Immobilienanlage schon mit wenig Kapital
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Immobilienanlage schon mit wenig Kapital - das Crowdinvesting in Immobilien

Immobilien sind für zahlreiche Anleger zwar einerseits eine durchaus interessante Kapitalanlage. Zum anderen besteht ein Problem allerdings darin, dass für ein direktes Investment viel Kapital zur Verfügung stehen muss. Anleger benötigen dann fast immer mehr als 100.000 Euro, wenn sie zum Beispiel ein Ein- oder Zweifamilienhaus erwerben möchten, um dieses anschließend zu vermieten oder nach einigen Jahren wieder mit Gewinn zu veräußern. Was viele Anleger jedoch nicht wissen: Es gibt mittlerweile am Markt eine Möglichkeit, wie die Kapitalanlage in Immobilien selbst mit einem relativ kleinen Geldbeutel möglich ist: Crowdinvesting in Immobilien.


Direktes Investment oder Immobilienfonds als bisherige Alternativen


Wer bisher in Immobilien investieren wollte, der musste vor allem auf ein direktes Investment zurückgreifen. Dies bedeutet, dass eine Privat- oder Gewerbeimmobilie gekauft werden musste, um diese anschließend als Einnahmequelle und somit als Investment zu nutzen. Wie eingangs bereits erwähnt, ist eine solche Anlage in Immobilien für zahlreiche Anleger jedoch nicht realisierbar, weil Kapital von mindestens 100.000 Euro notwendig wäre.

Als Alternative kommen bisher zumindest offene oder geschlossene Immobilienfonds infrage. Bei den geschlossenen Immobilienfonds ist es allerdings wiederum ebenfalls so, dass eine höhere Kapitalsumme vorhanden sein muss. Die Mindesteinlage beträgt bei geschlossenen Immobilienfonds oder auch geschlossenen Beteiligungen in Immobilien nämlich oftmals 20.000 Euro. Lediglich offene Fonds sind bisher auch für Kleinanleger und Sparer geeignet, denn dort ist die Anlage häufig schon ab 25 oder 50 Euro möglich, mitunter sogar im Rahmen eines Fondssparplans. Der Nachteil besteht allerdings darin, dass es seit einiger Zeit eine Mindesthaltedauer für Anteile an offenen Immobilienfonds gibt, die zwei Jahre beträgt. Anleger kommen also für diesen Zeitraum nicht an ihr Geld, was wiederum nicht wenige Kunden abschreckt, die Alternative offene Fonds zu nutzen.


Worum handelt es sich beim Crowdinvesting?


Bevor explizit auf das Crowdinvesting in Immobilien eingehen, möchten wir gerne erläutern, worum sich beim Crowdinvesting generell handelt. Vermutlich ist Ihnen statt Crowdinvesting der Begriff Crowdfunding etwas geläufiger, weil dieses zum einen häufiger genutzt wird und zum anderen etwas länger am Markt existiert. Das Crowdfunding beinhaltet als Schwarmfinanzierung vor allem, dass gemeinnützige oder ökologische Projekte auf einer bestimmten Plattform vorgestellt werden, bei denen noch finanziellen Mittel fehlen. Interessierte Anleger können dann ihr Kapital zur Verfügung stellen, sodass die Projekte realisiert werden können. Nicht selten steht tatsächlich der gemeinnützige Gedanke beim Crowdfunding im Vordergrund, was allerdings mitunter dazu führt, dass die Renditen nicht besonders attraktiv oder zum Teil gar nicht vorhanden sind.

Das Crowdinvesting ist mittlerweile eine spezielle Variante der Crowdfunding-Plattformen geworden. Hier steht nicht ein gemeinnütziger oder ökologischer Gedanke im Vordergrund, sondern stattdessen tatsächlich die Finanzierung gewerblicher Projekte und auf der anderen Seite natürlich auch die Gewinnerzielungsabsicht aufseiten der Anleger. Daraus resultiert unter anderem, dass sich mittels Crowdinvesting für Investoren eine teilweise sehr gute Rendite erzielen lässt. Die Funktionsweise ist allerdings identisch mit der des Crowdfunding. Dies bedeutet, dass Sie sich als interessierter Anleger auf einer Plattform registrieren, nach geeigneten Projekten suchen und Ihr Investitionskapital dann zur Verfügung stellen. In der Folge erhalten Sie meistens eine vierteljährliche oder jährliche Auszahlung des Ertrages nebst der Rückführung Ihres Kapitals.


Wie funktioniert das Crowdinvesting in Immobilien?


Beim Crowdinvesting in Immobilien stehen Projekte im Immobilienbereich im Vordergrund. Es suchen also vorwiegend Unternehmen nach privaten Kapitalgebern, die am Immobilienmarkt aktiv sind und dort ein Projekt realisieren möchten. Dabei kann es sich zum Beispiel um eines der folgenden Vorhaben handelt, das für die Crowdinvesting-Plattform und durch das „Einsammeln“ von Kapital realisiert werden soll:
• Bau eines Einkaufszentrums

• Errichtung eines Wohnquartiers

• Hotelbau

• Sonstige Gewerbeimmobilien-Projekte
In den meisten Fällen handelt es sich also um gewerbliche Projekte, die über die Crowdinvesting-Plattform finanziert werden sollen. Manchmal werden allerdings auch private Projekte im Immobilienbereich veröffentlicht, wenn zum Beispiel Bauherren oder Kaufwillige den Traum vom Eigenheim realisieren möchten. Selbst dann ist das Crowdinvesting eine geeignete Finanzierungsmöglichkeit, insbesondere dann, wenn kein Bankkredit zur Verfügung steht.


Welche Vor- und Nachteile hat das Crowdinvesting in Immobilien für Anleger?


Das Crowdinvesting in Immobilien ist eine noch recht junge und moderne Anlageform, die für immer mehr Anleger eine echte Alternative zu den klassischen Investitionsmöglichkeiten wie Direktkauf oder Immobilienfonds darstellt. Daher ist es durchaus interessant, die Vor- und Nachteile zu kennen, die mit dem Crowdinvesting in Immobilien verbunden sind.

Als Vorteil sind insbesondere die folgenden Eigenschaften und Merkmale anzuführen:
• Für Anleger mit kleinerem und größerem Geldbeutel geeignet

• Sehr interessante Geldanlage

• Teilweise gute Renditen

• Flexible Auswahlmöglichkeiten

• Risiko (in Grenzen) selbst bestimmen

• Diversifikation problemlos möglich
Interessant ist das Crowdinvesting in Immobilien naturgemäß vor allem für Anleger, die sich weder den Direktkauf von Objekten noch geschlossene Immobilienfonds leisten können, da zu wenig Investitionskapital zur Verfügung steht. Je nach Crowdinvesting-Plattform ist es nämlich beim Crowdinvesting in Immobilien oftmals schon ab 200 oder 500 Euro möglich, als Kapitalgeber für bestimmte Projekte aufzutreten. Im Grunde kann diese Anlageform sogar von Sparern genutzt werden, indem man beispielsweise Monat für Monat 250 Euro gezielt in ein Immobilienprojekt investiert. Ebenfalls als Vorteil ist die öfter gute Rendite aufzuführen und natürlich auch die Flexibilität, die bei der Auswahl an Projekten besteht.

Beim Crowdinvesting in Immobilien gibt es allerdings nicht nur Vorteile, sondern Anleger sollten ebenso Nachteile kennen, die insbesondere im Hinblick auf die Sicherheit dieser Anlageform nicht unerheblich sind. Ein Nachteil besteht darin, dass Sie mittels Crowdinvesting tatsächlich immer in ein einzelnes Immobilienprojekt investieren. Daher ist das Risiko durchaus nicht gering, dass der Kreditnehmer das von Ihnen zur Verfügung gestellte Kapital nicht in vollem Umfang zurückzahlen kann. Allerdings existieren auf den meisten Plattformen mittlerweile sogenannte Anlegerpools, die zumindest einen Teil des möglichen Ausfalls abfangen.

Einen weiteren Nachteil sehen nicht wenige Anleger darin, dass man sich etwas intensiver mit der Materie, also dem einzelnen Projekt, beschäftigen sollte. Diesen Zeitaufwand möchten viele Anleger nicht haben, allerdings bieten Crowdinvesting-Plattformen dafür eine Lösung an, nämlich indem das Kapital des Anlegers ähnlich einer Vermögensverwaltung seitens der Plattform auf mehrere Projekte verteilt wird. Dadurch lässt sich gleichzeitig eine gute Diversifikation erzielen, sodass es sich für die Anleger um einen definitiv interessanten Service handelt.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass Crowdinvesting in Immobilien tatsächlich eine interessante Alternative am Markt ist. Für viele Anleger handelt es sich um eine geeignete Kapitalanlage, allerdings sollten Sie im Hinterkopf haben, dass es sich - auch bei einer ausreichenden Diversifikation - nicht um eine risikolose Investition handelt.