Vermögensaufbau Nachwuchs
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Geldanlage und Vermögensaufbau für den Nachwuchs - das sollten Eltern wissen

Viele Eltern und auch Großeltern beginnen bereits kurz nach der Geburt des Nachwuchses damit, für diesen regelmäßig zu sparen. Sowohl bei der Geldanlage als auch beim Vermögensaufbau für Kinder gibt es durchaus einige Dinge zu beachten, damit zum Zeitpunkt der Volljährigkeit, wenn das Kind seine finanziellen Angelegenheiten selbst in die Hand nehmen kann und muss, keine bösen Überraschungen erlebt werden. Unter anderem stellt sich die Frage, welche Finanzprodukte überhaupt geeignet sind, wenn man für das eigene Kind oder Enkelkind Geld anlegen bzw. sparen möchte.


Kapitalanlage oder regelmäßig sparen?


Zuerst muss grundsätzlich eine Frage geklärt werden, wenn es darum geht, welche Finanzprodukte besonders geeignet sind, wenn Sie Geld für Ihre Kinder bzw. Enkelkinder anlegen oder Vermögen aufbauen möchten. Diese Frage besteht darin, ob es sich vom Prinzip her um eine Kapitalanlage oder um regelmäßiges Sparen handeln soll. Der Unterschied besteht darin, dass Sie bei einer Geldanlage bereits vorhandenes Kapital nehmen und dieses investieren. Beim Vermögensaufbau hingegen zahlen Sie beispielsweise Monat für Monat 100 Euro in einen Sparvertrag ein, sodass hier vom regelmäßigen Sparen gesprochen werden kann. Diese Unterscheidung ist deshalb wichtig, weil es unterschiedliche Finanzprodukte gibt, die für den einen oder anderen Verwendungszweck besser geeignet sind.


Kapitalanlage für Kinder: Was ist grundsätzlich zu beachten?


Bei der Geldanlage für Ihre Kinder oder Enkelkinder gibt es fernab der Produktauswahl zuvor einige Punkte zu beachten, die sich unter anderem auf rechtliche Dinge beziehen. Zunächst einmal ist es in Deutschland so, dass Minderjährige nicht eigenständig Konten eröffnen oder sonstige Finanzprodukte abschließen dürfen. Stattdessen sind es stets Sie als gesetzlich Vertreter, in der Regel die Eltern, die der Kontoeröffnung zustimmen müssen. Zwar haben Sie während der gesamten Dauer, bis Ihr Kind volljährig ist, ein uneingeschränktes Verfügungsrecht über das angelegte Kapital. Auf der anderen Seite hat der Gesetzgeber allerdings auch festgelegt, dass Sie die Gelder nicht ohne Weiteres für sich beanspruchen dürfen, wenn diese auf den Namen des Kindes angelegt sind. Daher sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie die Kapitalanlage für Ihre Kinder tatsächlich auf deren Namen eröffnen, oder das Geld auf Ihren Namen investieren und Ihrem Kind beispielsweise mit Erreichen der Volljährigkeit überschreiben.


Geldanlage für Kinder: Welche Anlageprodukte gibt es?


Grundsätzlich kommen nahezu alle Anlageprodukte, die Volljährige am Markt nutzen können, auch als Geldanlage für Kinder infrage. Dies hat unter anderem auch damit zu tun, über welchen Zeitraum Sie das Kapital investieren möchten. Wenn man davon ausgeht, dass Sie das Geld ab der Geburt des Kindes investieren wollen, würde die Anlagedauer in der Regel 18 Jahre betragen.

Unter dieser Voraussetzung stehen am Finanzmarkt zum Beispiel die folgenden Anlageprodukte zur Verfügung:
• Spareinlagen

• Investmentfonds inklusive ETFs

• Aktien

• Anleihen

• Bundeswertpapiere

Andere Anlageformen, wie zum Beispiel Festgeld oder insbesondere das Tagesgeld, sind als eine Geldanlage für Kinder eher weniger geeignet. Der Grund besteht darin, dass das Kapital - wie zuvor beschrieben - meistens über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren angelegt wird, sodass Tages- und Festgelder einfach dafür nicht geeignet sind bzw. meistens eine zu geringe Rendite beinhalten.

Mit besonders guten Renditen sind im Durchschnitt betrachtet vor allem Fonds inklusive ETFs und Aktien versehen, wenn man auch hier von einem langfristigen Anlagehorizont ausgeht. Wenn Sie also für Ihre Kinder einen möglichst guten Ertrag erwirtschaften möchten und die Auszahlung zur Volljährigkeit voraussichtlich besonders hoch sein sollte, kommen vor allem Aktienfonds und Aktien infrage. Sie dürfen dabei nur nicht das Risiko vergessen, welches in beiden Fällen vorhanden ist. Zwar ist die Gefahr nicht allzu groß, dass Sie bei einer Anlagedauer von mindestens zehn Jahren größere Verluste erleiden, wenn Sie sich für einen soliden Aktienfonds und stabile Aktienwerte entscheiden. Auszuschließen ist dieses Risiko aber nicht, sodass Sie auf diesen Aspekt achten sollten.


Vermögensaufbau und regelmäßiges Sparen für die Kinder


Während Sie bei der Geldanlage für Kinder bereits eine gewisse Kapitalsumme haben, die Sie investieren können, beinhaltet der Vermögensaufbau für den Nachwuchs bzw. das regelmäßige Sparen, dass Sie praktisch mit null Kapital beginnen. Sie zahlen dann zum Beispiel Monat für Monat für eine festgelegte Laufzeit 100 oder 200 Euro in den von Ihnen ausgewählten Sparplan ein. Doch welche Sparpläne stehen am Finanzmarkt eigentlich zur Verfügung, die auf regelmäßige Einzahlungen ausgerichtet sind und welche Variante ist unter welchen Bedingungen am besten geeignet?

In der Übersicht haben Sie vor allem die Auswahl zwischen den folgenden Finanzprodukten, die vorrangig dem regelmäßigen Sparen dienen:
• Banksparplan

• Fondssparplan

• Private Rentenversicherung bzw. Ausbildungsversicherung

• Aktiensparplan

• Bausparvertrag
Die meisten Eltern und Großeltern entscheiden sich auch heute noch für den äußerst sicheren Banksparplan, da häufig einfach die Hausbank erste Anlaufstelle ist, wenn es darum geht, ein geeignetes Finanzprodukt für den Vermögensaufbau der Kinder zu finden. Zwar sind die Banksparpläne in aller Regel äußerst sicher, aber meistens verschenken Sie als Eltern oder Großeltern dafür eine gute Rendite, die Sie mit anderen Sparplänen erzielen können. Gemeint sind damit in erster Linie Fonds- und Aktiensparpläne. Diese Variante ist im Prinzip vergleichbar mit der Geldanlage in Aktien oder Aktienfonds, denn beide Finanzprodukte können Sie sowohl zur Kapitalanlage als auch zum regelmäßigen Sparen und somit zum Vermögensaufbau nutzen. Somit haben im Prinzip Fonds- und Aktiensparpläne die gleichen Stärken, nämlich vorwiegend eine überdurchschnittliche Rendite, die Sie bei der Geldanlage bei Aktienfonds und Aktien finden.

Der Bausparvertrag ist auf jeden Fall eine sehr spezielle Möglichkeit, um für die Kinder regelmäßig zu sparen. Da es sich um keinen reinen Sparvertrag handelt, sondern um eine Kombination aus an Spar- und späterer Darlehensphase, ist der Bausparvertrag im Grunde nur dann eine geeignete Lösung, wenn Sie schon jetzt wissen, dass Ihr Kind mit Erreichen der Volljährigkeit oder zumindest wenige Jahre später ein Haus kaufen oder bauen möchte, sodass der Bausparvertrag mit dem zinsgünstigen Darlehen sinnvoll wäre. Da dies in den weitaus meisten Fällen nicht so sein wird, bietet sich der Bausparvertrag im Grunde selten an, wenn Sie einen gezielten Vermögensaufbau für Ihre Kinder oder Enkelkinder vornehmen möchten.

Die ebenfalls angesprochene private Rentenversicherung bzw. alternativ eine sogenannte Ausbildungsversicherung können vom Grundsatz her ebenfalls zum regelmäßigen Sparen genutzt werden. Das Manko besteht allerdings darin, dass die Renditen in den letzten Jahren deutlich im Vergleich zu früheren Zeiten gesunken sind. Die Ausbildungsversicherung wird ohnehin nur noch selten angeboten und eine private Rentenversicherung beinhaltet bei heutigem Neuabschluss nur noch selten einen Ertrag, der sich oberhalb von 3,5 Prozent bewegt.


Diversifikation bei der Geldanlage und beim Vermögensaufbau?


Grundsätzlich stehen am Markt zahlreiche Optionen zur Auswahl, wenn Sie für Ihre Kinder regelmäßig sparen oder Geld anlegen möchten. Falls Sie sich nicht entscheiden können oder feststellen, dass im Prinzip mehrere Finanzprodukte sinnvoll sind, bietet sich durchaus eine Diversifikation an. Dies trifft besonders für die Kapitalanlage zu, denn dann streuen Sie zugleich das Risiko. Aber auch beim regelmäßigen Sparen kann es Sinn machen, wenn Sie beispielsweise einen geplanten Betrag von monatlich 200 Euro in zwei oder drei unterschiedliche an Sparform aufteilen, wie zum Beispiel:
• 70 Euro Banksparplan

• 70 Euro Fondssparplan

• 60 Euro Aktiensparplan
Auf diese Weise erreichen Sie nicht nur eine gute Verteilung des Kapitals, sondern können oftmals Rendite und Sicherheit zugleich optimieren, was natürlich beim langfristigen Sparen bei der Geldanlage für Kinder ein ganz besonders wichtiger Punkt ist.