Finanzen für Familien
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Finanzen für Familien ein wichtiges Thema - Altersvorsorge, Absicherung und Haushaltsplanung

Das Thema Finanzen wird in Deutschland nach wie vor oft noch stiefmütterlich behandelt. Insbesondere in den weiterführenden Schulen wäre es eigentlich sinnvoll, zumindest daran zu denken, ein Unterrichtsfach Finanzen und Wirtschaft ins Leben zu rufen, statt am mittlerweile Jahrzehnte alten Lehrplan festzuhalten. Aber auch im Alltag mangelt es häufig an ausreichendem Wissen, sodass selbst einfache Dinge wie die Haushaltsführung daran scheitern. Grundsätzlich ist das Thema Finanzen jedoch insbesondere für Familien mit Kindern äußerst wichtig.


Warum ist Finanzen für Familien ein wichtiges Thema?


Natürlich müssen sich auch Alleinstehende um ihre Finanzen kümmern, aber dennoch hat dieses Thema vor allem für Familien mit Kindern eine besonders große Bedeutung. Wenn Kinder im Haushalt leben, haben die Eltern immer eine zusätzliche Verantwortung, die sich natürlich auch auf finanzielle Dinge, die Vorsorge und die Absicherung der Familie bezieht. Aus diesem Grund sind es auch insbesondere drei große Themenbereiche, die Familien im Bereich Finanzen besonders betreffen, nämlich:
• Altersvorsorge

• Absicherung

• Haushaltsplanung
Über diese drei großen Bereiche möchten wir Sie im Folgenden näher informieren und in dem Zusammenhang darauf eingehen, warum die einzelnen Kategorien für Familien besonders wichtig sind, worauf Sie achten sollten und wie Sie das Thema Finanzen vielleicht auch in Ihrer Familie künftig besser und effektiver angehen können.


Altersvorsorge der Eltern entlastet indirekt die Kinder


Die private Altersvorsorge ist natürlich für alle erwachsenen Bürger in Deutschland ein wichtiges Thema, unabhängig davon, ob es sich um Alleinstehende oder Familien mit Kindern handelt. Dennoch liegt auch hier ein besonderes Augenmerk auf dem Nachwuchs, allerdings nicht in dem Sinn, dass Eltern schon dann an die Altersvorsorge ihrer Kinder denken sollten, wenn diese vielleicht noch in der Schule sind. Stattdessen geht es vor allem darum, dass Eltern ihre Kinder später indirekt entlasten bzw. es nicht zu zusätzlichen Belastungen des Nachwuchs kommen wird, wenn sie frühzeitig an die eigene Altersvorsorge denken.

Dahinter steckt der Gedanke, dass nicht nur Eltern gegenüber ihren Kindern unter gewissen Voraussetzungen unterhaltspflichtig sind, sondern das Gleiche gilt auch umgekehrt. Anders ausgedrückt: Sollten Vater und Mutter im späteren Rentenalter keiner ausreichenden finanziellen Mittel zur Verfügung haben, kann es unter bestimmten Voraussetzungen passieren, dass die Kinder für den Unterhalt aufkommen müssen. Dies möchten Eltern normalerweise auf jeden Fall vermeiden, sodass das Thema private Altersvorsorge von großer Bedeutung ist und auch sein sollte.

Bei der Altersvorsorge selbst geht es vor allem darum, damit möglichst frühzeitig zu beginnen und auch die passenden Finanzprodukte in Betracht zu ziehen. Spätestens mit Geburt der Kinder sollten sich Eltern darum kümmern, die eigene private Vorsorge in die Hände zu nehmen. Hilfreich ist in dem Zusammenhang übrigens auch die Riester-Förderung, denn insbesondere unter der Voraussetzung, dass Kinder im Haushalt sind, lohnt sich diese durch die sogenannte Zulagenrendite noch einmal mehr als bei Ehepaaren ohne Kinder. Pro Kind gibt es nämlich eine jährliche Kinderzulage in Höhe von 300 Euro. Riester-Verträge lohnen sich also nach wie vor zum Aufbau der privaten Altersvorsorge, auch wenn in den Medien oftmals Kritik an den staatlichen Forderungen geübt wird.


Absicherung der Familie durch die passenden Versicherungen


Nahezu alle Eltern möchten nicht nur ihre Kinder und sich selbst im Alter gut versorgt wissen, sondern darüber hinaus spielt auch der Sicherheitsgedanke eine große Rolle. Natürlich lassen sich viele Risiken im Alltag nicht verhindern, aber zumindest ist es wichtig, dass bei einem eingetretenen Schaden in finanzieller Hinsicht Abhilfe geschaffen werden kann. Demzufolge gibt es einige Versicherungen, die Familien mit Kindern dringend zu empfehlen sind, insbesondere:
• Private Haftpflichtversicherung

• Berufsunfähigkeitsversicherung für die Eltern

• Private Unfallversicherung

• Risiko- oder Kapitallebensversicherung

• Invaliditäts- oder Unfallversicherung für die Kinder
Neben diesen privaten Versicherungen, die zwar keine Pflichtversicherungen darstellen, aber grundsätzlich sehr empfehlenswert sind, existieren noch einige weitere Versicherungsarten, mit denen Familien ihren Schutz optimieren können. Die folgenden Versicherungen sind zwar nicht unbedingt notwendig, aber dennoch in vielen Fällen sinnvoll. Dies gilt insbesondere für den Fall, dass man eine optimale Absicherung haben möchte. Unter dieser Voraussetzung kommen oftmals noch die folgenden weiteren Versicherungsarten infrage:
• Teil- oder Vollkaskoversicherung

• Hausratversicherung

• Wohngebäudeversicherung (Immobilieneigentum)

• Rechtsschutzversicherung

• Zahnzusatzversicherung
Natürlich gibt es im Bereich der Absicherung nicht nur sinnvolle Versicherungen, sondern darüber hinaus existieren nicht wenige Versicherungsarten, die entweder entbehrlich oder sogar unsinnig für den einzelnen Verbraucher sind. Zudem haben diese Versicherungen in aller Regel nichts mit einer Absicherung von größeren Risiken zu tun, die zu hohen finanziellen Schäden führen können. Praktische Beispiele sind unter anderem die Insassenunfallversicherung, die Reisegepäckversicherung oder auch Handy- und PC-Versicherungen. Dort werden häufiger ohnehin die am häufigsten auftretenden Schadensquellen nicht versichert oder die Bedingungen sind so streng, dass in der Praxis kaum ein Ersatz bei einem Schaden geleistet wird. Trotzdem ist es natürlich sinnvoll, dass Sie die einzelnen Versicherungen individuell prüfen, denn auch die zuvor genannten Versicherungsarten können im Einzelfall ihren Sinn haben.


Haushaltsplanung: Einnahmen und Ausgaben im Blick haben


Ein eigentlich sehr einfaches Thema, welches allerdings dennoch bei nicht wenigen Familien Schwierigkeiten bereitet, ist die finanzielle Haushaltsplanung. Damit ist in erster Linie gemeint, dass Sie sowohl Ihre Einnahmen als auch Ihre Ausgaben im Blick haben sollten. Es geht in diesem Zusammenhang vor allem darum, dass Sie nicht mehr Geld ausgeben, als Ihnen zur Verfügung steht. Dies klingt allerdings einfacher, als es in der Praxis ist, vor allem im Zeitalter des Dispositionskredites, der Kreditkarte mit Überziehungsrahmen und sonstigen Möglichkeiten, über die eigenen Verhältnisse zu leben. Dabei gibt es insbesondere ein sehr hilfreiches Mittel, mit dem Sie relativ schnell feststellen können, ob Sie zumindest monatlich mehr Geld einnehmen, als Sie aufgrund Ihrer Fixkosten ausgeben, nämlich die Einnahmen- und Ausgabenrechnung.

Sie stellen dabei schlichtweg Ihre monatlichen Einnahmen, also insbesondere Ihr Gehalt, Kindergeld und eventuelles Elterngeld, den Ausgaben wie Miete, Lebensunterhalt, Kosten fürs Auto, Versicherungsprämien und sonstige Ausgaben gegenüber. Ergibt sich aus dieser Gegenüberstellung ein positiver Saldo, verfügen Sie über ein sogenanntes frei verfügbares Einkommen und laufen zumindest nicht Gefahr, sich schleichend zu überschulden. Sind die Ausgaben allerdings höher als die Einnahmen, sollten Sie sich unbedingt Gedanken darüber machen, was Sie an dieser Situation ändern können. Oftmals ist es bereits ausreichend, einige regelmäßige, aber entbehrliche Ausgaben zu streichen oder zu reduzieren, damit Sie wieder einen positiven Saldo erreichen. Zudem kann es hilfreich sein, ein sogenanntes Haushaltsbuch zu führen, in dem Sie einfach sämtliche Ausgaben, wie zum Beispiel Lebensmitteleinkäufe, einmal erfassen. Oftmals läppern sich nämlich gerade die kleineren Ausgaben und man verliert schnell den Überblick, welche Summe tatsächlich Monat für Monat vom Konto wandert.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass das Thema Finanzen für Familien besonders wichtig ist und vor allem aus den drei Blöcken Haushaltsplanung, Absicherung und private Vorsorge besteht. Werden die Kinder dann langsam erwachsen, kommen mitunter noch andere Themen infrage, wie zum Beispiel die Finanzierung einer Ausbildung, eines Studiums oder an welche eigenen Versicherungen der Nachwuchs denken muss, wenn er volljährig ist oder ins Berufsleben einsteigt.