Veränderungen, für 2,8 Millionen Bundesbürger wird es etwas teurer und etwa 3,3 Millionen Fahrer können sich über günstigere Beiträge aufgrund der vorteilhafteren Regionalklasse freuen.


Hauptstadt Berlin als Schlusslicht in der Statistik


Die Grundlage für die Berechnung der Regionalklassen ist nicht, an welchem Ort ein Schaden entstanden ist. Stattdessen ist ausschlaggebend, wo der Fahrzeughalter wohnt. Ist ein in Hamburg beheimatete Autofahrer also beispielsweise in einen Unfall entwickelt, der sich in München ereignet hat, wird der Schaden in der Statistik von Hamburg gewertet. Dadurch erklärt sich auch, dass insbesondere die Großstädte relativ weit hinten in der Statistik sind. Den letzten Platz nimmt für das nächste Jahr die Bundeshauptstadt Berlin ein. Die Anzahl der Schadensmeldungen liegt dort über 30 % oberhalb des Bundesdurchschnitts. Demgegenüber sind es vor allem die folgenden Bundesländer, in denen relativ wenige Schäden in der Statistik auftauchen:
• Schleswig-Holstein

• Niedersachsen

• Mecklenburg-Vorpommern

• Brandenburg
Der Zulassungsbezirk mit den geringsten Schadensmeldungen ist aktuell die Uckermark, die sich bekanntlich in Brandenburg befindet.


Wie wirken sich die unterschiedlichen Regionalklassen auf den Beitrag aus?


Für Autofahrer ist es natürlich relativ abstrakt, wenn sie erfahren, dass sie in einer der guten oder schlechten Regionalklassen eingestuft sind. Deutlicher werden die Unterschiede vor allem dann, wenn eine Differenz des Versicherungsbeitrages in Euro angegeben wird. Allerdings sind die Unterschiede bereits auf den ersten Blick gravierend, wenn man sich die Regionalklassen der 16 Landeshauptstädte betrachtet. Wählt man hier zum Beispiel die Kfz-Haftpflichtklasse, so ergeben sich unter anderem die folgenden Werte für die einzelnen Landeshauptstädte:
• Schwerin: Haftpflichtklasse 1

• Kiel: Haftpflichtklasse 4

• Mainz: Haftpflichtklasse 8

• Hannover: Haftpflichtklasse 9

• Düsseldorf: Haftpflichtklasse 11

• Hamburg: Haftpflichtklasse 12

• Berlin: Hauptstraße 12
Im Grunde sind fast alle Haftpflichtklassen vertreten und der Unterschied, der sich beispielsweise zwischen Schwerin und Berlin ergibt, ist auch für den Autofahrer hinsichtlich seines Beitrages enorm. Auf dieser Grundlage können sich in extremen Fällen Unterschiede hinsichtlich des Jahresbeitrages von rund 300 Euro ergeben, der ausschließlich auf die unterschiedlichen Regionalklassen am jeweiligen Zulassungsort zurückzuführen ist. Es ist allerdings sehr individuell, wie sich die Differenzen im Detail auswirken. Selbst die Autofahrer, die ab dem kommenden Jahr eine etwas schlechtere Regionalklasse haben, zahlen vielleicht auch nur 10 oder 20 Euro mehr im Jahr als bisher.


Was können Autofahrer mit einer schlechten Regionalklassen tun?


In den seltensten Fällen ist es für die betroffenen Autofahrer, die in eine schlechte Regionalklassen eingeordnet wurden, natürlich praktikabel, deshalb in ein anderes Bundesland oder an einen anderen Zulassungsort zu ziehen. Daher muss im Prinzip nach anderen Lösungen gesucht werden, auf welche Art und Weise der Versicherungsbeitrag an anderer Stelle quasi als Ausgleich etwas reduziert werden kann. Einsparmöglichkeiten gibt es zum Beispiel bei der Typklasse, aber auch dann ist natürlich der Wechsel des Fahrzeuges eine zwingende Voraussetzung.

Deutlich praktikabler lässt sich hingegen an scheinbaren Kleinigkeiten etwas ändern, wie zum Beispiel die jährliche Laufleistung. Haben Sie bisher zum Beispiel 18.000 km pro Jahr angegeben und sparen sich zukünftig die kleineren Fahrten mit dem Auto und nehmen stattdessen das Rad, können Sie vielleicht auf jährlich 15.000 km reduzieren und so etwas an Beiträgen einsparen. Ebenfalls positiv auf den Beitrag wirkt sich normalerweise aus, wenn kein angegebener Fahrer unter 25 Jahren alt ist und Sie Ihr Fahrzeug über Nacht in einer Garage oder zumindest unter einem Carport abstellen können. Auf diese Weise ist es manchmal möglich, zumindest den Beitrag etwas zu reduzieren, der sich vielleicht auf eine schlechtere Regionalklassen zurückführend erhöhen wird.