Crowdinvesting & Crowdfunding
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Crowdinvesting & Crowdfunding - selektiv in Projekte investieren

Anleger suchen spätestens seitdem die Kapitalmarktzinsen sich auf einem äußerst geringen Niveau befinden nach Alternativen zu Festgeld, Tagesgeld oder Spareinlagen. Mitunter werden die Kunden an der Börse fündig, aber der Handel mit Aktien ist sicherlich nicht für jeden Anleger geeignet, zumal sich die Aktienmärkte in den vergangenen zwei Jahren relativ volatil gezeigt haben. Auf der anderen Seite möchten viele Anleger keine große Summen in einzelne Projekte oder Beteiligungen investieren, sodass alternative Anlageformen häufiger ebenfalls nicht infrage kommen. Eine spezielle Anlagevariante erfreut sich allerdings seit wenigen Jahren einem wachsenden Zuspruch, nämlich das sogenannte Crowdfunding bzw. in einer etwas anderen Variante das Crowdinvesting. Über diese zwei Anlageformen, mittels derer Sie selektive in einzelne Projekte investieren können, möchten wir Sie gerne nachfolgend informieren.


Worum handelt es sich beim Crowdfunding?


Das Crowdfunding gibt es mittlerweile bereits seit über fünf Jahren und die deutsche Bezeichnung, die dafür verwendet wird, lautet häufig Schwarmfinanzierung. Der Kern besteht beim Crowdfunding darin, dass Kapitalsuchende auf einer speziellen Plattform ihre Projekte vorstellen können, die finanziert werden sollen. Wichtig ist, dass eine derartige Crowdfunding-Plattform nur funktioniert, wenn es zwar auf der einen Seite Kreditsuchende, auf der anderen Seite dabei natürlich auch Anleger gibt, die bereit sind, ihr Kapital zu investieren.

Aus diesem Grund gibt es beim Crowdfunding immer zwei Parteien, nämlich zum einen Kapitalsuchende und zum anderen Kapitalgeber. Charakteristisch ist zudem, dass Investments bereits ab kleineren Summen von oftmals wenigen Hundert Euro möglich sind. Dies führt unter anderem dazu, dass Kreditsuchende eine Vielzahl von Investoren finden, um den gewünschten Gesamtbetrag zu erhalten. Das Crowdfunding selbst zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass oftmals gemeinnützige Projekte oder ökologische Vorhaben finanziert werden sollen.


Was beinhaltet das Crowdinvesting?


Crowdinvesting ist eine sehr ähnliche Form wie das Crowdfunding. Die Funktionsweise ist im Prinzip die gleiche, wobei der Schwerpunkt beim Crowdinvesting ein etwas anderer ist. Hier geht es nämlich meistens nicht um die Finanzierung gemeinnütziger oder ökologischer Projekte, sondern im Vordergrund steht tatsächlich das Investment seitens der Anleger, die mit ihrem Kapitalverleih eine gute Rendite erzielen möchten. Das Crowdinvesting selbst wird auf der Seite der Kreditsuchenden häufig besonders intensiv von mittelständischen Unternehmen genutzt.

In der Übersicht sind es vor allem die folgenden Kreditsuchenden und Projektarten, die sich beim Crowdinvesting am häufigsten finden:
• Immobilien-Projekte

• Mittelständische Unternehmen

• StartUps

• Energie-Projekte
Auf der Kreditsuchenden-Seite sind es also vornehmlich mittelständische Unternehmen und Start-Up-Unternehmen, die das Crowdinvesting nutzen, um Kapital einzusammeln. Warum ist das so?


Warum nutzen kapitalsuchende Unternehmen Crowdinvesting?


Diese Frage lässt sich relativ einfach beantworten, zumal Crowdinvesting tatsächlich insbesondere für StartUps und mittelständische Unternehmen eine echte Finanzierungsalternative geworden ist. Grundsätzlich haben solche Unternehmen, die meistens ein Betriebsergebnis bzw. einen Umsatz von maximal 500.000 Euro im Jahr erzielen, am Markt die folgenden Finanzierungsmöglichkeiten:
• Bankdarlehen

• Emission von Aktien oder Anleihen

• Geld von privat einsammeln bzw. Crowdinvesting
Dass sich immer mehr StartUps und mittelständische Unternehmen bewusst für das Crowdinvesting entscheiden, hat einen einfachen Grund: Bankdarlehen sind häufiger in ihrer Summe begrenzt, wobei Selbstständige, StartUps und auch mittelständische Unternehmen mitunter bei den Kreditinstituten keine oder nur eine geringe Kreditlinie erhalten, weil das Ausfallrisiko als zu hoch erachtet wird. Daher können Banken oftmals nicht so viel Kapital zur Verfügung stellen, wie es die kreditsuchenden Unternehmen gerne hätten. Die Emission von Aktien oder Anleihen ist deshalb für zahlreiche kleinere und mittlere Unternehmen keine Alternative, weil sie sehr kostenintensiv ist. Aus diesen Gründen ist das Crowdinvesting letztendlich sogar eine optimale Lösung für alle kapitalsuchenden Unternehmen, die durchschnittlich Beträge zwischen 10.000 und 100.000 Euro benötigen.


Crowdinvesting für Anleger: Wie funktioniert es im Detail?


Das Crowdinvesting ist auf der einen Seite eine gute Finanzierungsmöglichkeit für kapitalsuchende Unternehmen, die ein Projekt finanzieren möchten. Auf der anderen Seite stehen diesen natürlich die Anleger gegenüber, die mittels Crowdinvesting eine gute Rendite erzielen möchten. Daher ist es interessant zu wissen, wie Crowdfunding, Crowdinvesting und Crowdlending - eine noch etwas andere Variante, bei der der Schwerpunkt auf dem Leihen des Geldes steht - in der Praxis funktionieren. Das Prinzip ist relativ einfach und erfolgt aus Sicht des Anlegers in den folgenden Schritten:
1. Anmeldung auf der Crowdinvesting-Plattform

2. Projekte selektieren

3. Geld investieren

4. Zinsen vereinnahmen
Nach einer kurzen Anmeldung auf der Crowdinvesting-Plattform hat der Anleger also zunächst die Aufgabe, sich näher mit den veröffentlichen Projekten zu beschäftigen und die Investitionsmöglichkeiten zu selektieren, die für ihn persönlich infrage kommen. Auf nahezu jeder Plattform dieser Art lassen sich die Angebote nach verschiedenen Kriterien selektieren, beispielsweise:
• Gesuchtes Kapitalvolumen

• Art des Projektes

• Gezahlter Zinssatz
Ein wichtiger Aspekt bei einer Crowdinvesting-Plattform ist zudem, dass die Kapitalsuchenden in bestimmte Bonitätsklassen eingeteilt werden. Dies ist für Anleger von großer Bedeutung, denn so können sie zumindest ungefähr einschätzen, welches Risiko mit dem Verleih des Geldes eingegangen wird. Naturgemäß ist es natürlich so, dass Kreditsuchende mit einer guten Bonität einen geringeren Zinssatz zahlen als Kapitalsuchende, die eine eher schlechte Bonität besitzen.

Auf einigen Crowdinvesting-Plattformen muss der Anleger mittlerweile nicht unbedingt selbst die für ihn infrage kommenden Projekte selektieren, sondern dies übernimmt die Plattform. In diesem Fall erteilen Sie beispielsweise der Crowdinvesting-Plattform den Auftrag, dass Sie insgesamt 10.000 Euro investieren möchten und dieser Betrag zum Beispiel auf zehn unterschiedliche Projekte verteilt werden soll. Auf diese Weise ist es nicht nur möglich, bereits kleinere Summen zu investieren, sondern Sie erzielen dadurch auch eine gute Risikostreuung.


Wie sicher ist das Crowdinvesting?


Eine Frage, die definitiv viele Anleger beschäftigt, die sich grundsätzlich für Crowdinvesting interessieren, ist die Frage nach der Sicherheit. Grundsätzlich verleihen Sie Ihr Kapital an eine Privatperson oder an ein Unternehmen, dass Sie oftmals weder kennen, noch wissen Sie, wie es mit dessen Zahlungsfähigkeit aussieht. Zwar ist die Einstufung in die entsprechende Bonitätsklasse durchaus ein Anhaltspunkt, aber natürlich auch keine Garantie. Auf der anderen Seite arbeiten die Crowdinvesting-Plattformen allerdings meistens mit einem Sicherung-Pool. Dies bedeutet, dass alle User einen kleinen Teil in diesen Pool einzahlen, aus dem dann eventuell entstehende Zahlungsausfälle kompensiert werden. Dies führt dazu, dass Sie selbst unter der Voraussetzung, dass ein Kreditnehmer nicht mehr dazu in der Lage ist, Ihnen die vereinbarten Raten zu zahlen, fast nie einen Totalverlust erleiden. Trotzdem ist und bleibt das Crowdinvesting natürlich eine Anlageform, die nicht ohne Risiko ist.


Die Vorteile beim Crowdinvesting im Überblick:

• Investment oft schon ab wenigen Hundert Euro Mindesteinlage

• Selektierten von Projekten individuell oder automatisch

• Gute Renditen möglich

• Risikostreuung durch Verteilung des Kapitals auf mehrere Projekte

• Für Kleinanleger, vermögende Anleger und sogar Sparer geeignet
Diese zuvor genannten Vorteile führen dazu, dass Crowdinvesting vergangen Jahren immer beliebter geworden ist und Experten davon ausgehen, dass sich dieser Trend auch zukünftig fortsetzen wird.