Indirekte Geldanlage in Immobilien
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Indirekte Geldanlage in Immobilien: Immobilienfonds, Immobilienaktien und Crowdinvesting

Zahlreiche Anleger in Deutschland wissen um die Vorteile, die eine Anlage in Immobilien beinhaltet. Trotzdem entscheiden sich bei Weitem nicht so viele interessierte Investoren letztendlich dafür, ihr Kapital in Immobilien fließen zu lassen. Ein wesentlicher Grund besteht darin, dass zahlreiche Anleger denken, dass sich nur auf direktem Wege in Immobilien investieren lässt, also durch den Kauf von Objekten. Dieser würde allerdings einen erheblichen Kapitalaufwand von in der Regel mindestens 150.000 Euro bedeuten. Es gibt jedoch am Finanzmarkt mehrere Möglichkeiten, wie Sie auch mit weitaus weniger Kapital von den Vorteilen eines Immobilien-Investments profitieren können, nämlich die indirekte Geldanlage in Immobilien.


Was bedeutet indirektes Investment in Immobilien?


Zunächst muss sicherlich Kurs der Begriff indirektes Investment geklärt werden. Von einem direkten Investment in Immobilien wird dann gesprochen, wenn Sie tatsächlich ein Objekt kaufen, also beispielsweise ein Einfamilienhaus, eine Eigentumswohnung oder im gewerblichen Bereich eine Büroimmobilie. Dieses direkte Investment erfordert allerdings einen hohen Kapitalaufwand, der nur selten weniger als 100.000 Euro beträgt. Beim indirekten Investment in Immobilien sieht dies anders aus. Damit ist nämlich gemeint, dass Sie nicht ein einzelnes oder mehrere Objekte erwerben, sondern stattdessen über Umwege in Immobilien investieren.


Indirektes Investment in Immobilien - die Anlagemöglichkeiten im Überblick


Am Anleihemarkt gibt es mittlerweile mehrere Optionen, auf welche Art und Weise Sie ein indirektes Investment in Immobilien nutzen können. Dabei ist im Prinzip für jeden Anleger eine Option vorhanden, angefangen vom Kleinanleger bis hin zum vermögenden Privatanleger oder auch für institutionellen Investoren. Im Überblick werden am Markt derzeit die folgenden Anlagemöglichkeiten offeriert:
• Offene Immobilienfonds

• Geschlossene Immobilienfonds

• Beteiligungen an Immobilienprojekten

• Immobilienaktien

• Crowdinvesting (in Immobilien)
Zu den verschiedenen Anlageformen des direkten Immobilien-Investments möchten wir gerne im Folgenden nähere Informationen geben und auf deren Eigenschaften eingehen.


Offene Immobilienfonds: Für Anleger und Sparer sehr gut geeignet


Eine Option des indirekten Investments in Immobilien, die es schon seit Jahrzehnten am Markt gibt, stellen offene Immobilienfonds muss dar. In diesem Fall erwirbt der Anleger Anteile an einem Immobilienfonds, dessen Portfolio wiederum fast immer aus einer Vielzahl von Immobilien besteht. Diese Art der Investition hat insbesondere für Kleinanleger und sogar Sparer Vorteile, denn meistens können die Anteile schon ab einem Kapitaleinsatz von 50 oder lediglich 25 Euro erworben werden. Zudem ist kein größeres Marktwissen erforderlich, denn der Fondsmanager kümmert sich um die Auswahl der Immobilien und um die Verwaltung des Portfolios. Die entsprechenden Anteile an offenen Immobilienfonds können Sie über eine Bank oder einen Broker kaufen und benötigen dazu lediglich ein Wertpapierdepot, in dem die Fonds anschließend verwaltet werden. Auch die Eröffnung eines Fondssparplans ist alternativ möglich.

In der Übersicht hat ein indirektes Investment in offene Immobilienfonds für Anleger und Sparer folgende Vorteile:
• Geringer Kapitaleinsatz notwendig

• Große Auswahl

• Risikostreuung

• Kapitalbindung lediglich zwei Jahre

• Investieren schon ab 25 Euro

• Auch als Sparplan geeignet
Zu einem Punkt muss sicherlich noch etwas erläutert werden, nämlich zur Kapitalbindung von mindestens zwei Jahren. Diese Regelung gilt seit einigen Jahren und beinhaltet, dass Anteile an offenen Immobilienfonds seitens der Anleger nicht vor zwei Jahren wieder an die Gesellschaft zurückgegeben werden können. Damit wurde einer Entwicklung Rechnung getragen, die darin bestand, dass Investmentgesellschaften bei offenen Immobilienfonds zunehmend in Schwierigkeiten gerieten, weil Anleger vermehrt Kapital abgezogen haben und die Gesellschaften nicht so schnell in der Lage waren, die entsprechenden Immobilien zu verkaufen und so für die benötigte Liquidität zu sorgen.


Anlage in geschlossene Immobilienfonds: Höheres Risiko bei höherer Rendite


Ganz ähnlich wie die Anlage in offene Immobilienfonds klingt die Anlage in geschlossenen Fonds, jedoch ist diese definitiv von dem zuvor beschriebenen Investment zu unterscheiden. Im Prinzip haben das Investment in offene und die Anlage in geschlossene Immobilienfonds kaum Gemeinsamkeiten. Der Anleger geht bei geschlossenen Immobilienfonds ein deutlich höheres Risiko ein, weil nahezu keine Risikostreuung durch Verteilung auf mehrere Projekte und Immobilien stattfindet. Zudem ist die Anlage nicht für Kleinanleger geeignet, denn in der Regel müssen mindestens 10.000 bis 20.000 Euro Mindesteinlage investiert werden. Die Kapitalbindung ist ebenfalls meistens deutlich länger und bewegt sich zwischen mindestens vier und sechs Jahren. Zudem ist ein Totalverlust bei geschlossenen Immobilienfonds nicht ausgeschlossen. Dafür können Anleger allerdings mit einer durchschnittlich besseren Rendite als bei den offenen Immobilienfonds rechnen.

In der Übersicht sind es die folgenden Eigenschaften, durch die sich geschlossene Immobilienfonds auszeichnen:
• Mindesteinlage meistens 10.000 bis 20.000 Euro

• Nicht für Sparer und Kleinanleger geeignet

• Keine oder nur geringe Risikostreuung

• Kapitalbindung oftmals mindestens vier bis sechs Jahre

• Totalverlust möglich

• Durchschnittlich guter Rendite

Investieren in Immobilienprojekte: vorrangig für professionelle Anleger


Eine weitere indirekte Investitionsmöglichkeit in Immobilien ähnelt sehr dem zuvor beschriebenen Investment in geschlossenen Fonds. Es handelt sich um Beteiligungen an Immobilienprojekten. In diesem Fall suchen bestimmte Unternehmen Kapital, um davon Immobilienprojekte zu finanzieren, beispielsweise das Errichten eines Einkaufszentrums oder den Bau eines Wohnquartiers. Solche Projekte laufen oft abseits der geregelten Märkte statt, was für den Anleger ein besonderes Risiko bedeutet.

Aus diesem Grund sollten auch nur solche Investoren diese Möglichkeit nutzen, die sich am Immobilienmarkt gut auskennen, denn es ist viel eigenes Wissen und Eigeninitiative gefordert. Von den Eigenschaften her unterscheiden sich diese Beteiligungen meistens nicht besonders von den geschlossenen Immobilienfonds. Dies bedeutet auch, dass ein Totalverlust nicht ausgeschlossen ist, die Kapitalbindung ist meistens mittel- bis langfristig und Anleger sollten in der Regel mindestens 10.000 bis 20.000 Euro investieren können.


Immobilienaktien: Sehr indirektes Investment in Immobilien


Das sicherlich indirekteste Investment in Immobilien ist der Kauf sogenannter Immobilienaktien. Dies sind Anteilscheine von Unternehmen, die ihrerseits mit dem Immobilienmarkt zu tun haben bzw. deren Geschäftstätigkeit eng mit Immobilien verbunden ist. Dabei kann es sich beispielsweise um große Immobilienmakler, um Wohnungsbaugesellschaften oder auch um Unternehmen handeln, deren Geschäftstätigkeit im An- und Verkauf von Immobilien besteht. Im Grunde entscheiden Sie sich in diesem Fall also für eine gewöhnliche Aktienanlage, bei der die Kursentwicklung des Wertpapiers mit einigen weiteren Einflussfaktoren außer den Preissteigerungen oder eventuellen Preisrückgängen am Immobilienmarkt ausgestattet ist.


Crowdinvesting in Immobilien: Eine moderne Anlageform für alle Anleger


Eine Form des indirekten Investments in Immobilien, die im Prinzip für alle Anlegertypen geeignet ist, ist das Crowdinvesting in Immobilien. Dies wird über bestimmte Crowdinvesting-Plattformen realisiert, die vielleicht bereits aus anderen Bereichen bekannt sind. Auf der Plattform selbst werden unzählige Immobilienprojekte vorgestellt, bei denen noch Kapital benötigt wird. So können Sie als Anleger gezielt Projekte auswählen und Kapital vor allen Dingen verteilen, um so eine Risikostreuung vorzunehmen. Vorteilhaft ist zudem, dass die Projektauswahl meistens schon ab wenigen Hundert Euro Investitionskapital möglich ist. Als Nachteil ist vor allem anzuführen, dass auch bei diesem Investment Verluste nicht ausgeschlossen werden können. Daher ist es definitiv empfehlenswert, dass Sie Ihr Kapital auf mehrere Projekte verteilen und so eine Diversifikation vornehmen. Dann jedoch ist das Crowdinvesting in Immobilien für zahlreiche Anleger und Anlegertypen geeignet.