Regelmäßig sparen mit Aktien
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Regelmäßig sparen mit Aktien - kein Riester, aber renditestarker Sparplan

Der Banksparplan wird kaum noch angeboten, der Bausparvertrag ist als reiner Sparvertrag bezüglich seiner Rendite inakzeptabel und die Kapitallebensversicherung zeichnet sich in letzter Zeit in negativer Art und Weise durch eine geringe Verzinsung aus. Was bleibt Sparern jetzt noch übrig, die mit einer guten Rendite langfristigen Vermögensaufbau betreiben möchten? Die private Rentenversicherung wäre eine Möglichkeit, doch sind die durchschnittlichen Erträge hier mit 3,0 und 4,0 Prozent ebenfalls nicht berauschend. Vielversprechend hingegen ist der Vermögensaufbau mit Aktien. Wir möchten uns daher im Folgenden mit dem Aktiensparplan beschäftigen, der noch relativ neu am Markt ist.


Welche Alternativen existieren zum Vermögensaufbau?


Der Vermögensaufbau besteht in der Regel darin, von null zu starten und durch regelmäßige Einzahlungen in einen Sparvertrag nach und nach Kapital aufzubauen. Wie eingangs bereits erwähnt, sind Banksparpläne, Bausparverträge und auch Kapitallebensversicherungen aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Rendite mittlerweile für den langfristigen Vermögensaufbau nicht mehr gut geeignet. Immerhin gibt es noch einige Alternative, die sich durch eine bessere Rendite auszeichnen können, insbesondere:
• Fondsgebundene Rentenversicherung

• Fondssparplan

• ETF-Sparplan

• Edelmetall-Sparplan

• Aktiensparplan
Von diesen Alternativen zeichnet sich der Aktiensparplan meistens sogar durch die langfristig beste Rendite aus. Dies setzt allerdings voraus, dass Sie sich für gute Aktienwerte mit zukünftigen Kursgewinnen entscheiden.


Was ist ein Aktiensparplan und wie funktioniert er?


Wie der Name schon sagt handelt es sich bei einem Aktiensparplan um einen Sparvertrag, bei dem regelmäßig Aktien gekauft werden. Der Sparer muss sich beim Einrichten des Aktiensparplans natürlich entscheiden, welche Aktien er regelmäßig kaufen möchte. Empfehlenswert ist der Kauf für einen bestimmten Euro-Betrag, denn dann profitieren Sparer vom sogenannten Cost-Average-Effekt. Der durchschnittliche Einkaufskurs ist dann geringer, als wenn Sie beispielsweise pro Monat drei Aktien eines bestimmten Unternehmens erwerben würden. Wenn Sie einen Aktiensparplan einrichten möchten, benötigen Sie zuvor ein Wertpapierdepot. Dort werden die gekauften Aktien nämlich verbucht.

Der Aktiensparplan funktioniert im Grunde relativ einfach und ist auch für Anfänger leicht verständlich. Sie wählen zunächst eine oder mehrere Aktien aus und legen fest, für welchen Betrag diese Monat für Monat oder in einem anderen Rhythmus gekauft werden sollen. Diese Angaben machen Sie gegenüber dem Anbieter des Aktiensparplans, der nach dem Einrichten Monat für Monat die entsprechende Transaktion ausführt. Sie müssen sich anschließend um nichts weiter kümmern, denn der Sparplan läuft so lange, bis Sie Änderungen vornehmen oder den Aktiensparplan kündigen bzw. auflösen.


Manko: Aktien-Sparen ist (noch) nicht riesterfähig


Bevor Sie sich für einen Aktiensparplan zum langfristigen Vermögensaufbau entscheiden, sollten Sie wissen, dass es ein Manko gibt. Dieses besteht darin, dass Aktien-Sparen bisher nicht riesterfähig ist. Das bedeutet, dass Sie keinen Aktiensparplan einrichten können, wenn Sie die staatlichen Riester-Zulagen vereinnahmen möchten. Allerdings bleiben Ihnen dann zumindest einige ebenfalls renditestarke Alternativen, nämlich:
• Fondssparplan

• ETF-Sparplan

• Fondsgebundene Rentenversicherung
Dass Sie beim Aktiensparplan keine Riester-Zulagen einbinden können, ist sicherlich ein Nachteil. Allerdings machen Aktiensparpläne diesen Nachteil oftmals dadurch weg, dass sie im Durchschnitt eine besonders gute Rendite verbriefen können. Zudem können Sie den Aktiensparplan natürlich auch außerhalb des Riester-Sparens nutzen und vielleicht auf einem anderen Weg von den staatlichen Zulagen zum Aufbau der privaten Altersvorsorge profitieren.


Welche Rendite erziele ich mit einem Aktiensparplan?


Die Frage nach der Rendite lässt sich beim Aktiensparplänen natürlich nicht genau beantworten. Es kommt in hohem Maße darauf an, für welche Aktien Sie sich entscheiden. Mit etwas Glück erzielen Sie so eine durchschnittliche Jahresrendite zwischen sieben bis acht Prozent, was für Aktien im langjährigen Vergleich definitiv nicht außergewöhnlich wäre. Die meisten Sparer entscheiden sich aktuell bei einem Aktiensparplan für Wertpapiere, die einem der folgenden Indizes zugehörig sind:
• Deutscher Aktienindex (DAX)

• Euro Stoxx 50 Index

• Dow Jones Index
Ebenfalls beliebt sind Aktien aus den weiteren deutschen Indizes, wie zum Beispiel aus dem MDAX, dem SDAX oder dem TechDAX. Aber auch europäische Aktien werden immer öfter favorisiert, die zum Beispiel im Euro Stoxx 50 gelistet werden. Flexibel ist der Aktiensparplan ohnehin, sodass Sie jederzeit die zu kaufenden Aktien ändern und austauschen können.


Vom Vergleich bis zur ersten Ausführung: Wie richte ich einen Aktiensparplan ein?


Falls Sie sich für einen Aktiensparplan entschieden haben, weil Sie an die durchschnittlich guten Renditen glauben und langfristig Vermögen aufbauen möchten, stellt sich vielleicht die Frage, was Sie im Detail tun müssen, um zukünftig in Aktien zu sparen. Zunächst geben wir Ihnen die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung, die wir anschließend etwas näher erläutern werden.
1. Vergleich der Anbieter durchführen

2. Depot eröffnen (falls noch nicht vorhanden)

3. Aktien auswählen

4. Monatlichen Sparbeitrag und Ausführungsrhythmus wählen

5. Zeitpunkt der Ausführung festlegen

6. Aktiensparplan wird fortan automatisch ausgeführt
Bevor Sie den Aktiensparplan einrichten, sollten Sie unbedingt die Konditionen vergleichen. Dies gilt sowohl für das notwendige Depot als auch für verschiedene Kosten, die im Zusammenhang mit dem Sparplan stehen können. Dabei handelt es sich insbesondere um die folgenden Kostenfaktoren:
• Depotgebühren

• Transaktionskosten

• Ausführungsgebühren

• Verwaltungskosten
Nachdem Sie Ihr Wertpapierdepot eröffnet haben, falls bisher noch keins vorhanden war, können Sie den Aktiensparplan einrichten lassen. Dazu müssen Sie lediglich einige Angaben machen, insbesondere natürlich die zu kaufenden Aktien, den Betrag in Euro, den Ausführungsrhythmus und den Ausschlusszeitpunkt, beispielsweise immer zum 15. eines Monats. Alles weitere läuft dann automatisch, nämlich indem der Aktiensparplan Monat für Monat wie gewünscht ausgeführt wird. Die Aktien werden Ihnen jeweils ins Depot eingebucht.


Warum werden Aktiensparpläne verhältnismäßig wenig genutzt?


Dass sich Aktiensparpläne bisher noch nicht auf breiter Ebene am Markt durchsetzen konnten, hängt insbesondere mit dem Misstrauen vieler deutscher Anleger und Sparer gegenüber Aktien im Allgemeinen zusammen. Die sogenannte Aktionärsquote ist hierzulande mit unter 25 Prozent - vor allem im internationalen Vergleich - sehr gering. Dabei stellt gerade der Aktiensparplan ein ideales Mittel dar, um langfristig über Jahrzehnte hinweg Vermögen mit einer sehr guten Durchschnittsrendite aufzubauen.

Verlustrisiken sollten Sie natürlich nicht außer Acht lassen, auch wenn diese statistisch betrachtet bei einer Anspardauer von mindestens 10 bis 15 Jahren eher selten vorkommen. Dies gilt zumindest unter der Voraussetzung, dass Sie sich nicht für exotische Aktien oder ausländischen Nebenwerte entscheiden, sondern bei den großen Standardwerten aus Deutschland, dem EU-Raum oder den Vereinigten Staaten bleiben. Geeignet sind Aktiensparpläne vor allen Dingen für Sparer, die etwas Spaß daran haben, sich selbst um die Auswahl der Wertpapiere zu kümmern und nicht unbedingt breit gestreut über einen Fonds in Aktien investieren möchten.