Digitalisierung in der Finanzbranche
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Digitalisierung schreitet auch in der Finanzbranche weiter voran

In zahlreichen Branchen ist die Digitalisierung bereits seit vielen Jahren im Gange und nicht mehr aufzuhalten. Dies trifft beispielsweise für die Computerbranche zu, aber auch im Finanzsektor. Insbesondere in den letzten Jahren zeigt sich an immer wieder neuen Beispielen, dass die Digitalisierung in der Finanz- und Versicherungsbranche zwar noch nicht besonders weit fortgeschritten ist, aber sich auf jeden Fall – sogar zum Teil schon seit mehr als 20 Jahren - im Gange befindet. Selbst Kunden merken dies bereits in Alltagssituationen. Wir möchten daher das spannende Thema der Digitalisierung, die sich insbesondere in der Finanzbranche immer stärker vollzieht, aufgreifen.


Hintergrund: Was kennzeichnet die Digitalisierung?


Nicht jedem Verbraucher ist die Digitalisierung bereits ein Begriff, mit dem er etwas anfangen kann. Daher möchten wir zunächst erklären, was die Digitalisierung auszeichnet und welche Grundlagen sie hat. In erster Linie ist Digitalisierung ein Oberbegriff dafür, dass innerhalb der entsprechenden Branche neue Technologien eingesetzt werden. Zu Digitalisierung gehört aber auch, dass Leistungen und Services zunehmend nicht mehr persönlich vor Ort von Menschen, sondern über das Internet angeboten werden.

Grundsätzlich könnte man daher sagen, dass der Mensch als Faktor im Zuge der Digitalisierung eine immer geringere Bedeutung hat, während stattdessen andererseits vor allem Technologien und Computer an Bedeutung gewinnen. Diese übernehmen nämlich im Zuge der Digitalisierung zunehmend Aufgaben, was übrigens auch zu einer häufigeren Kritik führt. Manche Experten und auch Verbraucher befürchten nämlich, dass durch die Digitalisierung Arbeitsplätze verloren gehen. Dies ist zwar in den Bereichen richtig, in denen Computer und Technologien den Menschen ersetzen können, aber dafür werden auf der anderen Seite auch neue Arbeitsplätze geschaffen.


Digitalisierung in der Finanzbranche: schon seit Jahrzehnten im Gange


Wenn über Digitalisierung gesprochen wird, dann sind die meisten Verbraucher der Auffassung, dass diese im Finanzbereich erst seit einigen Jahren gestartet ist. Tatsächlich reichen die Anfänge streng genommen noch viel weiter zurück, denn insbesondere im Bankenbereich werden Computer und Technologien von seit mindestens 40 Jahren eingesetzt. Der erste Meilenstein ist im Prinzip der Geldautomat, der den menschlichen Kassierer in der Bank heute bereits bei einigen Geldinstituten fast vollständig ersetzt hat. Bis zur Einführung der ersten Geldautomaten waren die Bankkunden jedoch gezwungen, sich am Schalter mit Bargeld zu versorgen. Mittlerweile gibt es eine sehr große Anzahl von Geldautomaten, von denen alleine in Deutschland mehr als 100.000 Geräte existieren.

Wenn man zurückblickt, lässt sich durchaus verfolgen, wie die Digitalisierung in der Bankenwelt schon seit mehreren Jahrzehnten Schritt für Schritt weiter fortgeschritten ist. Nachdem die Geldautomaten eingeführt worden, kann als einer der nächsten Schritte zum Beispiel Möglichkeit, ein Girokonto online zu öffnen und vor allem, dieses dann auch über das Internet zu nutzen. Das sogenannte Online-Banking existiert mittlerweile seit über 20 Jahren, welches definitiv einen größeren Anteil an der Digitalisierung in der Finanzbranche hat.

Einige Beispiele für die Digitalisierung, die in der Finanz- und Bankenbranche schon seit mehreren Jahrzehnten im Gange ist, sind demzufolge:
• Geldausgabeautomaten

• Online-Banking

• Online-Brokerage

• Virtueller Kundenberater

• Videoident-Verfahren
Auf den letzten Punkt möchten wir im Folgenden etwas näher eingehen, denn dabei handelt es sich um die neuesten Errungenschaften der Digitalisierung in der Bankenbranche, die Kunden im Alltag definitiv immer öfter mitbekommen.


Videoident-Verfahren als Zeichen der stattfindenden Digitalisierung


Dass die Digitalisierung in der Bankenbranche kontinuierlich weiter fortschreitet, zeigt sich zum Beispiel, wenn man einen Blick auf die vergangenen und aktuellen Legitimationsverfahren wirft. Noch vor rund 20 Jahren mussten Kunden, die sich gegenüber der Bank als Kontoinhaber legitimieren wollten, eine Geschäftsstelle aufsuchen und dort ihren Personalausweis vorlegen. Einige Zeit später führten - insbesondere die Internetbanken - immer öfter das sogenannte Postident-Verfahren ein. In diesem Fall wurde unter Vorlage eines speziellen Coupons und der Antragsformulare in der Postfiliale die notwendige Legitimation durch den Postmitarbeiter durchgeführt.

Heutzutage wird auch dieses Verfahren immer öfter ersetzt, nämlich durch das sogenannte Videoident-Verfahren. Dieses ist ein typisches Beispiel, wie weit die Technologie im Bankenbereich bereits fortgeschritten ist. In diesem Fall müssen Sie weder eine Bank- noch eine Postfiliale aussuchen, sondern können die Legitimation vom heimischen PC aus durchführen. Dies funktioniert, indem Sie mit dem Mitarbeiter eine Webcam-Verbindung aufbauen und den Ausweis in der Kamera vorzeigen.

Ein weiteres Verfahren, welches mittlerweile eng mit dem Videoident-Verfahren zusammenhängt, ist die digitale Signatur. Diese ist vor allem mittlerweile immer öfter bei Krediten im Einsatz. Sie müssen in dem Fall nämlich keine Kreditverträge per Post mehr empfangen und versenden sowie Ihre eigenhändige Unterschrift leisten, sondern stattdessen bestätigen Sie mit der Eingabe eines Codes, dass Sie mit den Vertragsdetails einverstanden und die Kreditverträge empfangen haben. Dieser Vorgang wird dann als digitale Signatur bezeichnet.


Robo-Advisors als weiteres Beispiel der Digitalisierung


Ein nahezu klassisches Beispiel für die Digitalisierung in der Finanzbranche sind die sogenannten Robo-Advisors. Dabei handelt es sich um Online-Vermögensverwalter, die tatsächlich ausschließlich digital arbeiten. Damit steht das Geschäftsmodell im Gegensatz zu den klassischen Vermögensverwaltungen, die oft noch einen Ansprechpartner vor Ort haben. Robo-Advisors gehen einen Schritt weiter, denn die Strategien und Auswahl der Finanzprodukte, die sich dann im Portfolio des Anlegers befinden, finden häufig auf Grundlage mathematischer Algorithmen statt. Zwar gibt es mittlerweile auch sogenannte hybride Robo-Advisors, bei denen der menschliche Anlageberater wieder etwas mehr in den Vordergrund gestellt wird. Grundsätzlich sind Robo-Advisors jedoch ein gutes Beispiel dafür, wie weit die Digitalisierung bereits fortgeschritten ist.


Welche Entwicklungen sind zukünftig realistisch und vorstellbar?


Eine spannende Frage besteht im Zusammenhang mit der Digitalisierung in der Finanzbranche natürlich darin, was die nächsten Schritte sein könnten und wie die Zukunft der Finanzbranche in dieser Hinsicht aussehen wird. Eine von vielen Experten als bahnbrechende und zukunftsweisende Technologie eingestuft ist die Blockchain, die den meisten Menschen sicherlich etwas im Zusammenhang mit dem Bitcoin sagt. Diese spezielle Struktur der Datenbank wird nämlich nicht nur im Zusammenhang mit Kryptowährungen eingesetzt, sondern könnte sogar neben der Finanzbranche in noch einigen anderen Branchen zum Einsatz kommen und ist es bereits. In diesem Fall kommt also eine wichtige Neuerung im Rahmen der Digitalisierung aus der Finanzbranche und greift aller Voraussicht nach noch in zahlreiche weitere Branchen über.

Wenn von der Entwicklung der Digitalisierung in der Bankenbranche gesprochen wird, dann sollte auch kurz auf das Thema Arbeitsplätze eingegangen werden. Hier sind die Aussichten definitiv nicht so trübe, wie sie manche Kritiker beschreiben. Ein Beispiel besteht darin, dass nicht alle technischen Möglichkeiten, die es in der Finanzbranche gibt, auch Anklang bei den Kunden finden. So führten beispielsweise einige Banken vor Jahren einen virtuellen Berater ein, der von den Kunden allerdings nicht besonders gut angenommen wurde. Daher haben die meisten Kreditinstitute diese technische Neuerung wieder abgeschafft. Zudem ist der Technologiesierungsgrad in der Finanzbranche, insbesondere bei den Banken, ohnehin bereits sehr hoch. Daher ist nicht zu befürchten, dass es bei der weiter voranschreitender Digitalisierung zu Massenentlassungen kommen wird. Ferner schafft die der Digitalisierung auch neue Arbeitsplätze, was definitiv ein sehr positiver Aspekt ist.