Umkehrhypothek
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Immobilienrente - mit der Umkehrhypothek aus dem eigenen Haus Geld ziehen

Nicht wenige Menschen in Deutschland besitzen zum Eintritt ins Rentenalter ein eigenes Haus, welches zudem abbezahlt ist. Aktuell empfehlen Bank- und Anlageberater eine Investition in Immobilien, denn dadurch sparen Sie sich später die Miete. Daher gilt das Eigenheim als sehr gute private Altersvorsorge.

Das Problem besteht allerdings öfter darin, dass Sie zwar auf der einen Seite in Ihrem eigenen Haus wohnen und somit keine Mietkosten haben. Auf der anderen Seite reicht die Rente aber dennoch häufig nicht aus, sodass Ihnen Monat für Monat ein gewisser Betrag fehlt. Wie Sie diesen durch Ihre eigene Immobilie abrufen können, erfahren Sie in unserem Beitrag.


Immobilie zunächst einmal totes Kapital


Das Eigenheim dient deshalb als private Altersvorsorge, weil Sie dadurch die sonst fällige Miete einsparen. Sie haben demzufolge einen größeren Teil Ihrer Rente zur freien Verfügung, als wenn Sie zum Beispiel in einer Mietwohnung leben würden. Trotz dieser Tatsache reichen gesetzliche und private Rente bei vielen Menschen im Alter nicht aus, um alle Kosten zu decken. Die eigene Immobilie nützt Ihnen in diesem Fall nichts, selbst wenn diese beispielsweise ein Wert von mehreren Hunderttausend Euro hat.

Dies liegt daran, dass Immobilien in dem Sinne totes Kapital sind. Zwar könnten Sie Ihr Eigenheim natürlich verkaufen und den Verkaufserlös anlegen, sodass Sie daraus eine monatliche Rente entnehmen. Für die meisten älteren Menschen kommt der Verkauf allerdings nicht infrage, weil sie zum Beispiel schon Jahrzehnte in den eigenen vier Wänden leben. Dann stellt sich die Frage, wie man trotz Immobilie und fehlenden Einnahmen eine Verbindung zur zusätzlichen Rente schaffen kann. Die Lösung lautet: Immobilienrente bzw. Umkehrhypothek.


Worum handelt es sich bei der Immobilienrente?


Die Immobilienrente wird häufig alternativ als Umkehrhypothek bezeichnet. Was sich etwas kompliziert anhört, ist bei näherer Betrachtung relativ leicht verständlich. Bei der Umkehrhypothek nehmen Sie auf Ihre schuldenfreie Immobilie eine Hypothek auf bzw. lassen zu Gunsten eines Geldgebers eine Grundschuld eintragen. Sie beleihen also Ihr Eigenheim, wie es auch bei einem gewöhnlichen Immobiliendarlehen der Fall wäre. Allerdings gibt es einige wichtige Unterschiede zwischen einem normalen Hypothekenkredit und der Umkehrhypothek.

Ein gravierender Unterschied besteht darin, dass für einen Immobilienkredit normalerweise ein sehr großer Teil des Immobilienwertes als Darlehen vergeben wird. Bei der Umkehrhypothek hingegen erhalten Sie in der Regel nur zwischen 25 bis 30 Prozent des aktuellen Verkehrswertes der Immobilie als Darlehen ausgezahlt. Hat Ihr Haus also beispielsweise einen aktuellen Wert von 150.000 Euro, würden Sie durchschnittlich nur maximal 50.000 Euro Kapital erhalten.

Diese Tatsache wiederum hat zur Folge, dass Sie diese 50.000 Euro zwar anlegen können. Die daraus resultierende monatliche Rente wird (mit Kapitalverzehr) allerdings nicht besonders hoch ausfallen. Zudem ist eine Umkehrhypothek relativ teuer. Dies ist ein weiterer Unterschied zum klassischen Immobilienkredit. Während Sie dort nämlich aktuell Zinsen von zum Teil unter einem Prozent zahlen, sich liegt der Zinssatz bei der Immobilienrente meistens im Bereich zwischen fünf und sieben Prozent.


Wie funktioniert die Immobilienrente im Detail?


Falls Sie sich trotz der angesprochenen Nachteile für eine Umkehrhypothek interessieren, weil Sie zusätzlich zu Ihren vorhandenen Renten weiteres Kapital benötigen, sollten Sie sich zunächst genau informieren, wie Immobilienrente funktioniert. Im Grunde sind es die folgenden Schritte, die zu absolvieren sind:
1. Anbieter miteinander vergleichen

2. Darlehensvertrag abschließen

3. Grundschuld eintragen lassen

4. Auszahlung der Kreditsumme (Immobilienrente)

5. Anlage als Auszahlplan
Eine Besonderheit der Umkehrhypothek - insbesondere im Vergleich zum gewöhnlichen Immobilienkredit - ist übrigens, dass Sie zu weder eine Tilgung leisten noch Zinsen zahlen müssen. Damit ist auch zu begründen, dass eben durchschnittlich nur 25 bis 30 Prozent des Immobilienwertes als Darlehen ausgezahlt werden. Trotzdem entfallen natürlich weder Zinsen noch Tilgung.

Nach Ihrem Tod darf der Kreditgeber Ihr Eigenheim nämlich in sein Eigentum übernehmen. Oft gibt es allerdings zumindest die Option, dass Ihre Erben oder sonstige Familienmitglieder ein Kaufrecht- bzw. Übernahmerecht besitzen. Im Gegenzug erhalten Sie als Immobilieneigentümer ein lebenslanges Wohnrecht, was natürlich vielen Menschen in höherem Alter äußerst wichtig ist.


Was mache ich mit dem erhaltenen Kapital?


Bei einer Umkehrhypothek erhalten Sie, wie bereits erwähnt, einen bestimmten Prozentsatz des aktuellen Wertes Ihrer Immobilie als Darlehen ausgezahlt. Diese einmalige Kapitalsumme müssen Sie anlegen, um daraus dann eine monatliche Rente entnehmen zu können, die Immobilienrente. Besonders geeignet dazu sind sogenannte Renta- und Auszahlpläne. In diesem Fall entscheiden sich für einen Anbieter, der Ihr Kapital zum Beispiel in die folgenden Anlageprodukte investiert:
• Festgelder

• Staatsanleihen

• Geldmarktpapiere
Sie sollten unbedingt darauf achten, dass die Anlage sehr sicher erfolgt. Anschließend wird dem Kapital plus erzielter Erträge ein regelmäßiger Betrag entnommen, zum Beispiel 500 Euro im Monat. Sie müssen zuvor natürlich kalkulieren, für welchen Zeitraum diese zusätzliche Immobilienrente ausreichen soll. Dies ist gar nicht so einfach, denn woher sollen Sie wissen, wie lange Sie noch leben und somit, wie lange das Geld reichen muss?

Daher empfiehlt es sich, entweder mit der durchschnittlichen Lebenserwartung zu arbeiten oder mit einem Sicherheitspolster von fünf bis zehn Jahren zu kalkulieren. Bedenken Sie aber, dass Sie natürlich umso weniger Kapital in Form der Rente Monat für Monat zur Verfügung haben, desto länger das Geld reichen soll.


Gibt es Alternativen zur Immobilienrente?


In unserem Beitrag haben wir mehrfach erwähnt, dass die Umkehrhypothek durchaus einige Nachteile hat. Zu nennen sind hier insbesondere die relativ hohen Zinskosten und die Tatsache, dass die monatliche Zusatzrente nicht besonders hoch ausfallen wird. Daher stellt sich die Frage, ob es nicht Alternativen zur Immobilienrente gibt.

Die beste Alternative wäre natürlich, wenn Sie mit Ihrer gesetzlichen Rente, einer eventuellen Betriebsrente und der privaten Altersvorsorge auskommen würden. Da dies allerdings häufig nicht der Fall ist, gibt es kaum Möglichkeiten, alternativ zur Umkehrhypothek eine zusätzliche Rente zu vereinnahmen. Die grundsätzlich existierenden Alternativen kommen meistens nicht infrage, entweder seitens der Immobilieneigentümer oder der Banken. Es handelt sich dabei um die folgenden vorstellbaren Option:
• Verkauf der Immobilie

• Vermieten des Objektes bzw. eines Teilbereichs

• Gewöhnlichen Immobilienkredit aufnehmen

• Vorhandenes Kapital sehr rentabel, aber damit auch risikoreich, anlegen
Zusammengefasst gibt es leider kaum echte Alternativen zur Umkehrhypothek, wenn Sie einerseits eine schuldenfreie Immobilie besitzen, Ihre Einkünfte im Rentenalter andererseits aber nicht ausreichen. Daher ist es umso wichtiger, die Angebote am Markt zu vergleichen und sich zumindest für eine Immobilienrente zu entscheiden, bei der Rückzahlungsmodalitäten und vor allem der zu zahlende Zins relativ moderat ausfallen.