Kinderzuschlag vom Bund
© MQ-Illustrations - stock.adobe.com

Kinderzuschlag vom Bund - Unterstützung für einkommensschwache Familien

Es gibt einige bekannte staatliche Förderungen und Unterstützungen, wie zum Beispiel das Arbeitslosengeld II, das Baukindergeld oder die Riester-Zulagen. Darüber hinaus existieren allerdings auch einige Zuschüsse und Zulagen, von denen nur relativ wenige Bürger wissen. Dazu zählt sicherlich auch der sogenannte Kinderzuschlag. Worum es sich dabei handelt, für wen diese staatliche Unterstützung gedacht ist und was Sie zu diesem Thema als vielleicht betroffene Eltern mit Kindern wissen sollten, das erfahren Sie in unserem Beitrag.


Worum handelt es sich beim Kinderzuschlag?


Der Kinderzuschlag ist eine staatliche Förderung, die es zum Ziel hat, Familien mit einem relativ geringen Einkommen bezüglich des Unterhalts ihrer Kinder zu unterstützen. Die rechtliche Grundlage ist der Paragraph 6a des Bundeskindergeldgesetzes. Das wesentliche Ziel des Kinderzuschlags besteht darin, dass Kinder mit ihren Familien keinen Bezug von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) beantragen müssen. Dennoch stellt der Kinderzuschlag eine spezielle Maßnahme des Hartz IV-Gesetzes dar und ist somit ein Teil der berühmt-berüchtigten Agenda 2010.

Der Kinderzuschlag wurde insbesondere geschaffen, um finanzschwache Familien zu unterstützen. Oftmals ist das Kindergeld nämlich bei Weitem nicht ausreichend, um alle Kosten zu decken, die im Zusammenhang mit Kindern entstehen. Dazu gehören vor allem die folgenden Aufwendungen:
• Nahrungsmittel

• Hygieneartikel

• Kleidung

• Spielzeug

• Schulsachen
Diese Ausgaben summieren sich nicht selten auf mehrere Hundert Euro pro Monat. Statistisch betrachtet kostet ein Kind alleine in den ersten drei Jahren jedes Jahr rund 8.000 bis 10.000 Euro.


Wer kann den Kinderzuschlag beanspruchen?


Die Bundesagentur für Arbeit gibt an, dass im vorletzten Jahr (2018) etwa 240.000 Kinder vom Kinderzuschlag profitierten. Da diese Zahl den Experten allerdings deutlich zu wenig schien, wurde das sogenannte Starke-Familien-Gesetz geschaffen, welches im Januar dieses Jahres in Kraft getreten ist. Das Gesetz hat zum Ziel, dass weitere rund 470.000 Kinder vom Kinderzuschlag profitieren. Nach wie vor stellt der Kinderzuschlag eine Ergänzung zum üblichen Kindergeld dar.

Wer einen Anspruch auf den Kinderzuschlag hat, ist allerdings zum Teil etwas unpräzise formuliert. Eine Definition lautet, dass Erziehungsberechtigte, entweder als Paar oder Alleinerziehende, zwar ihren eigenen Bedarf decken können, nicht aber zusätzlich den Bedarf ihrer Kinder. Zu den grundlegenden Voraussetzungen für den Anspruch auf Kinderzuschläge zählen vor allem:
• Kind muss jünger als 25 sein und im Haushalt leben

• Kind darf nicht verheiratet sein

• Sie haben noch Anspruch auf Kindergeld für Ihr Kind

• Ihre monatlichen Einnahmen belaufen sich auf mindestens 600 Euro (alleinstehend) bzw. 900 Euro (Ehepaar)

• Sie selbst beziehen kein Arbeitslosengeld II

• Sie sind dazu in der Lage, Ihren Bedarf durch Ihr Einkommen, Kindergeld, eventuelles Wohngeld und den Kinderzuschlag zu decken

Mindesteinkommen und Höchsteinkommen als zweite wichtige Werte


Von größerer Bedeutung sind im Zusammenhang mit dem Kinderzuschlag sowohl das Mindesteinkommen als auch eine Höchsteinkommensgrenze. Das Mindesteinkommen haben wir bereits erwähnt, denn dieses muss monatlich 600 Euro (Alleinerziehende) bzw. 900 Euro betragen. Zu beachten ist, dass weder Kindergeld noch Wohngeld in dieses Einkommen mit einbezogen werden.

Ebenfalls von Bedeutung ist ein Höchsteinkommen. Es gibt diesbezüglich allerdings keine fixen Werte, sondern die sogenannte Höchsteinkommensgrenze wird von Fall zu Fall individuell ermittelt. Dies geschieht, indem die Berechnung der Wohnkosten sowie der ALG II-Regelsätze erfolgt, welche die Familie unter der Voraussetzung erhalten würde, falls sie Hartz IV bekommen würde. Obwohl die Berechnung der Höchsteinkommensgrenze nicht ganz einfach ist, müssen Sie sich beim Ausfüllen des Antrages nur selten Hilfe holen. Die Berechnung der individuellen Einkommensgrenze übernimmt die zuständige Behörde, in der Regel die Familienkasse, sodass Sie selbst lediglich Ihr Einkommen angeben müssen.


Wie hoch fällt der Kinderzuschlag aus?


Eine interessante Frage im Zusammenhang mit allen staatlichen Förderungen, Leistungen und Zuschüssen lautet, wie hoch diese sind. Der aktuelle Kinderzuschlag beläuft sich auf maximal 185 Euro pro Kind, allerdings dann in jedem Monat. Jedoch ist die Familienkasse dazu berechtigt, einen geringeren Kinderzuschlag zu zahlen. Dies trifft unter der Voraussetzung zu, dass das Einkommen der Familie, nachdem alle pauschalen Abzüge getätigt worden sind, oberhalb des Gesamtbedarfs liegt. Wird hingegen berechnet, dass das Einkommen geringer als der Gesamtbedarfs ist, wird der volle Kinderzuschlag in Höhe von 185 €Euro pro Kind ausgezahlt.

Die Minderung des Kinderzuschlages tritt also ein, wenn das Einkommen zwar auf der einen Seite niedriger als die Höchstgrenze ist, auf der anderen Seite aber oberhalb Gesamtbedarfs der Erziehungsberechtigten liegt. In diesem Fall findet eine anteilige Zahlung des Kinderzuschlages statt. Dabei gibt es bei den Abzügen eine Staffelung in Schritten von fünf Euro je zehn Euro, die das Einkommen der Eltern oberhalb des feststehenden Gesamtbedarfs liegt. Eine Voraussetzung besteht allerdings darin, dass sich das Einkommen aus einer selbstständigen oder nicht selbstständigen Tätigkeit ergibt. Sämtliche andere Einkunftsarten, zum Beispiel Einkünfte aus Kapitalvermögen, werden hingegen in vollem Umfang vom Kinderzuschlag subtrahiert.


Was zählt zum berücksichtigenden Einkommen?


Neben den genannten Einkunftsarten ist es wichtig zu wissen, was für Berechnung eigentlich zum Einkommen hinzugezogen wird. In erster Linie sind es die folgenden Einnahmen, die beim Einkommen berücksichtigt werden:
• Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit

• Einnahmen aus nicht selbstständiger Tätigkeit

• Elterngeld

• Krankengeld

• Betreuungsgeld

• Renditen

• Zinseinkünfte

• Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung

• Entgeltersatzleistungen (beispielsweise Arbeitslosengeld)
Darüber hinaus wird allerdings auch das Vermögen unter bestimmten Voraussetzungen hinzu gerechnet. Abzüglich feststehender Freibeträge trifft dies insbesondere auf Bargeld, Immobilieneigentum, Wertpapiere und Sparguthaben zu. Ebenfalls abgezogen vom maximalen Kinderzuschlag wird ein eigenes Einkommen des Kindes, jedoch lediglich zu 45 Prozent. Ein solches Einkommen kann zum Beispiel in Form von Unterhalt oder einer Waisenrente existieren.


Wie und wo muss der Kinderzuschlag beantragt werden?


Falls Sie nach Ihren bisherigen Erkenntnissen der Auffassung sind, dass Sie einen Anspruch auf den Kinderzuschlag haben könnten, stellt sich vermutlich noch die Frage, wie und wo Sie diesen Zuschuss beantragen können. Die Zuständigkeit fällt in den Bereich der Familienkasse. Dort erhalten Sie die passenden Formulare, die allerdings von der Bundesagentur für Arbeit bezüglich der Familienkasse auch über deren Webseite zur Verfügung gestellt werden. Wichtig zu beachten ist, dass Sie Ihr Einkommen und auch Ihre Vermögenswerte nachweisen können. Welche Unterlagen Sie dazu einreichen müssen, können Sie dem entsprechenden Antrag entnehmen.


Für welchen Zeitraum wird der Kinderzuschlag gezahlt?


Gezahlt wird der Kinderzuschlag maximal, bis das Kind das 25. Lebensjahr vollendet hat. Allerdings müssen zuvor ununterbrochen alle genannten Voraussetzungen erfüllt werden. Sollten sich Änderungen der finanziellen Verhältnisse ergeben, beispielsweise ein Anstieg Ihres Einkommens, sind Sie dazu verpflichtet, dies der Familienkasse unverzüglich mitzuteilen. Versäumen Sie dies, müssen erhaltene Leistungen eventuell sofort zurückgezahlt werden.