Online-Vermögensverwaltungen
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Online-Vermögensverwaltungen - Robo-Advisors liegen im Trend

Am Finanzmarkt ist es nichts Ungewöhnliches, dass von Zeit zu Zeit ein neues Produkt oder eine neue Art von Anbietern auftaucht. Seit mittlerweile etwa zwei Jahren existiert im Anlagebereich ein neuer Trend, den die Online-Vermögensverwalter repräsentieren. Die sogenannten Robo-Advisors bieten Anlegern und immer häufiger auch Sparern einige Vorteile, insbesondere wenn das Angebot mit dem einer klassischen Vermögensverwaltung verglichen wird, die oft von den Banken angeboten wird. Doch was genau sind eigentlich diese Robo-Advisors, was zeichnet sie aus, welche Konditionen sollten Anleger beachten und worin bestehen die Unterschiede zwischen den mittlerweile über 20 Anbietern am Markt?


Robo-Advisors: Nicht alle sind Online-Vermögensverwalter


Zunächst einmal ist es wichtig zu erläutern, dass Robo-Advisors nicht grundsätzlich mit Online-Vermögensverwalter gleichzusetzen ist. Die am Markt auftretenden digitalen Anbieter lassen sich nämlich in zwei große Gruppen einteilen: Finanzanlagenvermittler und Online-Vermögensverwalter. Insbesondere die ersten Robo-Advisors, die am Markt auftraten, waren vorrangig Finanzanlagenvermittler nach Paragraph 34f GewO. Dies bedeutet, dass sie nicht die Befugnis hatten und haben, die Verwaltung von Kundengeldern zu übernehmen. Stattdessen schlagen die Finanzanlagenvermittler meistens Strategien vor, stellen bestimmte Portfolios zur Verfügung, aber der Anleger muss selbst entscheiden, worin er sein Kapital letztendlich investieren möchte.

Anders stellt sich die Situation der mittlerweile größeren Gruppe von Robo-Advisors dar, nämlich den „echten“ Online-Vermögensverwaltern. Diese haben eine Erlaubnis der BaFin und sind somit befugt, tatsächlich das Vermögen der Kunde zu verwalten, wenn auch vollkommen digital. Die meisten Anleger setzen heutzutage Robo-Advisors mit solchen digitalen Vermögensverwaltungen gleich, denn deren Intention besteht vornehmlich darin, dass sich Profis um die Verwaltung des Vermögens kümmern.


Worin bestehen die Unterschiede zwischen klassischen und digitalen Vermögensverwaltern?


Da mittlerweile bei den Robo-Advisors die Online-Vermögensverwalter in der Mehrheit sind und sich Kunden vor allem für dieses Angebot interessieren, möchten wir in den folgenden Abschnitten ausschließlich auf diese Gruppe von Robo-Advisors eingehen. Dabei stellt sich eine wichtige Frage, natürlich auch für die Anleger: Worin unterscheiden sich eigentlich klassische und digitale Vermögensverwaltungen im Detail? In der Übersicht sind es insbesondere die folgenden Teile des Angebotes, in denen sich die Vermögensverwaltungen der Banken oder private Vermögensverwalter klassischer Natur von den Online-Vermögensverwaltern in Form der Robo-Advisors unterscheiden:
• Vor-Ort-Betreuung vs. digitale Verwaltung (online)

• Kundenstruktur

• Basis für Strategien

• Mindesteinlage

• Kosten
In diesen fünf Hauptkategorien gibt es zum Teil deutliche Unterschiede zwischen der klassischen und der digitalen Vermögensverwaltung. Dass Robo-Advisors ausschließlich online agieren, ist nicht nur keine Neuigkeit, sondern wird von den Kunden oft bevorzugt. Allerdings gibt es natürlich nach wie vor auch Anleger, die nicht auf eine persönliche Betreuung vor Ort verzichten möchten, wie sie die klassische Vermögensverwaltung oft bieten kann. Daraus ergibt sich durchaus eine etwas unterschiedliche Kundenstruktur, die allerdings nicht unbedingt repräsentativ für klassische oder digitale Vermögensverwaltungen an sich ist.

Deutliche Unterschiede gibt es insbesondere bei den Konditionen, nämlich im Hinblick auf die durchschnittliche Mindesteinlage bzw. das Vermögen, dass Anleger als Minimum einbringen müssen. Aber auch bei den Kosten zeigen sich Unterschiede, auf die wir im Folgenden noch näher eingehen werden. Bei der Mindestanlagesumme ist es so, dass klassische Vermögensverwaltungen hier oftmals einen Betrag von 500.000 Euro aufwärts „fordern“, damit Anleger das Angebot der Verwaltung Ihres Vermögens überhaupt nutzen können. Diese Anlagesummen sind bei den Robo-Advisors zum Teil deutlich niedriger und bewegen sich durchschnittlich zwischen 5.000 und 10.000 Euro.


Die Kosten als eine der Stärken der Robo-Advisors


Wie zuvor angekündigt, möchten wir dieser Stelle etwas näher auf einen großen Unterschied zwischen der klassischen Vermögensverwaltung und den Online-Vermögensverwaltungen eingehen, nämlich auf die Kosten. Bei der klassischen Vermögensverwaltung ist es nicht selten der Fall, dass der Anleger zwei Prozent und darüber hinaus seines Kapitals als jährliche Gebühr an den Anbieter zahlen muss. Bei einem Vermögen von beispielsweise 500.000 Euro sind dies immerhin stattliche 10.000 Euro pro Jahr, die der Anleger zum Teil an den Vermögensverwalter zahlt. Die Kostenstruktur der digitalen Vermögensverwalter ist für den Kunden deutlich positiver, was natürlich auch daran liegt, dass die Anbieter ausschließlich online und somit kostensparend agieren. Durchschnittlich bewegen sich die Gebühren, oftmals in Form einer pauschalen Service-Fee, zwischen 0,7 und 1,3 Prozent. Damit sind Robo-Advisors teilweise mehr als 50 Prozent preiswerter als manche klassischen Vermögensverwaltungen.


Wie funktionieren Robo-Advisors für den Anleger?


Bevor Sie sich dafür entscheiden, Ihr Vermögen einem Robo-Advisor anzuvertrauen, sollten Sie grundsätzlich darüber Bescheid wissen, wie die Online-Vermögensverwalter eigentlich funktionieren. In aller Regel haben die Anbieter den folgenden Ablauf gemeinsam:
1. Registrierung/Anmeldung beim Robo-Advisor

2. Onboarding durchführen (Online-Fragebogen)

3. Strategien und Portfolio Angebot des Robo-Advisors

4. Anleger entscheidet sich für Portfolio

5. Anlagesumme wird transferiert

6. Reporting und Vermögensverwaltung durch Robo-Advisors
Interessant ist insbesondere das sogenannte Onboarding. Dabei handelt es sich um eine Befragung des Kunden, die es insbesondere zum Ziel hat, dessen bisherige Erfahrungen mit Kapitaleinlagen zu erfahren, welches Vermögen er hat, wie seine Einstellung zu Rendite sowie Risiko ist und noch weitere Dinge zu erfahren. In der Summe dienen die Angaben dem Robo-Advisor dazu, das möglichst optimale Portfolio vorschlagen zu können.


Unterschiede zwischen den einzelnen Robo-Advisors


Größere Unterschiede gibt es nicht nur zwischen der klassischen und der digitalen Vermögensverwaltung, sondern auch die einzelnen Robo-Advisors sind zum Teil anders als Mitbewerber aufgestellt. So gibt es zum Beispiel einige Online-Vermögensverwalter, die ausschließlich oder zum großen Teil auf Grundlage eines finanzmathematischen Algorithmus arbeiten, während insbesondere im letzten Jahr vermehrt digitale Vermögensverwalter am Markt aufgetreten sind, die einen sogenannten hybriden Ansatz verfolgen.

Dabei besteht ein Mix aus einer technischen Komponente (Analyse durch Computerprogramme) sowie einem Vermögensverwalter aus Fleisch und Blut, der sein Fachwissen einfließen lässt. Darüber hinaus lassen sich die Robo-Advisors danach einteilen, ob sie eine eher aktive oder passive Strategie verfolgen. Ferner gibt es Unterschiede, welche Finanzprodukte die Vermögensverwalter nutzen, wie zum Beispiel ETFs, aktiv gemanagte Fonds, Aktien oder zum Teil weitere Finanzprodukte, wie zum Beispiel Rohstoffe. Hinsichtlich der Kosten unterscheiden sich die Anbieter ohnehin, sodass es in der Übersicht vor allem die folgenden Unterschiede sind, die es zwischen den Online-Vermögensverwaltern geben kann:
• Ausschließlich automatisiert oder mit menschlicher Komponente

• Aktive oder passive Strategie

• Verwendete Finanzprodukte (ETFs, aktiv gemanagte Fonds, Aktien etc.)

• Kosten

• Mindesteinlagesumme
Aus diesen Unterschieden resultiert auch, dass Sie durchaus zunächst einen Vergleich zwischen den Anbietern durchführen sollten, bevor Sie einen Robo-Advisor wählen. Bestens dazu geeignet sind sogenannte Reviews, in denen Experten ihre Erfahrungen mit den einzelnen Online-Vermögensverwaltern innerhalb eines Erfahrungsberichts oder Testberichts zusammenfassen.