Briefmarken als Kapitalanlage
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Briefmarken als Kapitalanlage - nicht nur für Sammlerfreunde interessant

Immer mehr Kinder und junge Erwachsene kennen sie in der heutigen Zeit kaum noch: Briefmarken! Was für Eltern und vor allem Großeltern früher selbstverständlich war, nämlich Briefmarken zu sammeln, hat heutzutage nur noch bei eingefleischten Fans eine Bedeutung. Dies könnte sich allerdings in der näheren Zukunft ändern, denn es gibt wieder mehr Anleger, die das Investment in Briefmarken als Sachwertanlage für sich entdecken. Zwar handelt es sich bei Briefmarken definitiv nicht um eine alltägliche Kapitalanlage, aber dies bedeutet nicht, dass die Chancen auf gute Rendite nicht gegeben wären.


Briefmarken reihen sich in der Gruppe der Sachwert-Investments ein


Bevor wir im Einzelnen auf Briefmarken als Geldanlage eingehen, möchten wir zunächst eine Eingruppierung vornehmen. Die Marken aus Papier gehören nämlich zu den sogenannten Sachwertanlagen. Dies bedeutet, dass der jeweilige Anleger in einen Sachwert investiert, hinter dem zwar bei Briefmarken kein physischer Wert steht, aber häufiger einen Sammlerwert. Damit gehören Briefmarken in eine relativ große Gruppe, denn alternativ oder zusätzlich stehen Investoren noch die folgenden und weiteren Sachwerte als Investment zur Verfügung:
• Schmuck und Uhren

• Diamanten und Edelsteine

• Antiquitäten

• Kunstgegenstände und Gemälde

• Hochwertige Spirituosen

• Young- und Oldtimer
Sowohl für die zuvor aufgelisteten Sachwertanlagen als auch für ein Investment in Briefmarken gilt allerdings eines: Sie sollten sich zwingend bestens am Markt auskennen, denn nur dann ist es überhaupt möglich, beispielsweise zu beurteilen, welche Briefmarke selten ist und bei welcher Marke vielleicht zukünftig größere Wertsteigerungen eintreten könnten.


Steigende Preise bisher nur bei speziellen Briefmarken


Die aktuelle Entwicklung zeigt bereits, dass ein Investment in Briefmarken zukünftig wieder deutlich interessanter werden könnte. Allerdings müssen Anleger unbedingt unterscheiden, denn bei Weitem finden die Kreissteigerungen nicht auf breiter Ebene statt. Stattdessen ist es wichtig zu differenzieren, aus welchem Jahr die Briefmarken stammen, aus welchem Land und es gibt noch weitere Kriterien, die definitiv einen erheblichen Einfluss auf den Wert der Marke haben können. Ohnehin sind es vor allem Angebot und Nachfrage sowie ein Sammlerwert, die dafür verantwortlich sind, wie sich die Preise der Marken gestalten.

Aktuell sind es beispielsweise vor allem Briefmarken aus der Zeit vor dem 2. und natürlich vor dem 1. Weltkrieg, die bei Sammlern und somit auch bei Anlegern zunehmend begehrter werden. Aber auch Briefmarken im internationalen Bereich können eine attraktive Anlageform darstellen. Hier sind es vor allen Dingen die äußerst seltenen Marken, die allerdings teilweise fast unbezahlbar sind. Daher muss jeder Anleger für sich das Investment- und Sammelgebiet finden, welches seinem persönlichen Geldbeutel entspricht.

Zu den seltensten Briefmarken, die am Markt sehr hohe Preise erzielen, zählen zum Beispiel:
• Blaue Mauritius

• Inverted Jenny

• Baden 9 Kreuzer
Wie man an dieser Auswahl bereits erkennen kann, ist es für interessierte Anleger wichtig, sich intensiv mit dem Thema Briefmarken zu beschäftigen.


Briefmarken für viele Anleger: Deutschland als favorisiertes Sammelgebiet


Wer als Anleger nicht unbedingt über ein sechs- oder gar siebenstelliges Vermögen verfügt, um sich zum Beispiel die Blaue Mauritius zu kaufen, der findet natürlich am Markt der Briefmarken noch zahlreiche Alternativen für den etwas schmaleren Geldbeutel. Abgesehen von den Briefmarken, die Sie schon für 10, 50 oder 100 Euro erwerben können, die allerdings nur wenig Aussichten auf eine zukünftig gute Rendite an, gibt es diverse Marken, die vom aktuellen Marktwert hier zwischen 1.000 und 10.000 Euro angesiedelt sind. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Briefmarken aus der ehemaligen DDR oder aus der Zeit vor 1900, wie zum Beispiel um den sogenannten „Schwarzen Einser“. Auch hier gilt allerdings, dass sich die interessierten Anleger zunächst umfangreich informieren sollten, bevor sie sich zu einem Kauf entschließen.


Welche Chancen und Risiken hat das Investment in Briefmarken?


Für Anleger stellt sich natürlich beim Investment immer die Frage, unabhängig davon, ob es sich beispielsweise um Spareinlagen, Aktien, Immobilien oder eben Briefmarken handelt, welche Chancen und Risiken die jeweilige Kapitalanlage beinhaltet. Beim Investment in Briefmarken es so, dass natürlich zum einen durchaus Chancen auf gute Renditen bestehen. Das Risiko ist allerdings nicht minder gering, denn prinzipiell lässt sich mit Sicherheit kaum vorhersagen, wie sich der Wert einzelner Briefmarken in der Zukunft entwickeln wird.

Ein Grund für einen relativ großen Unsicherheitsfaktor ist einfach das Interesse potenzieller Käufer und wie sich das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage entwickeln wird. Zwar ist ein Totalverlust des investierten Kapitals eher unwahrscheinlich, aber dennoch müssen Anleger damit rechnen, dass bei ungünstigen Entwicklungen ein größerer Verlust entstehen kann. Aus diesem Grund sollten sich auch nur Investoren für die Sachwertanlage Briefmarken entscheiden, die ihr Portfolio etwas breiter streuen möchten und bei denen die Marken einen Anteil von maximal zehn Prozent an Gesamtvermögen haben werden.


Gut gemischtes Sachwertportfolio zur Risikostreuung


Briefmarken sind nur eine von zahlreichen Sachwertanlagen, die am Markt zur Verfügung stehen. Ohnehin empfehlen nahezu alle Bank- und Vermögensberater, auf keinen Fall das gesamte Vermögen in die Marken aus Papier zu investieren, sondern die Briefmarken als Teil eines gut strukturierten Sachwertportfolios zu betrachten. Darüber hinaus hängt es natürlich auch von der Leidenschaft des einzelnen Anlegers ab, denn während sich manche Kunden eher für Oldtimer oder seltene Gemälde interessieren, favorisieren andere Anleger eben Briefmarken. Viel hängt ja also mit dem persönlichen Präferenzen zusammen, ob und in welchem Umfang Briefmarken tatsächlich ein geeignetes Investment sein können.


Verfügbarkeit des investierten Kapitals als Entscheidungsfaktor


Einen Punkt sollte man vor der Entscheidung, ob man in Briefmarken investiert oder nicht, allerdings unbedingt beachten: Nicht nur die Sicherheit bzw. das stabile Investment und eine möglichst gute Rendite sind interessant, sondern darüber hinaus ist es wichtig zu wissen, wie es mit der Verfügbarkeit des investierten Kapitals bestellt ist. Sie sollten also beispielsweise festlegen, welchen der folgenden Anlagehorizonte Sie im Zusammenhang mit der Anlage in Briefmarken haben:
• Kurzfristig (bis zu einem Jahr)

• Mittelfristig (ein bis vier Jahre)

• Langfristig (ab vier Jahre)
Im Prinzip ist eine Anlage in Briefmarken nur dann sinnvoll, wenn Sie einen langfristigen Anlagehorizont haben. Dann sollten Sie allerdings auch sicherstellen, dass Sie das investierte Kapital nicht vorher verfügen müssen. Mit der Verfügbarkeit kann es nämlich insbesondere bei etwas selteneren Briefmarken schwierig sein, denn nicht immer stehen entsprechende Käufer zur Verfügung, die bereit dazu sind, die Briefmarke zu dem Zeitpunkt zu erwerben, zu dem Sie diese gerne verkaufen möchten.


Wie sollten Anleger Briefmarken verwahren?


Bei Sachwerten, die in physischer Form, also nicht nur auf dem Papier, vorhanden sind, stellt sich früher oder später die Frage der Verwahrung. Bei Briefmarken hängt diese maßgeblich davon ab, welchen Gegenwert die Marken haben. Bewegt sich dieser im drei- oder vierstelligen Bereich, können Sie Briefmarken sicherlich im heimischen Tresor oder in einem gewöhnlichen Schließfach bei der Bank verwahren. Mit einem steigenden Wert ist es allerdings empfehlenswert, auf jeden Fall auf einen versicherten Banktresor zurückzugreifen. Zudem sollte bei der Verwahrung zuhause als Alternative gewährleisten, dass die Briefmarken versichert sind und Sie diese zudem in einem feuerfesten Tresor bzw. Behältnis aufbewahren.