Teurer Dispositionskredit
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Teurer Dispositionskredit - Finanzierungsalternativen nutzen

Millionen Bundesbürger nutzen mehr oder weniger regelmäßig ihren Dispositionskredit. Dabei handelt es sich bekanntlich um eine Kreditlinie, die von Banken auf dem Girokonto zur Verfügung gestellt wird. Der Dispositionskredit ist zwar einerseits sehr flexibel, hat auf der anderen Seite jedoch den Nachteil, dass es sich um eine relativ teure Finanzierungsform handelt. Oftmals lassen sich diese Kosten vermeiden oder zumindest verringern, denn am Finanzmarkt gibt es mehrere Alternativen, mit denen sich gegenüber dem Dispositionskredit Geld einsparen lässt. Dazu gehören unter anderem der Ratenkredit, ein Rahmenkredit oder auch die Kreditlinie auf dem Kreditkartenkonto.


Warum wird der Dispositionskredit oftmals zweckentfremdet genutzt?


Der Dispositionskredit war ursprünglich dazu gedacht, um vorübergehende und normalerweise nur kurzfristige Liquiditätsengpässe zu überbrücken. Eigentlich ist der Dispo nur für einen kurzfristigen in Anspruch genommen Kredit die beste Lösung, allerdings wird er von zahlreichen Inhabern eines Girokontos in der Praxis viele Monate, meistens sogar Jahre, in größerem Umfang genutzt. Warum ist das so? Zum einen ist der Dispokredit sehr flexibel, denn er wird von den Banken oftmals sogar automatisch zur Verfügung gestellt. Zum anderen ist die Inanspruchnahme sehr unkompliziert, denn dazu müssen Sie einfach den gewünschten Betrag von Ihrem Girokonto verfügen. Ein weiterer Grund dafür, dass der Dispo oft lange und umfangreich in Anspruch genommen wird, ist einfach die Bequemlichkeit. Meistens könnten Kontoinhaber den Sollsaldo reduzieren, aber weil sie sich an den Dispo „gewöhnt“ haben, wird dieser immer wieder in Anspruch genommen.


Dispositionskredit ist meistens sehr teuer


Der wesentliche Grund dafür, dass man möglichst Alternativen zum Dispositionskredit nutzen sollte, besteht darin, dass die Kreditlinie auf dem Girokonto relativ teuer ist. Je nach Bank zahlen Sie aktuell für die Inanspruchnahme des Dispositionskredites Sollzinsen, die sich innerhalb eines Rahmens zwischen 6,9 und mehr als zwölf Prozent bewegen können. Im Durchschnitt liegen die Dispozinsen nach wie vor - trotz Niedrigzinsphase - bei knapp unter zehn Prozent. Oftmals macht man sich gar nicht richtig klar, welche Kosten der Dispo tatsächlich verursacht. Dies hat sicherlich auch damit zu tun, dass die Zinsen nicht einmal jährlich, sondern im Zuge der Kontoabrechnung alle drei Monate belastet werden. Dadurch ist die Gesamtsumme einzelnen natürlich geringer, als wenn einmal im Jahr eine Abrechnung erfolgen würde. Tatsächlich zahlen Sie allerdings für die Inanspruchnahme des Dispositionskredites in Höhe von beispielsweise 5.000 Euro jährlich Zinsen von knapp 500 Euro.


Die Alternativen zum Dispositionskredit im Überblick


Zunächst einmal möchten wir Ihnen kurz mögliche Alternativen zum Dispositionskredit in einer Übersicht aufführen und dann im Detail bewerten, unter welchen Voraussetzungen es sich tatsächlich um eine lohnenswerte Finanzierungsalternative handeln kann. Dabei gibt es insbesondere die folgenden Darlehen und Finanzierungsoptionen am Markt, die Sie statt des Dispositionskredites nutzen können:
• Rahmenkredit / Abrufkredit

• Ratenkredit

• Kreditkarten-Limit

Abruf- bzw. Rahmenkredit: Ähnliche Funktionsweise wie der Dispokredit


Es gibt eine Kreditvariante, die eine ganz ähnliche Funktionsweise wie der Dispositionskredit hat und den Dispo daher sehr nahe kommt, die aber bei vielen Verbrauchern nicht bekannt ist. Es handelt sich dabei um den sogenannten Rahmenkredit, der auch als Abrufkredit bezeichnet wird. Der Rahmenkredit ist - wie der Dispositionskredit - ebenfalls eine Kreditlinie, wird allerdings nicht auf dem Girokonto, sondern auf einem separaten Darlehenskonto bereitgestellt.

Wie beim Dispositionskredit auch muss der Kreditnehmer den zur Verfügung gestellten Betrag als Limit nicht in Anspruch nehmen, sondern kann jederzeit frei entscheiden, in welchem Umfang er den Abrufkredit nutzt oder eben nicht. Im Gegensatz zum Dispositionskredit wird allerdings eine kontinuierliche Rückführung des beanspruchten Saldos vereinbart, beispielsweise monatlich ein fester Eurobetrag oder ein prozentualer Anteil der in Anspruch genommenen Kreditlinie. Der große Vorteil des Abrufkredites gegenüber dem Dispositionskredit besteht darin, dass dieser meistens günstiger ist. Die Zinsen bewegen sich durchschnittlich in einem Rahmen zwischen fünf und acht Prozent.


Ratenkredit: bei längerfristiger Beanspruchung des Dispos die bessere Alternative


Nicht selten ist ein klassischer Ratenkredit die deutlich bessere Alternative zum Dispositionskredit. Dies trifft insbesondere unter der Prämisse zu, dass Sie Ihre Kreditlinie auf dem Girokonto über einen längeren Zeitraum hinweg in größerem Umfang beanspruchen. Dies trifft in der Praxis auf zahlreiche Kontoinhaber zu, die ihren Dispositionskredit beispielsweise über Jahre hinweg im Rahmen von durchschnittlich 3.000, 5.000 oder sogar 10.000 Euro in Anspruch nehmen.

Nicht selten könnte dabei schon längst eine schrittweise Rückführung erfolgt sein, aber dies kein Zwang ist, wird der Sollsaldo auf dem Girokonto häufig auch nicht reduziert. Beim Ratenkredit wäre dies anders, denn dort können Sie Ihre Schulden durch Zahlung der monatlichen Kreditrate nach und nach abbauen. Der Ratenkredit hat aber gegenüber dem Dispositionskredit noch einen anderen großen Vorteil, der darin besteht, dass er wesentlich günstiger ist. Ratenkredite erhalten Sie heutzutage bereits zu Zinssätzen von teilweise zwei oder drei Prozent.

Allerdings ist der Effektivzins, den die Bank veranschlagt, von mehreren Faktoren abhängig, nämlich:
• Darlehenssumme

• Laufzeit

• Bonität des Kreditnehmers

• Sicherheit
Es kann also durchaus passieren, dass Sie auf einen Ratenkredit einen Zinssatz von beispielsweise sieben oder acht Prozent zahlen müssen. Trotzdem ist der Ratenkredit im Durchschnitt wesentlich günstiger als der Dispokredit und daher eine oftmals bessere Finanzierungsalternative.


Kreditkarten-Limit: keine gute Alternative zum Dispokredit


Theoretisch gibt es noch eine weitere Finanzierungsalternative zum Dispokredit, die sogar sehr ähnlich ist, nämlich das Kreditkartenlimit. Auf dem Kreditkartenkonto der zahlreichen Inhaber einer Kreditkarte wird ein Limit eingeräumt, das ähnlich wie der Überziehungsrahmen (Dispositionskredit) auf dem Girokonto funktioniert. Der Haken ist allerdings: Die Beanspruchung des Kreditkartenlimits ist oftmals sogar noch teurer als die des Dispositionskredites. Bei nicht wenigen Banken und Emittenten von Kreditkarten kostet es 13, 15 oder sogar 17 Prozent an Sollzinsen, wenn die Kreditkarte „überzogen“ wird. Daher ist das Kreditkartenlimit nur eine theoretische Alternative zum Dispositionskredit, für die Praxis aufgrund der noch höheren Kosten jedoch selten empfehlenswert.