Verlustrisiko bei Aktien begrenzen
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Verlustrisiko bei Aktien begrenzen - diese Maßnahmen greifen

Nach wie vor gibt es viele Anleger in Deutschland, die Aktien zwar einerseits interessant finden, sich aber dennoch nicht an ein Investment in die Wertpapiere herantrauen. Ein Hauptgrund sind die bei Zeiten volatilen Börsen, die durchaus den Eindruck vermitteln können, dass Verluste bei Aktiengeschäften an der Tagesordnung sind. Dieser Eindruck täuscht allerdings insoweit, als dass sich mit Aktien langfristig nach wie vor sehr gute Renditen erzielen lassen. Darüber hinaus gibt es einige Maßnahmen, die jeder Anleger selbst treffen kann, um das Verlustrisiko zu begrenzen, welches bei einem Aktien-Investment definitiv besteht.


Welche Risiken existieren bei der Anlage in Aktien?


Um Risiken zu vermeiden oder zumindest zu minimieren, muss man natürlich zuvor wissen, mit welchem Anlagerisiko Aktien eigentlich behaftet sind. Je nachdem, für welche Wertpapiere Sie sich entscheiden, kann es grundsätzlich zu den folgenden Risiken kommen:
• Kursrisiko

• Emittentenrisiko

• Ertragsrisiko

• Währungsrisiko
Das Kursrisiko ist sicherlich die Gefahr, an welche die meisten Anleger bei einer Aktienanlage zuerst denken. Darüber hinaus gibt es immer ein Emittentenrisiko, denn natürlich kann nie zu 100 Prozent ausgeschlossen werden, dass die jeweilige Aktiengesellschaft zahlungsunfähig wird und Insolvenz anmelden muss. Ein Ertragsrisiko gibt es bei Aktien ebenfalls immer, denn weder der Kursgewinn kann prognostiziert werden noch ist gewiss, in welcher Höhe eine Dividende gezahlt wird, falls überhaupt eine Dividendenzahlung erfolgt. Ein Währungsrisiko müssen Sie bei Aktien nur dann beachten, wenn Sie sich für einen Titel entscheiden, der an der Börse nicht in Euro notiert wird.


Maßnahme 1: Diversifikation


Die wohl wichtigste Maßnahme, um die Verluste bei einem Aktieninvestment bezogen auf das eigene Portfolio zu reduzieren, ist die Diversifikation. Sie kann von jedem Anlegern durchgeführt werden, erfordert keine besonderen Kenntnisse, ist aber dennoch sehr effektiv. Diversifikation bedeutet, dass Sie Ihr Kapital keinesfalls nur ein einen Aktientitel investieren, sondern es sollten mindestens fünf unterschiedliche Aktien sein, bestenfalls aus verschiedenen Branchen, Ländern und Regionen. Um so größer die Unterschiede zwischen den Aktien sind, desto geringer ist nämlich die Gefahr, dass bei einem Kursrutsch an der Börse alle Aktien aus Ihrem Portfolio betroffen sind.

Falls Sie keine Zeit haben oder es sich nicht zutrauen, selbst verschiedene Aktenwerte für eine Diversifikation auszuwählen, gibt es natürlich alternativ die Möglichkeit, indirekt in Aktien zu investieren. Dies bedeutet, dass Sie selbst keine Aktien an der Börse kaufen, sondern stattdessen eines der folgenden Anlageprodukte in Anspruch nehmen:
• Aktienfonds

• Gemischter Fonds

• ETF
Bei ETFs investieren Sie zum Beispiel in einen bestimmten Index und somit wiederum indirekt in verschiedene Aktien. Bei einem DAX-ETF zum Beispiel besteht das Portfolio des Fonds aus den 30 DAX-Aktien, in die Sie indirekt durch den Kauf der Fondsanteile investieren. So erzielen Sie natürlich gleichzeitig eine sehr breite Risikostreuung.


Maßnahme 2: Stabile Aktienwerte auswählen


Es sind durchaus nicht alle Aktien gleich, was deren Kurs- und vor allem Emittentenrisiko angeht. Natürlich ist es unwahrscheinlicher, dass die Aktie eines großen DAX-Konzerns einen großen Kurseinbruch erleidet oder die Gesellschaft gar Insolvenz anmelden muss, als wenn Sie sich für einen kleineren ausländischen Nebenwert aus Asien entscheiden. Stabile Aktienwerte zu wählen, kann also definitiv dazu beitragen, das Gesamtrisiko zu reduzieren. Also Orientierungshilfe dienen zum Beispiel Aktien aus den Leitindizes des jeweiligen Landes oder auch die sogenannten Dividendentitel, die sich durch eine langjährig gute Dividendenrendite auszeichnen können.

Falls Sie bewusst Aktien wählen möchten, die im Leitindex des Landes vertreten sind, kommen zum Beispiel Aktientitel aus den folgenden Indizes infrage:
• Deutscher Aktienindex (DAX)

• Dow-Jones Index

• Euro Stoxx 50 Index
Auch in diesem Fall besteht natürlich neben dem Direktinvestment wieder die Option, mittels aktiv gemanagter Fonds oder ETFs indirekt in bestimmte Aktienwerte zu investieren.


Maßnahme 3: Chart- und Fundamentalanalyse durchführen


Die dritte Maßnahme, um Verluste bei Aktiengeschäften zu verringern oder im Idealfall sogar gänzlich zu vermeiden, sind die Analysen der Wertpapiere. Es gibt zum einen die Chart- und zum anderen die Fundamentalanalyse. Allerdings handelt es sich hier um eine Maßnahme, die eher für erfahrene Anleger gedacht ist, die sich sehr gut an der Börse und eben mit den Analysemethoden auskennen. Eigentlich führen nämlich vorrangig die Analysten solche Bewertungen durch. Wer sich jedoch als Anleger etwas mit einigen Kennzahlen der Fundamentalanalyse und der Charttechnik beschäftigt, der kann auf diese Weise ebenfalls versuchen einzuschätzen, wie sich der Kurs einer bestimmten Aktie in der Zukunft entwickeln könnte.


Maßnahme 4: Stop-Loss Order erteilen


Eine weitere Maßnahme, die ebenfalls dabei helfen kann, das Verlustrisiko bei Aktien zu begrenzen, ist das Erteilen einer sogenannten Stop-Loss Order. Es handelt sich dabei um einen Auftrag, den der Anleger seiner Bank oder dem Broker erteilt, bei dem er das Wertpapierdepot führen lässt und in dem sich die Aktien befinden, auf die sich die Order beziehen soll. Mit der Stop-Loss Order gibt der Kunde vor, dass eine Aktienposition automatisch aufgelöst wird, wenn der aktuelle Kurs des Wertpapiers einen bestimmten Punkt erreicht, nachdem er gefallen ist. Was sehr theoretisch klingt, lässt sich gut an einem Praxisbeispiel verdeutlichen.

Angenommen, Sie haben vor sechs Monaten 100 Telekom-Aktien zu einem Preis von 12,50 Euro erworben und möchten diese Position nun gegen hohe Verluste absichern. Im Beispiel ergeben sich nun die folgenden Daten und Zahlen:
• Aktien: 100 Telekom

• Kaufpreis: 12 Euro je Aktie

• Aktueller Kurs: 15 Euro

• Stop-Loss Order: 13,20 Euro
In diesem Fall haben Sie momentan mit den Telekom-Aktien bereits einen Gewinn erzielt, nämlich von insgesamt 300 Euro. Einen Teil dieses Gewinns können Sie durch das Erteilen der Stop-Loss Order absichern und damit natürlich gleichzeitig verhindern, dass Sie mit dieser Position in der Zukunft vielleicht doch noch Verluste erleiden. Sollte der Kurs der Telekom Aktien nämlich von aktuell 15 Euro auf mindestens 13,20 Euro fallen, werden die Aktien automatisch verkauft. Im Beispiel hätten Sie sich dann immerhin noch einen Gewinn von zehn Prozent gesichert und sind der Gefahr aus dem Weg gegangen, eventuell zukünftig bei weiter fallenden Kursen einen Verlust zu erleiden.


Fazit: Verschiedene Optionen für Anleger, um Verluste zu begrenzen


Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es mehrere Optionen für Anleger gibt, um Verluste beim Aktien-Investment zu begrenzen. Dazu zählt insbesondere die Diversifikation, die Auswahl stabiler Aktien, das Durchführen der Chart- und Fundamentalanalyse sowie das Erteilen einer Stop-Loss Order. Natürlich ist bei allen Maßnahmen nicht garantiert, dass keine Verluste entstehen, aber die Gefahr ist auf jeden Fall geringer, als wenn Sie gar keine Absicherungsmaßnahmen ergreifen. Die wichtigste „Maßnahme“ ist übrigens, einen langfristigen Anlagehorizont zu haben, denn statistisch fällt das Risiko von Verlusten beim Handel von Aktien nahezu von Jahr zu Jahr, an dem Sie die Wertpapiere länger im Depot halten.