Sichere Geldanlagen
© domoskanonos / Fotolia.com.

Sichere Geldanlagen - Festgeld & Co. auch in der Niedrigzinsphase beliebt

Die deutschen Anleger legen in der Niedrigzinsphase ein teilweise sehr erstaunliches Verhalten an den Tag. So haben die Bundesbürger nach wie vor über eine Billion Euro auf Konten deponiert, die mittlerweile nur noch einen sehr geringen Ertrag abwerfen. Gemeint sind damit in erster Linie Sparkonten, Tagesgeld- und Festgeldkonten. Diese sicheren Geldanlagen sind selbst in der Niedrigzinsphase beliebt, obwohl sie eine Verzinsung beinhalten, die weit unterhalb der Inflationsrate liegt. Wir möchten im folgenden Beitrag diesem Phänomen auf den Grund gehen und Sie unter anderem darüber informieren, warum diese klassischen Anlageformen trotz geringster Zinsen gefragt sind.


Die aktuelle Zinssituation am Kapitalmarkt


Um zu verstehen, warum Tagesgeld, Festgeld und Spareinlagen erstaunlicherweise aktuell noch sehr umfangreich von den deutschen Anlegern genutzt werden, muss man wissen, wie sich die Zinssituation am Markt allgemein gestaltet. Diese wird dadurch bestimmt, dass die EZB-Leitzinsen auf einem historisch niedrigen Niveau von 0,0 Prozent angelangt sind. Dies wiederum hat die Auswirkung, dass sämtliche Kapitalmarktzinsen ebenfalls sehr gering sind. Es gibt in Deutschland faktisch keine Bank mehr, die auf dem Tages- oder Festgeldkonto einen Zinssatz von mehr als einem Prozent anbieten will, es sei denn, der Kunde legt sein Kapital beispielsweise für zehn Jahre auf einem Festgeldkonto an. Für Laufzeiten bis zu fünf Jahre oder auf dem auf dem Tagesgeldkonto bewegen sich die Zinsen hingegen im Durchschnitt lediglich noch zwischen 0,2 und 0,6 Prozent. Da die Inflationsrate mittlerweile allerdings wieder bei über 1,5 Prozent angelangt ist, erleiden Anleger reale Kapitalverluste von durchschnittlich über einem Prozent pro Jahr, wenn sie sich für eines der folgenden Anlageprodukte entscheiden:
• Sparkonto

• Tagesgeldkonto

• Festgeldkonto

• Geldmarktfonds

• Bundeswertpapiere
Diese Anlageformen gelten zwar alle als äußerst sicher und zählen zur Risikoklasse I, werfen aber eben nur eine sehr geringe Rendite ab.


Warum sind Tagesgeld & Co. selbst in der Niedrigzinsphase beliebt?


Experten geben eine relativ einfache Antwort darauf, wenn sie gefragt werden, warum die deutschen Anleger auch in der aktuellen Zinssituation über eine Billion Euro auf Tagesgeld-, Festgeld- und Girokonten nebst Spareinlagen deponiert haben. Die Antwort lautet natürlich, dass die Deutschen ein extrem hohes Sicherheitsbedürfnis haben. Vielen Anlegern ist es daher wichtiger, dass sie Kapitalverluste beim Investment ausschließen können, statt eine zumindest akzeptable Rendite zu erzielen. Anders ist es nicht zu erklären, dass die zuvor genannten Anlageformen trotz geringster Zinsen nach wie vor eine sehr große Rolle spielen. Dabei ist es unter anderem entscheidend, dass sowohl Tages- und Festgelder als auch Spareinlagen in den Bereich der gesetzlichen Einlagensicherung fallen. Damit ist gewährleistet, dass selbst bei einer Insolvenz der kontoführenden Bank bis zu einem Betrag von mindestens 100.000 Euro pro Kunde keine Verluste entstehen können. Aber auch die Einfachheit der Finanzprodukte in einer immer komplexer werdenden Anlagewelt ist sicherlich für nicht wenige Kunden ein Grund, sich nach wie vor für klassische Anlagekonten zu entscheiden.


Plattformen mit ausländischen Zinsangeboten liegen voll im Trend


Nicht alle Anleger aus Deutschland, die sich bewusst für ein Festgeld- oder Tagesgeldkonto entscheiden, geben sich allerdings mit den geringsten Zinsen von 0,2 oder 0,3 Prozent zufrieden. Aus diesem Grund boomen bestimmte Zinsplattformen, die einen Zugang zu ausländischen Zinsangeboten ermöglichen. In diesem Fall legen die Kunden ihr Geld nicht auf einem Tages- oder Festgeldkonto einer deutschen Bank an, sondern entscheiden sich bewusst für die Zinsanlage im Ausland. Die entsprechenden Plattformen geben Kunden beispielsweise die Möglichkeit, Festgeld, Tagesgeld oder Spareinlagen oder von Banken zu nutzen, die in den folgenden Ländern ansässig sind:
• Italien

• Griechenland

• Türkei

• Rumänien
Diese Zinsangebote unterscheiden sich von den klassischen Geldanlagen, die von deutschen Banken zur Verfügung gestellt werden, insbesondere durch einen etwas höheren Zinssatz. Dieser liegt zwar meistens auch nicht bei mehr als zwei Prozent, aber immerhin können Anleger somit unter Umständen eine Verzinsung von immerhin etwas mehr als einem Prozent pro Jahr erhalten. Allerdings muss man wissen, dass diese Anlagen im Ausland zum Teil etwas risikoreicher als in Deutschland sind. In den meisten Fällen handelt sich zwar um Länder, die zur EU oder sogar zur Eurozone gehören, sodass Guthaben auch durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt sind. Dies ist aber nicht bei allen Ländern der Fall, sodass Anleger individuell prüfen sollten, ob tatsächlich eine gesetzliche oder sogar zusätzliche private Einlagensicherung vorhanden ist.


Festgeldanlage: Welche Laufzeit ist sinnvoll?


Wer sich trotz niedriger Zinsen bewusst für eine Festgeldanlage entscheidet, der steht allerdings vor der Frage, für welchen Zeitraum er sein Geld festschreiben soll. Fakt ist, dass zumindest etwas höhere Zinsen auf einem Festgeldkonto seitens der Banken nur dann gezahlt werden, wenn der Kunde sein Kapital mindestens 4-5 Jahre festlegt. Allerdings bindet sich der Anleger dann natürlich für diesen Zeitraum an die ohnehin sehr geringen Zinsen und verpasst damit die Chance, sein Geld etwas rentabler anzulegen, falls die Zinsen am Kapitalmarkt in den kommenden Jahren doch einmal wieder steigen sollten. Daher stellt sich die berechtigte Frage, für welche Laufzeit man sich entscheiden sollte, wenn man schon eine Festgeldanlage Welt.

Diese Entscheidung ist sicherlich sehr individuell, denn es kommt auch darauf an, welchen Zeitraum der Anleger sein Geld überhaupt entbehren kann oder möchte. Ein guter Mittelweg ist es aktuell sicherlich, wenn man eine Festlegedauer von bis zu zwei Jahren wählt. Experten gehen nämlich nicht davon aus, dass sich die Zinsen am Kapitalmarkt in den kommenden ein bis zwei Jahren signifikant erhöhen, sodass der Anleger dann auf dem Festgeldkonto zumindest einen etwas höheren Zinssatz mitnehmen kann. Länger als zwei Jahre sollte man sein Kapital auf dem Festgeldkonto allerdings nicht anlegen, denn dann ist einfach die Gefahr zu groß, dass die Zinsen bis zum Zeitpunkt der Fälligkeit bereits wieder deutlich angestiegen sind.


Wie wird die Entwicklung der klassischen Geldanlagen aussehen?


Noch vor zwei Jahren stellte sich Anleger sogar die Frage, ob klassische Anlageformen wie Festgeld, Tagesgeld oder Sparkonto eher Auslaufmodelle sind. Trotz niedriger Zinsen haben sich diese Anlageprodukte jedoch weiterhin am Markt durchgesetzt. Sollten die Zinsen allgemein wieder steigen, was sicherlich der Fall wäre, wenn die Europäische Zentralbank den Leitzins anhebt, rechnen die meisten Fachleute sogar damit, dass Tagesgeld, Festgeld und Spareinlagen zunehmend nachgefragt werden. Es ist also davon auszugehen, dass diese Anlageprodukte bald noch beliebter werden, und es diese klassischen Geldanlagen sicherlich auch noch in 5, 10 und 20 Jahren am Markt geben wird, da es keine großen Alternativen gibt, wenn Anleger ihr Kapital absolut sicher investieren möchten.