Mit Wertpapieren handeln
© Phongphan Supphakank – stock.adobe.com

Mit Wertpapieren handeln - diese Kosten sollten Anleger berücksichtigen

Anleger nutzen seit der Niedrigzinsphase verstärkt die Möglichkeit, unabhängig von den Zinsmärkten zu investieren. Dabei stehen unter anderem Fonds, Aktien und andere Wertpapiere im Fokus. Häufig wird allerdings nur über mögliche Kursgewinne bei Aktien oder Dividenden als Renditen gesprochen. Dabei sind es zu einem nicht unerheblichen Anteil auch die Kosten, welche die Renditen beeinflussen. Daher sollten Sie wissen, welche Gebühren und andere Kosten auf Sie beim Handel mit Wertpapieren zukommen.


Erträge - Kosten = Rendite


Es ist im Grunde bei jeder Geldanlage so, dass die Erträge nicht automatisch mit dem Gewinn identisch sind. Stattdessen gibt es eine relativ einfache Formel, mit der sich die Rendite berechnen lässt, die Sie mit einer Kapitalanlage erzielen können. Dies gilt nicht nur für Wertpapiere, sondern im Grunde für jede Anlageform an den Märkten. Die Formel lautet:

Erträge - Kosten = Rendite

Bei einer Geldanlage gibt es also immer zwei Hauptfaktoren, welche die Rendite bestimmen. Zum einen handelt es sich dabei um Erträge. Diese wiederum fallen je nach Anlageform in unterschiedlichen Varianten an, insbesondere:
• Kursgewinne

• Währungsgewinne

• Zinsen

• Dividenden
Die Erträge sind also quasi die Einnahmen, die Sie mit einer Geldanlage generieren. Auf der anderen Seite müssen Sie allerdings die Kosten abziehen, da diese die Rendite mindern. Insbesondere bei Wertpapieren gibt es tatsächlich einige Kosten zu berücksichtigen, ob die wir im Folgenden näher eingehen möchten.


Handel mit Wertpapieren: Welche Kostenfaktoren existieren?


Zunächst möchten wir Ihnen einen kurzen Überblick darüber geben, welche Kosten im Zusammenhang mit dem Handel von Wertpapieren entstehen können. Bedenken Sie allerdings, dass nicht zwangsläufig alle genannten Kosten auch bei jeder Bank oder Ihrem Broker anfallen. Trotzdem ist es oft so, dass die im Folgenden genannten Gebühren und Kosten im Zusammenhang mit der Anlage und dem Handel von Wertpapieren stehen:
• Depotgebühren

• Ordergebühren bzw. Transaktionskosten

• Positionsgebühren

• Börsenplatzentgelte

• Ausgabeaufschlag

• Managementgebühr

• Verwaltungskosten

• Performance-Fee
Es gibt also eine ganze Reihe von einzelnen Kostenfaktoren, die Sie eventuell beim Investment in Wertpapiere berücksichtigen müssen. Auf diese einzelnen Kostenfaktoren möchten wir im Folgenden näher eingehen.


Depotgebühren: Angebote vergleichen und günstigen Broker bzw. Bank wählen



Die Depotgebühren sind ein Kostenfaktor, die unabhängig vom aktiven Handel mit Wertpapieren anfallen. Stattdessen berechnen zahlreiche Banken und Broker eine fixe Gebühr, meistens pro Monat oder pro Jahr, die im Zusammenhang mit dem Bestehen eines Wertpapierdepots erhoben wird. Die gute Nachricht ist, dass es nach wie vor einige Online-Broker und auch wenige Direktbanken gibt, bei denen keine Depotgebühren berechnet werden. Die andere Seite der Medaille ist allerdings, dass insbesondere Filialbanken noch immer teilweise recht hohe Depotgebühren erheben. Dort kann es passieren, dass Sie manchmal sogar über Hundert Euro an Depotgebühren im Jahr zahlen müssen.


Ordergebühren und Transaktionskosten: fallen beim aktiven Handel an


Während die Depotgebühren unabhängig davon anfallen, ob Sie aktiv mit Wertpapieren handeln oder nicht, werden Ordergebühren bzw. Transaktionskosten nur fällig, wenn Sie Aktien, Fonds, Anleihen oder sonstige Wertpapiere kaufen bzw. verkaufen. Die Ordergebühren sind im Verhältnis meistens sogar der Kostenfaktor, der am stärksten ins Gewicht fällt. Dies trifft umso mehr zu, desto häufiger Sie pro Monat oder pro Jahr Wertpapieraufträge erteilen. Bei den Ordergebühren selbst gibt es je nach Anbieter (Filialbank, Direktbank oder Broker) teilweise ganz unterschiedliche Gebührenmodelle. Die drei häufigsten Varianten sind:
• Prozentuale Gebühr auf Grundlage des gehandelten Gegenwertes

• Order-Flatrate

• Paketpreis für eine bestimmte Anzahl Orders
Besonders beliebt ist mittlerweile die Flatrate. Hier zahlen Sie eine fixe Ordergebühr, unabhängig davon, welchen Gegenwert Sie handeln. Besonders günstig ist eine solche Flatrate daher für Kunden, die gerne relativ hohe Volumina handeln. Insbesondere Filialbanken setzen stattdessen oftmals noch eine prozentuale Gebühr auf Grundlage des gehandelten Gegenwertes ein. Diese Transaktionskosten bewegen sich meistens im Bereich zwischen 0,5 und 1,0 Prozent.


Positionsgebühr: Eher selten von Banken veranschlagt


Eine weitere Gebühr, die beim Handel mit Wertpapieren anfallen kann, ist die sogenannte Positionsgebühr. Diese ist allerdings im Vergleich zu den anderen Kostenarten nur relativ selten anzutreffen. Wenn eine Positionsgebühr berechnet wird, dann sind es häufig Vermögensverwaltungen. Die Positionsgebühr beinhaltet, dass für jede Bestandsposition im Depot ein gewisser Gebührensatz veranschlagt wird.


Ausgabeaufschlag: Nur bei Fonds relevant


Ein weiterer Kostenfaktor, der Ihre Rendite ebenfalls mindert, kommt allerdings nur bei Fonds zum Tragen. Es handelt sich dabei um den Ausgabeaufschlag. Dieser wird auch nicht bei allen offenen Fonds berechnet, sondern in erster Linie bei sogenannten Classic-Fonds. Von diesen Classic-Fonds gibt es allerdings am Markt mehrere Tausend, die sich insbesondere in die folgenden vier Rubriken einteilen lassen:
• Aktienfonds

• Rentenfonds

• Geldmarktfonds

• Offene Immobilienfonds
Der Ausgabeaufschlag bewegt sich je nach Anbieter und Fondsart meistens zwischen 0,5 und über 5 Prozent. Er wirkt sich umso mehr aus, desto kürzer die Haltedauer für Ihre Wertpapiere ist. Streng genommen müssen Sie den Ausgabeaufschlag also auf Ihre Anlagedauer umrechnen, um dann zu sehen, in welchem Umfang sich dieser negativ auf die jährliche Rendite auswirken kann.


Management- und Verwaltungsgebühren: Ebenfalls fast nur bei Fonds


Zwei weitere Kostenarten, die ebenfalls fast ausschließlich bei Fonds von Bedeutung sind, sind zum einen die Managementgebühr und zum anderen die Verwaltungsgebühren. Die Managementgebühr stellt in der Regel sogar den größten Kostenfaktor dar, insbesondere bei Aktienfonds sowie gemischten Fonds und Spezialfonds. Dort ist es nicht unüblich, dass sich die Managementgebühr auf durchschnittlich 0,8 bis 1,5 Prozent im Jahr beläuft. Jedes Jahr würde Ihre Rendite demzufolge um diesen Prozentsatz alleine durch die Managementgebühr verringert werden.

Die Verwaltungsgebühr ist demgegenüber relativ moderat und wird auch nicht von jeder Fondsgesellschaft bzw. Bank in Rechnung gestellt. Der Gebührensatz bewegt sich meistens nur im Bereich zwischen 0,2 und 0,4 Prozent. Dennoch gehören natürlich auch die Verwaltungsgebühren zu den Kosten, die Ihre Rendite letztendlich vermindern.


Performance-Fee: Meistens nur bei Vermögensverwaltungen


Die Performance-Fee ist eine Gewinnbeteiligung, die oftmals nur von Vermögensverwaltungen in Rechnung gestellt wird. In diesem Fall erhält der Vermögensverwalter einen bestimmten Prozentsatz, meistens zwischen 10 bis 20 Prozent, von Ihrem erzielten Gewinn.


Wie kann ich Kosten reduzieren und Gebühren einsparen?


Bei all diesen Kostenfaktoren stellt sich naturgemäß die Frage, wie Sie mindestens einen Teil davon reduzieren oder im besten Fall verhindern können. In erster Linie hilft ein Vergleich der Banken und Broker, denn die Konditionen sind zum Teil recht unterschiedlich. Bei Aktien würde zum Beispiel helfen, wenn Sie etwas weniger häufig handeln. Dadurch können Sie in der Summe die Ordergebühren bzw. Transaktionskosten und zum Teil auch - falls berechnet - die Positionsgebühr senken.

Überproportional hoch sind die Kosten - im Vergleich mit anderen Wertpapieren - meistens dann, wenn Sie in Investmentfonds Geld anlegen. Alleine die Managementgebühr plus eines umgerechneten Ausgabeaufschlag und die Verwaltungsgebühren können leicht zu einer Kostenquote von mehr als zwei Prozent im Jahr führen. Hier gibt es allerdings eine vergleichsweise einfache Maßnahme, um diese Kosten erheblich zu reduzieren: Steigen Sie einfach auf Exchange Traded Funds (ETFs) um. Hier ist die Gesamtkostenquote nämlich mit durchschnittlich 0,25 bis 0,45 Prozent erheblich geringer als bei vielen aktiv gemanagten Fonds.