Vermögensaufbau mit Sparplänen
© Alexander Limbach / Fotolia.com.

Vermögensaufbau mit Sparplänen - welche Ansparform ist die richtige?

Glücklicherweise nehmen immer mehr Verbraucher in Deutschland den Vermögensaufbau ernst, der zum Beispiel dazu dient, dass im späteren Rentenalter eine zusätzliche Altersvorsorge genutzt werden kann. Positiv ist auf der einen Seite, dass es am Finanzmarkt zahlreiche Produkte gibt, mit denen sich regelmäßig Sparen und so ein Vermögen aufbauen lässt. Etwas negativ empfinden es einige Anleger und Sparer allerdings, dass nicht immer sofort deutlich wird, worin die Unterschiede zwischen den einzelnen Produkten bestehen. Daher tun sich nicht wenige Sparwillige damit schwer, den für sie passenden Sparplan auszuwählen.


Vermögensaufbau mit Sparplänen - ein Überblick


Mit dem Vermögensaufbau ist meistens gemeint, dass bisher noch keine größeren Kapitalsummen vorhanden sind. Daher steht der Vermögensaufbau meistens eng in Verbindung mit dem regelmäßigen Sparen. Anleger bzw. Sparer zahlen beispielsweise Monat für Monat einen Betrag von 100 oder 200 Euro in den jeweiligen Sparvertrag ein. Zu diesem Zweck gibt es im Finanzbereich einige Optionen, die exakt auf diesen Bedarf der Sparer ausgerichtet sind, nämlich über regelmäßige Einzahlungen langfristig Kapital einzusammeln, welches dann später zum Beispiel der privaten Altersvorsorge dienen kann.

Im Überblick sind es vor allem folgende Produkte, welche in diese Sparte fallen und sowohl am Finanz- als auch am Versicherungsmarkt offeriert werden:
• Banksparplan

• Bausparvertrag

• ETF-Sparplan

• Fondssparplan

• Kapitallebensversicherung

• Private Rentenversicherung

• Aktiensparplan
Mit diesen Produkten möchten wir uns näher beschäftigen und vor allem darauf eingehen, für welchen Sparertyp welche Form von Fondssparplan ideal geeignet ist.


Aktiensparplan: Für Sparer, die eine überdurchschnittliche Rendite wünschen


Eine besonders gute Rendite lässt sich mit einem Aktiensparplan erzielen. Natürlich werden zunächst einmal nahezu alle Sparer auf die Frage, welche Rendite sie sich beim regelmäßigen Sparen wünschen, antworten, dass der Ertrag möglichst hoch sein soll. Allerdings darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden, dass eine überdurchschnittliche Rendite meistens mit einem erhöhten Risiko verbunden ist. Dies ist zwar grundsätzlich auch beim Aktiensparplan der Fall, aber aufgrund der Tatsache, dass ein solcher Aktiensparplan sehr langfristig läuft, ist die Wahrscheinlichkeit von regelmäßigen Renditen definitiv höher, als nach der langen Laufzeit Verluste zu erleiden.

Darüber hinaus eignet sich der Aktiensparplan nicht nur generell für Sparer, denen eine überdurchschnittliche Rendite sehr wichtig ist. Zusätzlich kommt noch eine Art Spaßfaktor hinzu, der darin besteht, sich selbst etwas intensiver mit dem Thema Aktien zu beschäftigen. Dazu gehört unter anderem, dass man für den Aktiensparplan die Aktien selektiert, die besonders aussichtsreich erscheinen. Flexibel sind derartige Sparpläne in Aktien meistens auch, was vor allem beinhaltet, dass die Aktien jederzeit getauscht werden können. Sie können sich also zu jedem Zeitpunkt dafür entscheiden, nicht mehr regelmäßig - wie bisher - die Aktie A zu kaufen, sondern Sie können stattdessen die Aktie B in den Sparplan aufzunehmen.


Banksparplan: Besonders für sicherheitsorientierte Sparer geeignet


Der Banksparplan ist sicherlich das älteste Sparprodukt, welches in die Kategorie Sparpläne einzuordnen ist. Besonders sehr sicherheitsorientierte Sparer entscheiden sich nach wie vor gerne für dieses Finanzprodukt, denn ein Hauptmerkmal der meisten Banksparpläne besteht darin, dass der eingezahlte Beitrag sicher ist und keine Verluste entstehen können. Allerdings gilt dies nicht automatisch für alle Banksparpläne, denn insbesondere modernere Produkte kombinieren immer öfter eine feste Verzinsung mit einem Ertrag, der auf Aktiengeschäften basiert. Wenn Sie sich hingegen für einen klassischen Banksparplan, beispielsweise in Form eines sogenannten Prämiensparvertrages entscheiden, ist das Risiko äußerst gering, aber dafür leider ebenfalls die durchschnittliche Rendite, besonders im Vergleich zu Aktiensparplänen oder auch Fondssparplänen, auf die wir im Folgenden noch näher eingehen.


Bausparvertrag: Nur für zukünftige Bausparer attraktiv


Eine weitere Sparform, die es hierzulande schon seit vielen Jahrzehnten gibt, ist der Bausparvertrag. Mittlerweile ist dieser allerdings nahezu ausschließlich noch für Sparer geeignet, die später auch Bausparer in der Form sein möchten, als dass sie das zinsgünstige Bauspardarlehen nutzen. Als reiner Sparvertrag ist der Bausparvertrag hingegen aktuell nicht mehr attraktiv, was schlichtweg an der Niedrigzinssituation und den damit verbundenen sehr geringen Guthabenzinsen liegt, die auf einen Bausparvertrag während der Ansparphase gezahlt werden. Möchten Sie hingegen später eine eigene Immobilie erwerben oder bauen, ist der Bausparvertrag nach wie vor eine gute Variante und Mischung aus Ansparen und zinsgünstigem Darlehen. Als Altersvorsorge selbst eignet sich der Bausparvertrag allerdings wenig, denn dafür ist wiederum die Rendite des Guthabens zu gering.


ETF-Sparplan: Geringe Kosten und breit gestreut Sparen


Zu den Sparplänen, die aktuell sehr gefragt und mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis ausgestattet sind, zählen insbesondere die ETF-Sparpläne. ETF ist die Abkürzung für Exchange Traded Funds und dabei handelt es sich um die sogenannten Indexfonds, deren Anteile an der Börse gehandelt werden. Diese Sparpläne sind vorrangig für Sparer geeignet, die von den durchschnittlich guten Renditen der Aktienmärkte profitieren möchten, aber dennoch einen gewissen Schutz wünschen, der zum Beispiel darin besteht, dass eine Verwahrung der Anteile als Sondervermögen stattfindet. Zudem profitieren Sparer bei ETFs von einer automatisch breiten Risikostreuung, denn die jeweilige Fondsgesellschaft investiert das Kapital in Aktien aus einem Index, also in einem sogenannten Aktienkorb. Dieser besteht häufig aus 30 oder mehr Aktien, sodass sich dadurch bereits eine Streuung des Risikos ergibt. Zudem zeichnen sich ETF-Sparpläne dadurch aus, dass die Kostenquote relativ niedrig ist und meistens nicht oberhalb von 0,5 Prozent liegt. Nicht selten performen ETFs sogar besser als aktiv gemanagte Fonds, was ein weiterer Pluspunkt ist.

In der Übersicht können sich gerade ETF-Sparpläne durch einige Vorteile auszeichnen, nämlich:
• Geringe Kostenquote

• Gute Performance

• Gute Rendite

• Große Flexibilität

• Breite Streuung

• Schon ab 25 Euro im Monat Sparen

Fondssparplan: Dem aktiven Fondsmanager vertrauen?


Bevor ETF-Sparpläne an den Markt kamen, entschieden sich Sparer, die gerne von den Vorzügen des Aktienmarktes profitieren wollten, nahezu ausschließlich für Fondssparpläne. Gewählt wurden dabei Aktienfonds, die von der jeweiligen Gesellschaft aktiv gemanagt werden. Aufgrund der Tatsache, dass die Kosten bei aktiv gemanagten Fonds meistens sogar deutlich höher als bei den zuvor beschriebenen ETFs sind, stellt sich allerdings die Frage, warum man sich überhaupt für derartige Aktienfonds entscheiden sollte.

Der Grund kann vor allem darin bestehen, dass man dem aktiven Management, also letztendlich den Erfahrungen und dem Fachwissen des Fondsmanagers, mehr vertraut, als wenn ein Index nur passiv nachgebildet wird. Leider zeigt sich allerdings in der Praxis nicht selten, dass ETFs trotzdem besser abschneiden, obwohl keine aktive Selektion der Aktien vorgenommen wird. Letztendlich ist es daher auch eine Art Gewissensfrage, ob Sie dem aktiven Management zutrauen, für eine überdurchschnittliche Rendite im Vergleich zum zugrunde liegenden Vergleichsindex zu sorgen.


Private Rentenversicherung und Kapitallebensversicherung: Auf dem Abstellgleis?


Zwei Versicherungsarten, die ebenfalls häufig als Sparplan zum Vermögensaufbau genutzt werden, sind zum einen die private Rentenversicherung und zum anderen die Kapitallebensversicherung. Vor einiger Zeit konnte man sagen, dass beispielsweise die Kapitallebensversicherung immer dann sehr gut geeignet ist, wenn man die finanzielle Absicherung der Familie im eigenen Todesfall mit dem regelmäßigen Vermögensaufbau kombinieren möchte. Heute allerdings wäre es in vielen Fällen günstiger, stattdessen eine Risikolebensversicherung zur Absicherung abzuschließen und sich zum Vermögensaufbau für ein renditestärkeres Produkt zu entscheiden. Der Grund besteht vor allem darin, dass die Renditen der Kapitallebensversicherung in der Vergangenheit zum Teil deutlich geringer sind als noch vor zehn Jahren.

Ganz ähnlich stellt sich die Situation bei der privaten Rentenversicherung dar. Allerdings gibt es beide Varianten - private Rentenversicherung und Kapitallebensversicherung - auch als fondsgebundener Versicherung. Dann ist die Rendite meistens etwas höher, allerdings stellt sich unter dieser Voraussetzung natürlich die Frage, warum Sie dann nicht direkt einen ETF- oder Fondssparplan wählen. Die gewünschte Risikoabsicherung, die ohnehin nur bei der Kapitallebensversicherung und nicht bei der Rentenversicherung integriert ist, können Sie - wie zuvor erwähnt - auch über eine deutlich günstigere Risikolebensversicherung erreichen und sich dann zum Vermögensaufbau für ein anderes Produkt entscheiden.