Dividendenstarke Aktien
© kentoh / Fotolia.com.

Dividendentitel - Anleger bevorzugen vermehrt dividendenstarke Aktien

Beim Investment in Aktien kommt es für viele Anleger vor allem darauf an, möglichst hohe Kursgewinne mit den Wertpapieren zu erzielen. Die gilt für Spekulanten genauso wie oftmals auch für langfristig orientierte Anleger. In dem Zusammenhang wird jedoch häufig eins außer Acht gelassen, nämlich die Dividendenrendite. Immerhin zeichnen sich diverse Aktien neben Kursgewinnen durch eine kontinuierlich stabile Dividende und auch eine gute Dividendenrendite aus. Doch welche Aktien sind das, woran erkennen Anleger sie, ist die Dividendenrendite ein guter Maßstab und was sollte man noch zum Thema Dividendentitel wissen? Darüber informieren wir Sie in unserem Beitrag.


Dividende setzt meistens ein positives Betriebsergebnis voraus


Bei Weitem nicht jede Aktiengesellschaft schüttet eine Dividende an ihre Aktionäre aus. Es ist zwar keine Bedingung, aber dennoch wird das Ausschütten einer Dividende in der Regel auf der jährlichen Hauptversammlung der AG nur dann beschlossen, wenn im abgelaufenen Geschäftsjahr ein positives Betriebsergebnis erzielt wurde, das Unternehmen also einen Gewinn erwirtschaften konnte. An diesem Gewinn werden dann die Aktionäre oft mit einer Dividende beteiligt. So liest man oft einen Tag nach der HV in den Medien Schlagzeilen wie „XY AG beschließt eine Dividende in Höhe von 2,30 Euro je Aktie“. Für Anleger ist diese Information zwar positiv, jedoch sagt die Dividendenhöhe noch nichts darüber aus, ob es sich auch im Hinblick auf die Dividendenrendite um ein interessantes Wertpapier handelt oder gar von einem Dividendentitel gesprochen werden kann. Dazu muss nämlich erst der aktuelle Aktienkurs betrachtet werden.


Dividendenrendite = (Dividende je Aktie * 100) / Aktienkurs


Die Dividende je Aktie setzen Sie in ein Verhältnis zum aktuellen Kurs der Aktie, indem Sie die Dividende zunächst mit 100 multiplizieren und das Ergebnis anschließend durch den Aktienkurs teilen. Dies ist die gängige Formel zur Berechnung der Dividendenrendite, die da lautet:

Dividendenrendite = (Dividende je Aktie * 100) / Aktienkurs

Wenn die AG also beispielsweise auf Ihrer Hauptversammlung bekanntgegeben hat, dass eine Dividende in Höhe von 2,30 Euro je Aktie ausgeschüttet wird und der Kurs des Wertpapiers am Tag der Berechnung 56 Euro beträgt, dann ergibt sich die folgende Dividendenrendite anhand der zuvor genannten Formel:

(2,30 Euro * 100) / 56,00 Euro = 4,11 Prozent

Es gibt bei der Berechnung der Dividendenrendite also immer zwei Variablen, nämlich zum einen die Dividende je Aktie und vor allem zum anderen den aktuellen Aktienkurs, der sich natürlich börsentäglich ändert. Was dies bewirken kann, erläutern wir im nächsten Abschnitt.


Veränderung des Aktienkurses hat enormen Einfluss auf Dividendenrendite


Die Dividendenrendite trifft zwar eine Aussage darüber, welchen Ertrag die ausgezahlte Dividende für den Anleger bedeutet. Allerdings handelt es sich immer nur um eine kurzfristige Momentaufnahme, denn bereits einen Tag später kann die Dividendenrendite schon anders aussehen. Woran liegt das? Die Antwort ist relativ einfach: Da sich die Dividendenrendite aus der nominalen Dividende zum einen und dem Aktienkurs zum anderen berechnet, schwankt die Rendite natürlich täglich, weil sich der Aktienkurs an jedem Börsentag verändern kann. Das zunächst paradox Erscheinende ist zudem: Je mehr der Aktienkurs steigt, desto geringer wird die Dividendenrendite. Dazu ein Beispiel:

Angenommen, die Aktiengesellschaft hat eine Dividende von nominal 2,30 Euro je Aktie gezahlt und am 05. April 2019 notiert der Kurs der Aktie bei 46,00 Euro. Dies würde laut Berechnung eine Dividendenrendite von exakt 5,00 Prozent ergeben. Betrachtet man sich nun den Aktienkurs zum Beispiel am 05. Mai 2019, könnte dieser zum Beispiel auf 51,40 Euro gestiegen sein. Dieser Anstieg ist für den Aktionär natürlich erfreulich, aber trotzdem ist die Dividendenrendite auf 4,47 Prozent gesunken. Auf dieser Grundlage gilt also der folgende Merksatz:

Steigt der Aktienkurs, fällt die Dividendenrendite. Sinkt der Aktienkurs, steigt die Dividendenrendite.

Diese Formel führt dazu, dass die Definition eines Dividendentitels im Grunde so aussehen muss, dass die AG sowohl durch eine stabile Dividende als auch durch zumindest nicht fallende Kurse über einen längeren Zeitraum überzeugt. Dem Anleger nützt nämlich eine sehr gute Dividendenrendite wenig, wenn sie nur aufgrund (deutlich) gefallener Aktienkurse zustande gekommen ist.


Was sind denn nun Dividendentitel eigentlich?


Wie Sie vielleicht aufgrund der vorherigen Erläuterung bereits vermuten, kann keineswegs jede Aktie, die – zwischenzeitlich – eine sehr gute Dividendenrendite verbrieft, auch sofort als Dividendentitel bezeichnet werden, zumindest nicht im engeren Sinne. Trotzdem wird häufig im weiteren Sinn bereits dann von einer dividendenstarken Aktie gesprochen, wenn die Höhe der Rendite über dem Durchschnitt liegt. Dazu betrachten sich Analysten in der Regel die Dividendenrenditen anderer Aktien aus der gleichen Branche, bilden einen Durchschnitt und alle Aktien, die (deutlich) über diesem Durchschnittswert liegen, sind durchaus als Dividendentitel zu bezeichnen.

Im engeren Sinne sind jedoch noch einige weitere Voraussetzungen zu erfüllen, wenn sich die Aktien als echte Dividendentitel bezeichnen möchten, nämlich:
• Dividende wird seit Jahren in kontinuierlicher oder steigender Höhe gezahlt

• Meistens handelt es sich um Standardwerte

• Keine größeren Kursrückgänge – es sei denn vorübergehend – in der Vergangenheit

• Stabiles Unternehmen
Interessant ist sicherlich aufgrund des nicht sofortigen Verständnisses der zweite Punkt, nämlich dass es sich bei Dividendentiteln oft um Standardwerte handelt. Dies hat zum einen damit zu tun, dass diese Aktiengesellschaften in der Regel stabiler als Nebenwerte sind und somit auch kontinuierlicher eine Dividende zahlen. Zum anderen weisen zwar manche Nebenwerte sogar eine sehr hohe Dividendenrendite auf, jedoch oft nur für ein oder zwei Jahre. Zudem kommen überdurchschnittliche Renditen bei der Dividende gerade bei kleineren Aktienwerten oft nur durch einen deutlichen Kursrückgang seit der letzten Dividendenzahlung zustande.


Wie finde ich Aktien mit einer guten Dividendenrendite?


Aufgrund der umfangreichen Informationsmöglichkeiten, die vor allem das Internet heutzutage bietet, ist es für Anleger recht einfach, sogenannte Dividendentitel ausfindig zu machen. Sie sollten allerdings darauf achten, dass die jeweiligen Angaben möglichst aktuell sind. Mit der gezielten Selektion können Sie ein individuelles Portfolio aufbauen, das vor allem oder auch ausschließlich aus dividendenstarken Aktien besteht.

Falls Sie keine Zeit oder Lust auf die Suche und Selektion haben, gibt es mit bestimmten Aktienfonds und ETFs noch eine Alternative. Mittlerweile existieren diverse Fonds, die sich auf Dividendentitel konzentrieren oder auch ETFs, die sich auf einen sogenannten Dividenden-Index beziehen. In beiden Fällen stehen Dividendentitel im Fokus, sodass Sie als Anleger selbst keine Auswahl mehr treffen müssen und zudem direkt eine Risikostreuung nutzen können.