Vorsorge fürs Alter
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Vorsorge fürs Alter - die richtige Sparrate berechnen

Die private Vorsorge fürs Alter ist unbestritten äußerst wichtig, wenn man seinen bisher gewohnten Lebensstandard im Alter nicht verringern möchte. Immer mehr Bundesbürger erkennen, dass die gesetzliche Rente alleine zum Leben nicht reichen wird, und fangen rechtzeitig damit an, eine private Altersvorsorge aufzubauen. Allerdings gibt es nicht selten das Problem, dass entweder zu wenig zur Seite gelegt oder ein unnötig hoher Betrag angespart wird. Daher möchten wir Sie in diesem Beitrag darüber informieren, wie Sie die möglichst ideal passende Sparrate ermitteln können, die Sie im Rahmen eines Sparvertrages zum Aufbau der privaten Vorsorge aufbringen.


Vor dem Ermitteln der Sparrate: Sparvertrag auswählen


Im ersten Schritt zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge müssen Sie natürlich das Finanzprodukt wählen, welches in der Folge dazu dienen soll, dass Sie nach und nach Kapital ansammeln können. Wenn bisher noch kein Vermögen zur Verfügung steht, scheiden die klassischen Geldanlagen natürlich aus, wie zum Beispiel Festgeldkonten, Bundeswertpapiere, Anleihen oder Aktien. Stattdessen gibt es einige Finanz- und auch Versicherungsprodukte am Markt, die gezielt für den regelmäßigen Vermögensaufbau in Form des kontinuierlichen Sparens geeignet sind, insbesondere:
• Banksparplan

• Fondssparplan

• Private Rentenversicherung

• ETF-Sparplan

• Kapitallebensversicherung

• Aktiensparplan
Zwischen diesen Alternativen entscheiden sich die meisten Bundesbürger, die mit dem Aufbau einer Altersvorsorge im privaten Bereich beginnen möchten. Besonders lohnenswert sind in der Vergangenheit vorrangig Aktien- und Fondssparpläne gewesen, denn damit lässt sich eine durchschnittliche Jahresrendite von teilweise über sechs Prozent erzielen. In diesem Beitrag wollen wir allerdings nicht weiter auf die unterschiedlichen Sparformen eingehen, sondern uns damit beschäftigen, wie Sie die für Sie ideal passende Sparrate ermitteln.


Sie müssen Ihre spätere Versorgungslücke kennen!


Wenn Sie Ihre optimale Sparrate ermitteln möchten, ist es zwingend notwendig, dass Sie Ihre Versorgungslücke ab dem späteren Rentenalter kennen. Worum handelt es sich bei der sogenannten Rentenlücke? Gehen wir einmal davon aus, dass Sie - wenn die bisherigen Einzahlungen auf dem etwa gleichem Niveau bleiben werden - aus der gesetzlichen Rentenkasse ab dem 67. Lebensjahr eine monatliche Rente in Höhe von 1.200 Euro erhalten. Ihr bisheriges monatliches Nettoeinkommen, über das Sie natürlich auch zumindest ansatzweise im späteren Rentenalter durch die monatlichen Rentenzahlungen weiterhin verfügen können möchten, liegt bei 2.100 Euro. Wenn Sie nun dieses geplante Budget für den Ruhestand als Grundlage nehmen und davon Ihre später zu erwartende gesetzliche Rente von monatlich 1.200 Euro subtrahieren, ergibt sich ein Fehlbetrag von 900 Euro. Diese 900 Euro sind Ihre persönliche Versorgungs- bzw. Rentenlücke, die Sie über die private Altersvorsorge abdecken sollten.

Die Versorgungslücke zu berechnen ist relativ einfach, denn dazu müssen Sie lediglich Ihre aktuelle Renteninformation betrachten. Dort ist nämlich nicht nur aufgeführt, welchen Rentenbetrag Sie bisher bereits erwirtschaftet haben, sondern auch, wie hoch Ihre monatliche Rente später ausfallen wird, falls Sie bis zum 67. Lebensjahr in gewohnter Weise in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen sollten. Ihr monatliches Nettoeinkommen kennen Sie ohnehin, wobei Sie natürlich das spätere Budget im Alter davon abweichend ansetzen können. Dies bleibt Ihnen selbst überlassen, wichtig ist nur, dass Sie grundsätzlich wissen, wie Sie die Versorgungslücke überhaupt ermitteln.


Schwierige Frage: Wie lange soll die private Vorsorge reichen?


Die gesetzliche Rente, die Sie ab dem 67. Lebensjahr halten, wird bis an Ihr Lebensende gezahlt. Bei der privaten Altersvorsorge sieht es anders aus, denn hier steht nur ein bestimmter Kapitalbetrag zur Verfügung, den Sie zuvor mitsamt Zinsen und sonstiger Rendite angespart haben. Dieser Kapitalbetrag muss dann alleine dafür reichen, um die monatlichen Auszahlungen zu generieren. Dies bedeutet aber auch, dass das vorhandene Kapital irgendwann aufgebraucht ist. Aus diesem Grund ist es - zumindest für die Ermittlung der monatlichen Sparrate - wichtig, dass Sie festlegen, bis zu welchem Zeitpunkt das aus der privaten Altersvorsorge stammende Kapital reichen muss bzw. soll.

Dabei handelt es sich definitiv um eine sehr schwere Entscheidung, den indirekt legen Sie damit gleichermaßen fest, mit welcher persönliche Lebenserwartung Sie rechnen. Kalkulieren Sie beispielsweise damit, dass Sie 85 Jahre alt werden, müssen Sie für die Kalkulation berücksichtigen, dass das Kapital aus der privaten Altersvorsorge 18 Jahre reichen muss, nämlich vom 67. bis zum 85. Lebensjahr. Die Gefahr besteht natürlich darin, dass Sie vielleicht doch älter als 85 Jahre werden und dann nur noch von der gesetzlichen Rente leben müssen. Trotzdem muss es eine Entscheidung in dieser Hinsicht geben, mit welchem Wert sie kalkulieren möchten.


Rendite des Sparvertrages und Anspardauer


Zur Berechnung der optimalen Sparrate müssen Sie neben Ihrem später gewünschten Budget, der Versorgungslücke und dem Kapitalbedarf sowie Ihrer geschätzten Lebenserwartung noch zwei weitere Werte kennen bzw. in die Berechnung einfließen lassen, nämlich zum einen die Rendite der Anlageform sowie die Anspardauer. Die Spardauer lässt sich relativ einfach ermitteln. Wenn Sie jetzt beispielsweise 26 Jahre alt sind und direkt mit dem Aufbau der Vorsorge beginnen möchten, haben Sie noch 41 Jahre Zeit, um regelmäßig Kapital anzusammeln.

Mit der Berechnung der Rendite, die der jeweilige Sparvertrag bietet, ist es schon etwas komplizierter bzw. dieser Wert kann meistens nur geschätzt werden. Allerdings gibt es durchaus Erfahrungswerte für die entsprechenden Ansparformen, die zwar nur einen Anhaltspunkt geben können, aber dennoch für eine solide Kalkulation der notwendigen Sparrate ausreichen. Bei den im zweiten Abschnitt unseres Beitrages genannten Sparverträgen können Sie mit den durchschnittlichen Renditen folgendermaßen rechnen:
• Banksparplan: ca. 2-3 Prozent

• Fondssparplan (aktiv gemanagte Fonds): ca. 5-7 Prozent

• Klassische Rentenversicherung: ca. 3-4 Prozent

• Fondsgebundene Rentenversicherung: ca. 4-6 Prozent

• Kapitallebensversicherung: ca. 3-4 Prozent

• Fondsgebundene Lebensversicherung: ca. 4-6 Prozent

• ETF-Sparplan: ca. 5-7 Prozent

• Aktiensparplan: ca. 6-8 Prozent
Denken Sie bitte daran, dass es sich zum einen um Durchschnittswerte handelt und zum anderen hängt die exakte Rendite natürlich von der zukünftigen Entwicklung an den Kapitalmärkten ab sowie von dem Finanzprodukt, für das Sie sich letztendlich entscheiden. Zudem sollten Sie daran denken, dass Rendite nicht gleich Ertrag ist, denn beispielsweise bei Fondssparplänen oder auch bei der Lebensversicherung müssen Sie die Kosten abziehen, die natürlich die Rendite mindern.


Berechnung: Diese monatliche Sparrate ist optimal


Kommen wir nun zur beispielhaften Ermittlung der monatlichen Sparrate, die für Sie optimal wäre, um eine effektive private Altersvorsorge aufzubauen, die sich an Ihren persönlichen Bedürfnissen orientiert. Dazu nehmen wir auf Grundlage der vorherigen Ausführung die folgenden Zahlen und Daten an:
Aktuelles Nettoeinkommen: 2.100 Euro

Gesetzliche Rente ab 67: 1.200 Euro

Versorgungslücke: 900 Euro

Kapitalbedarf bis zum 85. Lebensjahr: 194.400 Euro

Anspardauer: 41 Jahre

Kalkulierte Rendite des Sparvertrages: jährlich 6 Prozent

Monatlicher Sparbeitrag: knapp 100 Euro
Der monatliche Sparbeitrag von lediglich knapp 100 Euro wäre also optimal für Sie geeignet, damit Sie später über die private Altersvorsorge verfügen können, die Sie sich wünschen und die notwendig ist, um Ihre existierende Versorgungslücke zu schließen.