Mystische Edelsteine
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Mystische Edelsteine

Heilung durch Saphir, Rubin & Co


Diamanten zur Verlobung? Granate für mehr Leidenschaft? Bernstein für Kinder, die zahnen? Und Perlen bringen Tränen? Was ist das für ein Sagen umwobener alter Aberglaube, der sich um die schillernden und funkelnden Schmuckstücke aus Stein rankt, die nicht nur bei den Damen so überaus beliebt sind? Wir gehen dieser Legende auf den Grund – und stellen Orakel und Energie-Methoden vor, die auch heute noch praktikabel sein können für alle, die etwas mehr wissen wollen über Saphir, Rubin & Co und deren wundersame Spiritualität in den Alltag integrieren möchten.
Geschichte der Edelsteine
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Eine kleine Geschichte der Edelsteine


Die „Magie der Edelsteine“ ist nicht nur ein Schlüsselbegriff, der heute in aller Munde ist, sondern auch und vor allem eine lange intellektuelle und okkulte Tradition im Grenzbereich zwischen Religion, Kultus und Ritus – eine spezielle Kenntnis über Energie und Form, die ursprünglich nur sehr wenigen Eingeweihten vorbehalten war. Nur Privilegierte hatten früher Zugang zu den Bibliotheken, in denen die geheimen Quellen und Texte lagerten, die die magische und heilende Kraft der Edelsteine beschreiben konnten, und diese Informationen galten lange als Geheimwissen, welches verdeckt und mündlich weitergegeben wurde. Dabei sind Edelsteine und ihre spirituelle Wirkung im Grund seit dem Altertum bestens bekannt und stellen einen Standard im kulturellen Leben vieler Völker dar, der für die soziale Entwicklung und die Beziehungen der Menschen untereinander steht, sowohl privat als gesuchter Schmuck oder als Andenken an bestimmte Schlüsselereignisse im Leben wie Hochzeit oder Verlobung, als auch im öffentlichen Leben, wo Edelsteine die Staatsoberhäupter auszeichneten, die noblen Priester und Könige. Schon in der Bibel, im Alten Testament bei dem Propheten Jesaia werden Edelsteine wie Jaspis und Saphir namentlich erwähnt, welche die Stadtmauer von Jerusalem und die unschätzbare Bundeslade der Israeliten schmücken, oder die zwölf hochwertigen Steine auf der rituellen Brustplatte der Rabbis (Priester), welche für die traditionellen zwölf Stämme Judas oder die zwölf Monate im Jahreslauf stehen. Auch im Neuen Testament, in der Apokalypse des Johannes, werden Edelsteine erwähnt, die von der Hure von Babylon getragen werden, während sie Wein aus einem Pokal trinkt und auf dem scharlachroten Tier reitet, welches die Korruption menschlicher Zivilisation darstellt. Edelsteine hatten schon in der religiösen Welt der Antike eine starke symbolische, divinatorische (Orakel gebende) und rituelle Bedeutung, die mehrdeutig war: sie galten als Insignien der Herrschaft und der spirituellen Überlegenheit – die strahlende Königskrone repräsentierte ursprünglich das Kronen-Chakra – aber auch als Ausdruck von Machtmissbrauch und Eitelkeit. Durch das Aufkommen des Christentums ab dem vierten Jahrhundert unserer Zeitrechnung wurden diese Kenntnisse von der Ambivalenz der Edelsteine und ihrer Bedeutung einerseits im Geheimen gehütet und bewahrt, andererseits aber auch an eine sich wandelnde europäische Kultur angepasst und behutsam weiterentwickelt. Besonders bekannt waren hierbei die zahlreichen Traktate gelehrter Kleriker aus dem Früh- und Hochmittelalter, die nicht nur von der symbolischen und repräsentativen Bedeutung der Edelsteine, sondern auch von deren Spiritualität und Heilkraft sprachen – insbesondere die Erkenntnisse von Hildegard von Bingen (1098-1179). Diese überaus gelehrte Benediktiner-Äbtissin war die Erste, die die energetische und feinstoffliche Bedeutung der Edelsteine, und somit auch deren Passung für verschiedene Krankheiten, systematisch erforschte und der Menschheit diesen Schatz an Wissen zur Verfügung stellte. Viele der heute gängigen Ratgeber zum Modethema „Heilkraft der Edelsteine“ gehen im Kern noch oder wieder auf die über neunhundert Jahre alte Quelle von Hildegards Abhandlungen zurück und auf ihr Wissen über die Kunst, mit Steinen zu heilen.

Heilende Steine – Grundwissen


Wie Menschen in der Geschichte überhaupt darauf kamen, dass die wunderschönen Stücke grünen, blauen und roten Minerals auch heilen können, geht auf zwei Faktoren zurück: auf die Farbenlehre und auf die Untersuchungen gelehrter Mönche und Nonnen, deren bekannteste die bereits erwähnte Mystikerin Hildegard von Bingen war. Die klassische Farbenlehre, die teilweise noch aus der Antike übernommen wurde, spielte im Mittelalter eine große Rolle bei der Bestimmung der richtigen Ernährung, der menschlichen Lebensweise allgemein und natürlich auch in der Bestimmung von heilenden und spirituellen Eigenschaften bei Edelsteinen. Farben sind im Grund – naturwissenschaftlich und physikalisch betrachtet – verschiedene Abstufungen in der Brechung von Lichtwellen und entsprechen einem Spektrum von Rot bis Ultraviolett, welches die Wellenlänge des Lichts angibt. Diese „Wellenlänge“ des Lichts, welches im menschlichen Auge die Information als eine Farbe widerspiegelt, wurde schon seit dem Altertum auch mit bestimmten Gefühlsqualitäten und Bewertungen verbunden; so galt Rot als durchsetzungsstark und vitalisierend, Blau als sanft, beruhigend und so weiter. Diese qualitative Bedeutung und Interpretation von Farben durchzog den Alltag für viele Generationen früherer Menschen, welche intuitiv die qualitative und heilende Kraft der Farben erkannten – lange, bevor die moderne Farbtherapie (Chromo-Therapie) dasselbe tat. Was uns heute ganz unverständlich erscheint, war im Mittelalter normal: man suchte etwa ein Mittagessen nicht nur nach den Haupt-Zutaten aus, sondern auch bewusst nach der Farbe. So galten zum Beispiel grüne Pflanzen als besonders herzstärkend und aufbauend nach einer Depression oder Verstimmung, da man die grüne Farbe mit dem Herzen assoziierte, was ganz ähnlich in der indischen Chakren-Lehre vermittelt wird, wo das Herz-Chakra der Farbe Grün zugeordnet wird. Nicht ganz falsch war diese spirituelle Ansicht, meinen heutige Ernährungsexperten, da das in Grünpflanzen erhaltene Chlorophyll tatsächlich eine nachgewiesene Wirkung auf Herz und Kreislauf haben kann und unseren Stoffwechsel kräftigt und somit tatsächlich diesen energetischen Bereich spürbar stärkt. Doch auch andere Farben als Grün waren in der Esoterik der Alternativmedizin von bestimmter Bedeutung: rote Speisen sollten die Leidenschaft bestärken, orangefarbene und gelbe Lebensmittel die Stimmung heben, weiße Speisen die menschliche Weisheit und Erkenntnis fördern. Nicht alle derartigen Entsprechungen aus der Welt der Esoterik fanden Eingang in unsere heutige Forschung zum Thema Lebensmittel und Gesundheit, und doch stellte die angewandte Farbenlehre in der Ernährung mehr dar als nur den Versuch, farblich attraktive Speisenfolgen zusammenzustellen. Wie wichtig die Farbe im Denken der mittelalterlichen Gelehrten war als der Signifikator für eine bestimmte Qualität und Energie, zeigte auch der all gegenwärtige Farben-Kult, den wir damals in der Wappenkunde (Heraldik) finden und in den Staatsroben der Herrscher, deren Färbungen bestimmte unverwechselbare spirituelle Aussagen darstellten, und nicht zuletzt auch in der tiefgründigen Art und Weise, wie Edelsteine gesehen und interpretiert wurden. Hier galt der grüne Stein als Starkmacher für das Herz und Linderung für Herzeleid, der rote Stein für Sexualität und Fruchtbarkeit, der blaue Stein für Weisheit und Keuschheit, der schwarze Stein zum Abwehren von Unheil und der weiße oder transparente Stein als Sinnbild für reine Energie und pures Glück (ein Grund dafür, weshalb Diamanten so großes Glück versprechen sollen). Auch in der volkstümlichen Magie galt der weiße Stein, wie zum Beispiel der weiße Topas oder Bergkristall, als ein Medium der Vermittlung zwischen der Erde und den höheren Welten oder dem höheren Selbst. So wird in der Esoterik von heute, die bekanntlich auch den Bergkristall als eine Art Channel-Medium unter den Steinen favorisiert, ein altes Wissen um die Entsprechung von speziellen Eigenschaften wie Farben der Edelsteine und deren energetischer Qualität wieder neu aufgelegt und somit für spirituelle Sinn-Sucher von heute zugänglich gemacht.

Vorbereitung von Heilsteinen:


Wie finde ich den Stein, der zu mir passt?


Um mit Steinen zu heilen, gibt es verschiedene Methoden und Rituale, die sich teils entsprechen, teils inhaltlich aufeinander aufbauen, teils aber auch Widersprüche enthalten. Folgen wir daher zunächst den Aussagen, die bei den meisten Kennern der Materie unwidersprochen gelten, und tasten uns vorsichtig zu den „höheren Weihen“ der angewandten Edelsteinkunde vor, die freilich anspruchsvoller und nicht mehr so einfach ohne Paradoxie zu fassen sind. Der rechte Umgang mit den edlen Steinen, die gleichsam kristallisierte Energie sind und deshalb auf unseren Organismus ganzheitlich ansprechen, beginnt bereits beim Erwerb, weshalb wir praxisbezogen zuerst unser kurzes Tutorial mit dem Thema starten: wie finde ich „meinen“ Edelstein, der perfekt zu meiner Persönlichkeit, meiner Stimmung und geistig-seelischen Bedürfnislage passt?

Kauf von Steinen


Der Kauf von Edelsteinen war noch nie so einfach und bequem wie heute, dank Online-Shopping – doch viele Steinkenner bevorzugen die klassische Methode, in einen Spezialladen zu gehen und vor Ort auszusuchen. Generell gilt: wo auch immer man einkauft, man sollte sich unbedingt die Zeit nehmen, um „seine“ Edelsteine zu finden – Steine, die einen sofort intuitiv ansprechen und im Geschäft einen Kaufimpuls wecken. Diese Steine gelten in der Esoterik als die individuellen, mit der Person verbundenen Steine. Es macht also wenig Sinn, fertige Mischungen von Edelsteinen zu kaufen, nur weil diese gerade „angesagt“ sind – die persönliche Auswahl einiger weniger Steine bringt viel mehr als das wahllose Shoppen zahlreicher Exemplare, mit denen man wenig anfangen kann. Die gezielte Auswahl eines Steines hat mit der Kunst der so genannten Gemmologie zu tun, mit der professionellen Bewertung und Verwendung von Edelsteinen in wissenschaftlicher Hinsicht. Es gibt in der Esoterik jedoch auch so genannte Geburtssteine, die nach astrologischen Qualitäten der Sternzeichen ausgesucht und zugeordnet werden – der feurige Widder hat beispielsweise den Geburtsstein Diamant, der bodenständige und etwas materialistische Stier den Smaragd oder Rubin, und so weiter.

Astrologische Geburtssteine


Den zwölf Sternzeichen werden in der klassischen Astrologie auch bestimmte Edelsteine zugeordnet, die durch ihre Farbe, ihre Aura, ihre Schwingung und die dementsprechende Energie ihre charakteristischen und persönlichen Besonderheiten des Sternzeichens reflektieren sollen. Das Tragen von Schmuck mit diesen Edelsteinen (beliebt sind zum Beispiel Ringe mit dem „Geburtsstein“), oder ein solcher unbehandelter Edelstein in der Tasche als kleiner Handschmeichler, soll nach einer alten Legende wie ein extrem mächtiger Talisman wirken und Feinde abwehren, die positiven Eigenschaften der Person verstärken, ihre Energie vervielfältigen und das Glück fördern.

Widder: Diamant, roter Jaspis, Rubin
Stier: Smaragd, Rubin, barocke Perle
Zwilling: Topas, Tigerauge, Glimmer (Pyrit)
Krebs: Perle, Mondstein, Opal, Smaragd
Löwe: Rubin, Citrin, Bernstein, Bergkristall
Jungfrau: brauner Jaspis, Achat, Saphir
Waage: Jade, Saphir, Rosenquarz, Lapislazuli
Skorpion: Blutstein (Hämatit), Granat, Karneol
Schütze: Sodalith, Lapislazuli, Azurit, Türkis
Steinbock: Onyx, Rauchquarz, Saphir, Malachit
Wassermann: Fluorit, Quarz, Aquamarin
Fische: Amethyst, Koralle, Opal, Mondstein

Man kann sich eine dementsprechende astrologische Tabelle wie die obige kaufen oder online einsehen, um eine Faustregel und einen allgemeinen Anhaltspunkt zu haben, nach der man „seinen“ Edelstein finden kann. Oft stellt sich in der Praxis heraus, dass sich Menschen tatsächlich auch unwissentlich von „ihrem“ astrologischen Stein spontan angezogen fühlen, die astrologische Tabelle also eine gewisse psychologische Richtigkeit hat und die Erfahrungswerte ihr oft Recht geben. Viele Menschen, die sehr erfahren in esoterischen Methoden oder intuitiv hellsichtig sind, können die feine Ausstrahlung von Steinen auch spüren und spontan ergründen, welcher Stein unabhängig von ihrem Sternzeichen zu ihnen passt. Insofern ist die astrologische Entsprechung von Sternzeichen und Edelstein nur ein erster, aber wertvoller Anhaltspunkt.

Individuelle Edelsteine


Es steht jedoch auch jedem frei, sich von der eigenen Intuition leiten lassen und sich auf den Schwingen der eigenen inneren Führung zum Kauf eines Edelsteins bringen lassen. Denn auch wenn Sie zum Beispiel vom Sternzeichen Stier sind, heißt das nicht zwingend, dass Sie nur mit einem Smaragd liebäugeln dürfen, weil das gerade so in der Astro-Tabelle steht – vielleicht gefällt Ihnen auf Anhieb ein Saphir besser, und in diesem Fall sollten Sie nicht zögern, ihn zu kaufen. Und nicht zu vergessen ist grundsätzlich, dass – oberhalb von den sehr schematischen astrologischen Zuordnungen, die schon seit Jahrhunderten existieren und sehr wenig flexibel sind – jeder Mensch als Individuum seine eigenen Vorlieben hat, die unbedingt zu beachten sind. Zudem gehören die verschiedenen Edelsteine in der Edelstein-Heilkunde traditionell auch unterschiedlichen Körperregionen und Krankheitsbildern an. Wenn Sie zum Beispiel Widder sind und häufig Kopfschmerzen haben (was bei diesem Sternzeichen charakterbedingt sehr häufig vorkommt), dann nützt Ihnen Ihr astrologischer Geburtsstein Diamant wenig, um das Kopfweh zu lindern, ein anderer Edelstein wäre weitaus besser! Zur Entsprechung zwischen Krankheitsbildern und Steinen und deren heilender Kraft finden Sie im Register eine genaue Tabelle zum Nachschlagen.

Wie heilt man mit Steinen?


Die einfachste Art, mit Steinen zu heilen und ihre energetische Kraft auf Körper, Geist und Seele zu übertragen, ist seit alter Zeit natürlich, einen Schmuck aus dem entsprechenden Stein zu tragen wie eine Kette, die man immer um den Hals trägt, oder einen Ring oder eine Brosche mit diesem Stein. Das Tragen bestimmter Edelsteine (es muss ja nicht gleich eine Tiara sein, wir wollen es nicht übertreiben – ein kleiner Fingerring genügt!) war seit alter Zeit der einfachste und daher auch beliebteste Weg, um von der positiven und spirituellen Kraft des Minerals im Alltag zu profitieren und sie gleichsam ins eigene Energiefeld zu integrieren. Nicht alle Edelsteine werden jedoch geschliffen und zu aufwendigem Schmuck verarbeitet, der durch den Kontakt mit dem Körper seine Energie auf diesen übertragen kann, manche Steine bleiben auch roh und unbehandelt und können zum Beispiel direkt auf schmerzende Körperstellen aufgelegt werden, um ihre heilenden Energien unmittelbar auf den Organismus wirken zu lassen. Diese Methode, die man zum Beispiel gern mit ungeschliffenen Rohsteinen von Rosenquarz, Jade oder Bergkristall praktiziert, um ohne viel Aufwand direkt von den heilenden und besänftigenden Schwingungen des Minerals profitieren zu können, wird seit alter Zeit von vielen Edelsteinkundigen empfohlen. Das Auflegen von Heilsteinen gilt auch in der Esoterik von heute als eine beliebte Technik, um Schwingungen im Körper-Seele-Geist-Feld zu harmonisieren und Chakren wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
a) Chakren-Reinigung durch Edelsteine Unser menschlicher Organismus hat laut der indischen Weisheitslehre, den Veden, und der spirituellen Heilkunde Ayurveda sieben Chakren, das heißt Energiefelder, die sowohl körperlich als Nervenzentren spürbar, als auch in der Esoterik als spirituelle Zentren wahrgenommen werden. Diese Chakren sind bildlich gesprochen wie Perlen an einer Schnur entlang der menschlichen Wirbelsäule aufgereiht und heißen (vom Steißbein aus beginnend in aufsteigender Reihenfolge bis hin zur Schädeldecke) Wurzel-Chakra, Sexual-Chakra, Solarplexus-Chakra, Herz-Chakra, Kehlkopf-Chakra, Stirn-Chakra und Scheitel-Chakra. Störungen in den sieben Chakren können nach alter Legende auch durch das Auflegen von Edelsteinen in den passenden Farben gelindert werden. Hierbei ordnet man die Edelsteine den Chakren zu: rote Edelsteine für das Wurzel-Chakra, orangefarbene Edelsteine für das Sexual-Chakra, gelbe Edelsteine für das Solarplexus-Chakra, grüne oder rosafarbene Edelsteine für das Herz-Chakra, blaue Edelsteine für das Kehlkopf-Chakra, dunkelblaue Edelsteine für das Stirn-Chakra und violette oder weiße Edelsteine für das Scheitel-Chakra. Bei Schmerzen im unteren Rücken würde man also rote Edelsteine wie Jaspis oder roter Sardonyx auf der Höhe des Wurzel-Chakras platzieren, oder bei Schwierigkeiten, sich besser durchzusetzen, gelbe Edelsteine wie Citrine auf die Höhe des Solarplexus-Chakras legen, und bei psychischen Problemen wie der Angst, die eigene Meinung zu äußern, oder Stimm- und Sprachschwierigkeiten blaue Edelsteine wie Aquamarin oder Lapis auf das Kehlkopf-Chakra legen. Wer es mag, kann diese bewährte Energie-Methode aus dem spirituellen Indien gern ausprobieren und mit „seinen“ Heilsteinen eine Wirkung auf seinen Organismus herbeiführen.

b) Heilende Essenzen aus Edelsteinen Es gibt neben der Chakren-Harmonisierung, die uns aus dem mystischen Indien überliefert ist, auch die Methode, heilende spirituelle Essenzen aus Edelsteinen herzustellen, was neben der Heilkraft auch ästhetische Freude macht. Man kann aus den Rohsteinen und gereinigtem Wasser eigene Edelstein-Essenzen herstellen und sogar ein nobles Schönheits-Elixir, das sich die Kraft der edlen Steine zu Nutze macht (und zum Nutzen der Verwenderin). Doch vor der Auswahl eines bestimmten Edelsteins steht noch einiges an Sachwissen: welcher Stein heilt überhaupt welche Beschwerden? Wie suche ich den richtigen Stein aus? Kann ich mit dem Stein in die Zukunft sehen, also signalisiert er mir – zum Beispiel durch Farbveränderung – einen Wandel? Und wie „behandele“ ich meinen Stein, also wie pflege ich ihn richtig, damit ich lange Freude an ihm habe?

Edelstein-Essenz


Edelstein-Essenzen kann man in vielen Varianten im Geschäft fertig kaufen, doch das ist nur der halbe Spaß – tatsächlich kann jeder ohne viel Aufwand und ohne viele Vorkenntnisse seine eigene Edelstein-Essenz herstellen. Ein altes magisches Rezept aus dem Mittelalter beschreibt folgende Prozedur: man nehme einen Edelstein, der das entsprechende Thema heilt (also zum Beispiel einen Onyx bei Stress und Belastung), halte ihn in der linken Hand (die linke Hand ist die intuitive Hand und wird direkt mit dem Herzen assoziiert), bis er sich warm anfühlt, und lasse ihn dann langsam in ein Glasgefäß mit frischem Quell- oder Brunnenwasser gleiten. Das Gefäß verschließe man luftdicht und stelle es vierzehn Tage (oder 28 Tage, das ist ein Mondzyklus) lang einen Ort, wo es vom Sonnen- und Mondlicht beschienen werden kann, wie zum Beispiel ein Fensterbrett, damit es die astralen Kräfte von Sonne und Mond aufnehmen kann. Nach vierzehn oder 28 Tagen kann man die Flasche wieder öffnen und die magische Edelstein-Essenz verwenden, sei es im Wasser zum Haushaltsreinigen, zum schluckweisen Trinken (pro Tag ein Schnapsgläschen voll Edelstein-Essenz) oder zum Reinigen des eigenen Körpers, wenn man sich müde und abgespannt fühlt – allerdings bitte nur sparsam, denn die feinstofflich wirkenden Inhaltsstoffe sind hoch dosiert. Eine modernere Variante dieser spirituellen Essenz besteht darin, dass das Brunnen- oder Quellwasser, welches heute für Stadtmenschen ja schwer zu beschaffen ist, durch gereinigtes Wasser (aqua purificata) aus der Apotheke ersetzt wird.

Edelstein-Schönheits-Elixir


Schönheitsköniginnen und solche, die es werden wollen, haben jedoch noch eine andere Variante dieses klassischen Vorgehens mit Edelsteinen parat, die aber nur zur äußerlichen Anwendung als Kosmetikum gedacht ist – wenn auch mit spirituellem Beiklang. Ein Elixir ist in der Magie und auch modernen Esoterik eine Zubereitung aus Wasser oder Alkohol mit Kräutern oder Edelsteinen. Die Zubereitung des Edelstein-Elixirs ist denkbar einfach: Sie ersetzen das Wasser im ursprünglichen Rezept durch dieselbe Menge naturreines Mandelöl oder Jojoba-Öl (ebenfalls aus der Apotheke), legen ihren Lieblings-Edelstein für die Schönheit (zum Beispiel einen kleinen Rosenquarz für die Ausstrahlung oder ein Stück Jade für reine Haut) darin ein und erhalten so nach vierzehn Tagen ihre unverwechselbare, eigene magische Körperlotion. Sie können diese magische Mixtur noch zusätzlich verbessern, indem Sie ein paar Tropen duftendes, naturreines ätherisches Öl wie Rose oder Minze hinzugeben dürfen. Täglich das mit der Energie der Edelsteine aufgeladene Schönheits-Elixir auf einen Wattebausch auftragen und Gesicht und Dekolleté kreisend damit einreiben – wenn das nicht die wundersame Magie der Verführung erhöht…

Register der Heilsteine als ABC:


Achat
Amethyst
Aquamarin
Bergkristall
Bernstein
Beryll
Citrin
Diamant
Hämatit
Jade
Jaspis
Karneol
Koralle
Lapislazuli
Mondstein
Onyx
Opal
Perle
Rosenquarz
Rubin
Saphir
Sardonyx
Smaragd
Tigerauge
Topas
Turmalin, schwarzer
Türkis

Im Folgenden werden nun die energetischen, spirituellen und heilenden Eigenschaften der genannten Edelsteine beschrieben, so dass Sie sich „Ihren“ persönlichen Edelstein heraussuchen und erkennen können, welche speziellen Wirkungen er auf Körper, Geist und Seele zeitigen soll. Auch, wenn Sie einen Edelstein geschenkt bekommen, wirkt das Register als ein praktisches Nachschlagewerk für dessen Eigenschaften.

Achat
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Achat


Der Achat ist eine besondere Form von Quarz und kommt in der Natur in dunkelgelber, brauner oder braungrauer, seltener roter Färbung mit opaker Schattierung vor. So variantenreich wie sein natürliches Vorkommen ist, sind auch seine Anwendungen in der Edelstein-Heilkunde, die tausenderlei Wege kennt, die feine Schwingung dieses Edelsteins für sich zu beanspruchen und dem Menschen somit das Leben zu erleichtern. Früher hat man Achate traditionell werdenden Müttern gegeben, weil es eine Art dieses Quarzes gibt, in der Einschließungen sind, die ähnlich aussehen wie ein Embryo im Mutterleib, und diese Ähnlichkeit sollte gemäß der so genannten Signaturen-Lehre von Paracelsus (sinngemäß: was ähnlich aussieht, wirkt ähnlich) zu einer guten Gesundheit für Mutter und Kind führen. Doch auch einfache Achate ohne besondere Einschlüsse werden in der Esoterik von heute hoch geschätzt, da ihre Schwingung heilend und erdend sein soll, insbesondere für Menschen, die viel Stress haben oder sogar nah am Burn-Out stehen. Achat gilt als ein festigender, beruhigender Stein, der auch vor Wechseljahrs-Depressionen oder Hysterie schützen soll. Man wendet ihn gern als Schmuck oder Auflege-Stein an oder als spirituell stärkende Edelstein-Essenz zum Durchhalten von Krisenzeiten.


Amethyst
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Amethyst


Der Name “Amethyst” stammt aus dem Griechischen und bedeutet ursprünglich “unberauscht” – diese merkwürdige Namensgebung rührt daher, dass die Griechen in der Antike, die für ihre Trinkgelage bekannt waren, gern einen Amethyst ins Weinglas hielten im Glauben, dadurch keinen Alkohol-Kater zu bekommen. Ob dies gewirkt hat, verschweigt die Historie aber, wenngleich die Vielzahl von antiken Trinkgefäßen, in die ein kleiner Amethyst eingearbeitet ist, von der hohen Verbreitung dieser esoterischen Lehre zeugt. Wahr ist, dass der hell- bis dunkelviolette, meist transparente Edelstein aus der Familie der Quarze eine wunderbare seelische Wirkung auf die menschliche Konzentrationskraft hat. Man sagt ihm nach, dass er auch die Intuition und das so genannte „dritte Auge“ stärken soll – deshalb ist er ein überaus beliebter Stein bei Meditationen, Geistreisen, Rückführungen und vielen Formen spiritueller Arbeit. Auch rankt sich allerlei Volksglaube um den tollen Stein mit der mysteriösen Färbung: so soll etwa eine Frau, die ungewollt kinderlos ist, durch das regelmäßige Tragen eines Amethystes zu einem besonders hübschen Baby kommen. Der Amethyst ist jedoch, abgesehen von seiner angeblich die Fruchtbarkeit fördernden Wirkung, kein typischer Liebesstein. Man schenkt ihn nicht unter Liebenden, da er die Eigenschaft haben soll, die Liebe rasch erkalten – oder ernüchtern zu lassen, was ja auch wieder seiner Namensgebung als „Unberauschter“ entspricht – denn er sorgt dafür, dass der Zauber und die Magie der ersten Begegnung allzu schnell verfliegt…


Aquamarin
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Aquamarin


Der Aquamarin ist ein blassblauer, transparenter Edelstein aus der Familie der Berylle, die grundsätzlich gern für spirituelle Heilung, Orakel und Reinigung eingesetzt wurden. Der Name Aquamarin bedeutet auf Lateinisch „Wasser des Meeres“ – diese poetische Bezeichnung stammt daher, dass man den alten Glauben hegte, ein Aquamarin würde unsichtbar werden, wenn man ihn im Meerwasser untertaucht, da seine spezifische Farbe identisch sei mit der der Wellen. In vielen Ländern war der Aquamarin als Stein zur Verlobung geschätzt, zum Beispiel im Verlobungsring, denn er ist ein sehr spiritueller, reiner Stein und sollte mit seinen Schwingungen die Keuschheit bewahren und Treue garantieren. In einer Edelstein-Essenz verarbeitet dient der Aquamarin auch dazu, die menschliche Sehkraft zu stärken und allgemein die körperlich-seelische Vitalität zu erhöhen, denn er gilt als ein Stein, dessen feine aber durchdringende Energien seelischen Stress lindern und viele positive Kräfte ins Leben der Trägerin ziehen sollen.


Bergkristall
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Bergkristall


Der transparente bis milchig-weiße, meist klar durchscheinende Edelstein ist geradezu ein Stein für Esoterik-Anfänger, weil er für jeden erschwinglich und überall erhältlich ist und somit eine gute Möglichkeit darstellt, sich erstmals mit der heilenden Kraft der Steine vertraut zu machen. Der lichthelle Kristall hat viele fördernde Eigenschaften, denn er wirkt wie ein energetischer Bodyguard und zieht Negatives gleichsam aus der Umgebung, wenn er in Wohnräumen aufgestellt wird, oder auch aus dem Körper, wenn er direkt auf eine schmerzende Körperstelle aufgelegt wird. Seine besonders reine, klärende Aura, die das pure weiße Licht des höchsten Chakras (Scheitel-Chakra) verkörpert, soll angeblich stark verbessernd auf die ganze Umgebung wirken und wie ein Schwamm Negatives aufsaugen, um so die Atmosphäre zu klären und die Schwingung zu erhöhen. In der volkstümlichen Magie benutzt man den spirituellen Bergkristall seit dem Mittelalter auch oft zur Gedankenübertragung: einem alten Ritual zufolge soll es helfen, einen Bergkristall auf einen Zettel mit dem Namen (oder modern das Foto) einer Person zu legen, wenn man unbedingt von dieser Person angesprochen oder angerufen werden soll. Diese kommunikationsfördernde Wirkung hat der Bergkristall angeblich auch in der geistigen Welt – neben oder unter das Kopfkissen gelegt, verschafft er nervösen oder schlafgestörten Menschen nicht ein sanftes Einschlafen und störungsfreie Träume, sondern auch prophetische Visionen und Orakel…


Bernstein
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Bernstein


Der Bernstein ist als einziger in dieser Auflistung von wahren Edelsteinen eigentlich gar kein echter Stein, sondern eine Art versteinertes gelbes, rötliches oder gelbbraunes Harz, dem manchmal noch Einsprengsel von Insekten beigemischt sind. Dieses Harz wird bevorzugt in der Nord- und Ostseeregion gefunden und stellte bereits im alten Preußen und in den baltischen Staaten einen beliebten Schmuck dar, der als besonders schützend und bewahrend gelten soll. Auch in der Ornamentik und im Schmuck von Einrichtungsgegenständen, Spiegeln, Möbeln und Metallgegenständen wurde der dekorative Stein verwendet – man denke etwa an das berühmte Bernsteinzimmer aus der Eremitage in Sankt Petersburg. Es gibt jedoch auch einen Liebeszauber, der mit dem sonnig gelben Bernstein verbunden ist: wenn man möchte, dass eine Frau einem die Treue hält, soll man drei rote Rosen gemeinsam mit einem Bernstein in die Flammen werfen und ihr dabei ewige Liebe schwören. Wem das zu ungewiss ist, der darf „ihr“ auch gleich noch ein Schmuckstück aus Bernstein schenken, damit sich ihre Liebe für ihn steigert… Apropos Schmuckstück aus Bernstein: solche sind eigentlich in der esoterischen Tradition nicht als Geschenke zwischen Liebenden bekannt (benanntes Rezept ist eine Ausnahme), sondern eher als Gabe für kleine Kinder. Bernsteinketten um den Hals getragen sollen nämlich kleinen Kindern das Zahnen erleichtern und ihnen die Schmerzen ersparen. Die feine, durchdringende Schwingung des Bernsteins soll allgemein sehr heilend und lindern wirken und das menschliche Schmerzempfinden senken – angeblich ähnlich wie ein natürliches, leichtes Sedativum.


Beryll
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Beryll


Dieser vital hellgrüne, transparente Edelstein, der heute hauptsächlich aus Brasilien herstammt, war schon im Mittelalter bekannt, und zwar bei den ersten Optikern, die Sehhilfen herstellten. Die frühesten bekannten optischen Linsen und Brillen, deren Herstellung uns in Chroniken überliefert ist, bestanden aus Beryll, daher der Name. Dieser hoch spirituelle Edelstein mit der frühlingshaften Farbe gilt allgemein als erfrischend und aufweckend, vor allem für die geistig-seelischen Kräfte des Menschen – nicht nur die optische Klarsicht sollte durch Beryll verbessert werden, sondern auch die Wachheit des Denkens und die Konzentration! Als Edelstein-Essenz soll Beryll bei Augenleiden helfen (einige Tropfen der Essenz auf eine Augenkompresse aus Mull oder direkt auf die geschlossenen Augenlider auftragen) und auch bei anhaltender geistiger Ermüdung oder Erschöpfung erfrischend wirken.


Citrin
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Citrin


Wenn Sie reich werden wollen, ist der Citrin etwas für Sie, den der leuchtend gelbe oder goldfarbene, transparente Stein gilt als Glücksbringer in allen finanziellen und karrieristischen Angelegenheiten. Der helle, durchsichtige Edelstein wird mit dem Solarplexus (Sonnengeflecht) im menschlichen Körper assoziiert und soll bei allen Anliegen helfen, die etwas mit Selbstbestimmung, Durchsetzungsvermögen und Souveränität zu tun haben – klassische Anliegen auch für den Bereich Beruf und Karriere. Wenn Sie also Ihre Aufstiegschancen verbessern wollen, kann ein kleines Schmuckstück aus Citrin nicht schaden – außerdem soll der wundersame Stein dazu beitragen, dass Sie weniger unerwünschte Rechnungen erhalten. Ausprobieren kann man es ja,… Als Edelstein-Essenz dient der Citrin als Verstärker für positive Energie und als ein natürlicher „Booster“ fürs Selbstbewusstsein. In der klassischen Magie wird Citrin, aufgrund seiner Entsprechung mit der Farbe Gelb und Gold, gern bei Geldzaubern eingesetzt, um die energetischen Kräfte des Zaubers zu bündeln und die Schwingung des Reichtums ins Leben zu ziehen. In der Astrologie gilt der Citrin auch als ein Geburtsstein für Zwillinge und Löwen, die ganz besonders von seiner spirituellen Wirkung profitieren dürften.


Diamant
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Diamant


Der Diamant ist ein einzigartiger Stein und zugleich der bekannteste und härteste aller Edelsteine, der aus purem Kohlenstoff besteht. Seine Mooshärte beträgt zehn, und das macht ihn unbesiegbar. Der antike Name „adaimantos“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet dort, wohl maßgeblich schon von der sprichwörtlichen Härte dieses Steins beeinflusst, „der Undurchdringliche“. Tatsächlich rankt sich um diesen Stein seit der Antike allerlei Aberglaube und esoterische Tradition; so soll er die Schwingungen des Glücks auffangen und gleichsam für die Ewigkeit konservieren, so dass die Trägerin, der ein Diamant in einer Phase des Glücks geschenkt wurde, dieses bis an ihr Lebensende genießen soll (das ist auch die Grundlage für den alten Brauch, zur Hochzeit oder Verlobung Diamant-Ringe zu schenken). Die geschliffene Form des Diamanten ist der Brillant. Es gibt den Diamanten in der Natur nicht nur in rein weiß und champagnerfarben, wie man sie generell kennt, sondern auch in braun und schwarz – schwarze Diamanten gelten als besonders gesucht und wurden neuerdings von der Juwelier-Industrie wiederentdeckt zum Gestalten von besonders extravaganten Schmuckstücken. Mit dem Tragen von Diamanten darf man es allerdings nicht übertreiben – trägt eine Person zu viele dieser funkelnden Stücke Kohlenstoff, so gilt sie nicht nur als überladen und eitel, sondern auch als arrogant. Denn die energetische Ausstrahlung des Diamanten ist recht hart und lässt mitunter seine Trägerin als kalt oder unnahbar erscheinen, und das möchte sie ja (meistens) nicht…


Hämatit
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Hämatit


Der Hämatit trägt seinen ungewöhnlichen Namen aus dem Griechischen stammend und heißt übersetzt auch „Blutstein“. Seine Färbung ist jedoch nicht blutrot, wie man aufgrund des Namens vermuten könnte, sondern metallisch grau, schwärzlich oder stahlgrau changierend – dafür sorgen die vielen Eisenoxide in diesem Mineral, das in manchen Gegenden daher auch als „Eisenglanz“ bekannt ist. Der Hämatit ist ein außergewöhnlicher Edelstein, der in der Esoterik und der volkstümlichen Magie bis ins frühe Mittelalter in historischen Textquellen nachgewiesen wird. Angeblich soll er eine blutstillende Wirkung entfalten und war daher bei den Wunderärzten des Mittelalters überaus beliebt, um Menschen mit Schnittwunden oder müde Kämpfer mit Schwertwunden zu verarzten. Es gibt sogar eine etwas wundersame Rezeptur aus dem Mittelalter von Paracelsus aus Hohenheim, der zufolge man bei einer Schwertwunde eine Mixtur aus Taubenblut, gemahlenem Hämatit und Schmalz auftragen soll – nicht auf die Wunde, sondern auf das Schwert! Vielleicht hat dieses Rezept wirklich seinen Effekt erzielt, weil man an die eigentliche Wunde nur Wasser ließ... Tatsächlich hat sich jedoch bis in die heutige Zeit der Glaube erhalten, der okkulte Blutstein oder Hämatit habe eine kräftigende Wirkung für das Blut und solle blutbildend wirken, zum Beispiel nach einer Auszehrung, nach einer anstrengenden oder heftigen Menstruation oder bei Fieber. Man sollte in diesen Fällen eine effektive Edelstein-Essenz aus Blutstein zu sich nehmen oder homöopathische Präparate, die Hämatit enthalten oder dessen energetische Schwingung. Als Schmuck getragen, soll Hämatit seinen Träger vor Unglück bewahren und selbstbewusster machen – gleichsam kriegerisch, aber ohne Blutvergießen.


Jade
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Jade


Wenn man den Namen „Jade“ hört, denkt man oft automatisch an China und an die grüne Farbe. China als Hauptort des Vorkommens stimmt zwar, doch die Farbe der Jade kann von grün über weiß und rosa bis hin zu gelb und sogar lavendelblau changieren, auch wenn die grüne Varietät weltweit die bekannteste ist. Jade ist opak (nicht durchsichtig) und kann Streifen oder Flecken aufweisen, doch die streifenfreie, reine Variante ist die teuerste. In Asien wurden seit alter Zeit allerlei Amulette, Ketten, Ringe und Armreifen aus Jade angefertigt, die einen rituellen und gesundheitlichen Zweck haben sollten: sie sollten die Schönheit der Trägerin erhöhen, ihren Kreislauf stärken (Jade gilt als energetischer Jungbrunnen), den gesamten Organismus verjüngen und nicht zuletzt auch zu einer einfachen Geburt verhelfen. Aus diesem Grund hat man in China so genannte Jadebeile angefertigt – kleine Schmuckstückchen aus Jade, die am Oberschenkel getragen wurden und dabei helfen sollten, die Wehen zu erleichtern. Wer nicht schwanger ist und auch keine Absicht hat, es zu werden, kann die spirituelle grüne Jade auch als Helfer für den „grünen Daumen“ nutzen, denn dieser Stein soll auch die Gärtner beschützen und dafür sorgen, dass in Ihrem Garten das Gras immer etwas grüner und die Rosen immer etwas schöner sind als bei den Nachbarn. Einfach eine Kette aus Jade tragen oder Edelstein-Essenz mit Jade in das Wasser geben, mit dem Sie Ihre Blumen gießen, und der Neid anderer Gärtner soll Ihnen sicher sein.


Jaspis
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Jaspis


Der rote Jaspis ist einer der traditionellen Steine, die bereits im Alten Testament erwähnt werden, als ein Stein der zwölf edlen Steine, die die Brustplatte der Priester (Rabbis) zieren. Obwohl die rote Variante die bekannteste ist, kommt der Jaspis in der Natur auch in Gelb, Schwarz oder Braun vor und wird von Unkundigen manchmal mit dem Achat verwechselt. Der rote Jaspis gilt aufgrund seiner Farbe als ein Edel- und Heilstein, der das Blut gesund machen und den Blutkreislauf stabilisieren soll, außerdem soll er dazu beitragen, dass die Blutbildung gestärkt wird, wenn ein Mensch zum Beispiel durch eine Operation oder durch Blutverlust geschwächt ist. Im Beruf soll der Jaspis dazu beitragen, dass man mehr psychische Stabilität erhält und es verstehen lernt, seinen Anliegen mehr Gewicht und Gehör zu verschaffen – nicht übereilt oder cholerisch, sondern indem man beharrlich auf seinem Recht pocht. Der Jaspis gilt also als ein genereller Stabilisator. Verwendungsweise: als Edelstein-Essenz, Schmuck oder Handschmeichler in der Tasche.


Karneol
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Karneol


Der Karneol ist ein weiß-orangefarbener oder rein orangeroter Quarz, der seine Farbe der Beimischung von Eisen verdankt. Sein Name stammt angeblich – wenn man auf die Quellen von der Mystikerin Hildegard von Bingen zurück greift – von der in Europa heimischen Kornelkirsche ab, wegen seines satten rötlichen Farbtons, doch es gibt auch andere Bücher und Chroniken, die den Karneol als „fleischfarben“ bezeichnen, vom lateinischen Wort „carne“ für Fleisch. Wie auch immer sein Name sich herleiten lässt, die außergewöhnliche rötlich-orangefarbene Schattierung dieses Steins und seine sanfte doch kraftvolle Ausstrahlung haben ihn schon früh zu einem beliebten Schmuckstein gemacht, nicht nur für Körperschmuck im eigentlichen Sinn, sondern auch für die Dekoration von Gebrauchsgegenständen wie Messern, Pokalen, Gürteln und Schwertern, wie man es in zahlreichen Fundstücken im ganzen Mittelmeerraum bestätigt findet. Der Karneol hat in der Magie eine besondere Bedeutung, er soll nämlich den Menschen vor den Wirkungen der Sonne schützen. Es gibt ein altes magisches Rezept aus Süddeutschland, welches das Tragen von Karneol-Schmuck oder das Mit-Sich-Führen eines Karneols empfiehlt, wenn der Reisende in südliche Länder zieht, die stark von der Sonne beschienen werden. Ein feiner Edelstein als magischer Schutzschild gegen UV-Strahlen? Man weiß nicht, ob dieser energetische Sunblocker tatsächlich seine Dienste tat oder ob es sich hier bei der Abwehr von zu starker Sonnen-Einstrahlung um das Reich der Legende handelte. In der Edelstein-Heilkunde gilt der Karneol dennoch, abgesehen von seinem hohen Schmuckwert, als ein Tonikum für einen schönen Teint und soll geplatzte Äderchen und Sonnenbrand verschwinden lassen. Denn der „Fleischfarbene“, wie dieser Stein ja auch heißt, soll einfach wohltuend auf den gesamten Tonus der Haut wirken…


Koralle
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Koralle


Ist es eine Pflanze, oder ein Tier? Korallen sind ungewöhnliche Phänomene, die zoologische (also tierische) und botanische (also pflanzliche) Eigenschaften haben und im Grund eine Art Nesseltiere darstellen, deren Kalkablagerungen zu den beliebten Schmuckstücken verarbeitet werden. Sie kommen in der Natur auf so genannten Korallen-Riffs vor und können verschiedene Farbschattierungen aufweisen, von rosa und dunkelrot über weiß bis hin zum seltenen und gesuchten blau. Am beliebtesten in der Schmuckindustrie ist seit vielen Jahren die rote und rosa Koralle, wobei man bei der roten nochmals die so genannte Astkoralle mit kleinen Ausbuchtungen und die Schaumkoralle unterscheidet, die rot-weißlich geädert ist, und die ebenfalls sehr beliebte, charmante rosafarbene Koralle gibt es zudem in einer seltenen Variante mit leicht pfirsichfarbenem Unterton, poetisch „Engelshaut“ genannt. Alle Korallen sollen die heilende Eigenschaft haben, seelisch nervenstärkend und blutbildend zu wirken und den Kreislauf und Organismus der Trägerin zu unterstützen. Die Koralle gilt, insbesondere in ihrer rosafarbenen Form, auch als ein Schmuck, der die Sinne, die Empfindungsfähigkeit und das Wahrnehmungsvermögen erhöht – daher stammt der alte Brauch, beim Besuch der Oper oder des Theaters lange Korallenketten zu tragen! Die Koralle ist astrologisch auch dem Sternzeichen Fische als so genannter Geburtsstein zugeordnet und soll insbesondere diesen hoch sensiblen und spirituellen Menschen helfen, ihre natürliche Empfindsamkeit in einem geschützten Rahmen auszuleben, ohne zum Opfer gemeiner oder grobschlächtiger Menschen zu werden. Als Essenz kann man die Koralle verwenden, wenn man seine Sinnesorgane verbessern und feiner hinhören möchte, was in seiner Umgebung geschieht, oder wenn man sich nach einer Krisenphase erholen oder gar richtig „abtauchen“ möchte, wie die wundersame Koralle im Meer…


Lapislazuli
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Lapislazuli


Dieses leuchtend dunkelblaue Mineralgemisch mit Pyrit und Calcit, oft mit kleinen goldenen Einsprengseln, ist bei den Persern, die auch seinen Namen geprägt haben, als ein Sinnbild für den wunderschönen dunklen Nachthimmel mit Sternen angesehen worden. Er gilt seit der Antike als ein exquisiter Glücksstein für Liebe und Beruf und wurde in der esoterischen Praxis auch oft bei Liebeszaubern verwendet, sei es, um Liebe beim Angebeteten zu erwirken, oder auch, um seine eigene Anziehungskraft zu erhöhen. Die klassischen Magier ordneten den Lapislazuli der Göttin Venus zu und fanden, dass er wie wenige andere die faszinierende Schönheit, aber auch die Strenge dieser Liebesgöttin im Mineralreich repräsentiert. Der blaue Lapislazuli war auch ein Stein der Könige und schmückte traditionelle Kronen, Armbänder und Halsbänder, schon bei den ägyptischen Pharaonen, später auch bei den Herrschern im hellenistischen und spätrömischen Reich. Heute wird von Anhängern der Wicca-Magie oft empfohlen, Lapislazuli im Haus zu haben, wenn man Liebe anziehen will. Die Edelstein-Essenz aus Lapislazuli soll die eigene Ausstrahlung unwiderstehlich machen. Gute Varianten des edlen Steins – auch in Rohform – sind teuer, doch der magische Effekt soll es wert sein.


Mondstein
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Mondstein


Der Mondstein ist ein transparent bis opak undurchsichtiger, meist weiß oder bläulich schimmernder Stein aus der Familie der Feldspate. Das höchste Vorkommen an Mondstein besteht momentan in Indien, wo Mondstein auch seit Jahrhunderten zum traditionellen Schmuck gehört. In der klassischen Esoterik und Astrologie wird der Mondstein, wie auch die Perle, dem Sternzeichen Krebs zugeordnet, weil sowohl der Stein als auch das Sternzeichen eine besondere Beziehung zum Mond und zur vegetativen Natur haben. Dieser wunderbar schillernde Edelstein gilt in der Form eines Schmuckstücks als Glücksbringer für jung und alt, aber besonders für Frauen, denn er soll eine gute Ehe oder das Wachsen und Reifen einer beginnenden Beziehung garantieren, sowie – wenn man es möchte – gesunde und begabte Kinder. In manchen Ritualen wird Mondstein auch direkt eingesetzt, um die Fruchtbarkeit zu fördern, und Waschungen mit Edelstein-Essenz aus Mondstein sollen einer Frau dabei helfen, ihre Weiblichkeit anzunehmen und ihren Körper besser zu akzeptieren. Der klare Mondstein wird in der volkstümlichen Magie auch oft als Mittler zwischen den Welten eingesetzt, denn der Stein soll die Eigenschaft haben, die eigenen Gaben der Prophetie einer Person und das „zweite Gesicht“, also die okkulte Gabe, Verborgenes zu erkennen, fördern. In einem alten Orakel-Ritual heißt es, dass man, um Kontakt zu seinem Schutzgeist oder Krafttier zu erhalten, in einer Vollmondnacht mit einem Mondstein in der Hand auf ein Feld gehen und den Himmel betrachten soll, ob sich eine Vision zeigt. Traumhaft ist der Schimmer dieses Edelsteins auf jeden Fall – ob mit oder ohne magische Bedeutung…


Onyx
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Onyx


Der mystische schwarze Onyx wird manchmal auch als ein Stein der Nichtliebe bezeichnet und hat viele Sagen und Legenden gezeitigt, die seiner besonderen Farbe zugeordnet sind. Es handelt sich hierbei um einen nicht durchscheinenden, mattschwarzen bis silbergrauen Edelstein, der zur Familie der Chalzedone gehört. Onyx wird seit dem Mittelalter in zahlreichen beliebten Formen von Schmuck verarbeitet, meist als Halskette, Anhänger oder Ohrring in Silber, weil er aufgrund seiner seltenen dunklen Farbe einen belebten Kontrast zu hellen Metallen als Fassung abgibt. Der Onyx wurde in der Magie aufgrund seiner schwarzen Farbe als Entsprechung zum Planeten Saturn angesehen, der als Herrscher der Dunkelheit, der Zeit, der Strenge, des Todes und der Entbehrung gilt. Auch aufgrund dieser eher düsteren Assoziation des Onyx´ mit den „saturnischen“ Eigenschaften und Qualitäten hat man ihn oft als einen Stein der Hexen verstehen wollen, und ein wenig von diesem Verständnis haftet noch heute der massenweisen Verbreitung an, die dieser dunkle Stein in den Kreisen der Gothic-Szene oder im Neuheidentum gefunden hat, wo er zum Kult-Stein avanciert ist. Doch der Onyx ist nicht unbedingt ein negativer Stein an sich und trägt auch keine negative Energie in sich, denn er gilt als Bannstein, der Böses abwehren soll, und das ja im Grund eine fördernde Eigenschaft. Es ist lediglich so, dass der schwarze Stein einem alten Aberglauben zufolge dann Unglück bringen soll, wenn man ihn verschenkt. Achten Sie also lieber darauf, dass Sie keinen Onyx geschenkt bekommen – oder verschenken Sie ihn einfach weiter an jemanden, den Sie nicht leiden können… Als spirituelle Edelstein-Essenz dient der Onyx traditionell als Schutz und Bann vor bösen Geistern oder neidischen Nachbarn, und auf die Türschwelle getröpfelt, zum Fensterputzen oder zum Großreinemachen in der Wohnung verwendet soll er Wunder wirken, um ungute Energien verschwinden zu lassen oder zu neutralisieren.


Opal
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Opal


Dieser funkelnde Edelstein aus der Familie der Oxide, der wie kein anderer in zahlreichen Regenbogen-Farben schillert, hat eine lange und wechselhafte Historie, da sein Farbspiel die Menschen offenbar seit alter Zeit fasziniert hat und ihre Fantasie zu allerlei Vermutungen anregte. Wenn es einen Edelstein gibt, der traditionell mit Unglück assoziiert ist, dann ist es (neben dem Onyx, dessen Zuordnung aber meist irrtümlich ist) der Opal. Man sagt in Indien, wo es riesige Vorkommen von Opal gibt, dieser Stein sei gar kein Edelstein oder Mineral, sondern stamme direkt von der Göttin Kali oder Dhurga ab, die als Herrscherin des Todes und der Wiedergeburt gilt und das Karma beherrscht. Tatsächlich war der schillernde, in weißer bis blauer Farbe schattierte Edelstein lange Zeit bei den reichen Engländerinnen unbeliebt, deren Gatten den indischen Subkontinent eroberten, weil man an dem Aberglauben festhielt, dieser Stein bringe seiner Trägerin sicherlich Unglück. Es gibt sogar Sagen, die den Opal als einen magischen Stein beschreiben, der einen Fluch bergen soll, und entsprechende Erzählungen über eine Reihe von unerklärlichen Unglücksfällen, die mit dem Tragen des Schmucks in Verbindung stehen. Ein alter esoterischer Volksglaube aus Mitteleuropa besagt, dass Schmuckstücke mit Opal als Geschenk unter Liebenden (ähnlich wie Smaragde) die Eigenschaft haben, die Liebe zu zerstören. „Frau“ kauft sie sich vielleicht lieber selbst bei einem Juwelier ihres Vertrauens, wenn sie sich in das faszinierend bunte Farbenspiel vernarrt hat und sicher gehen will, dass es keine abträgliche Wirkung auf Liebe und Leben hat…


Perle
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Perle


Die Perle ist im Grund kein Stein oder Mineral, sondern ein Fremdkörper aus Perlmutt, der sich im Innern einer Muschel oder Perlenauster bildet. Diese „Schätze des Meeres“ aus Indien, Japan, dem Südpazifik und dem Mittelmeer sind seit alter Zeit bei Frauen überaus beliebt und werden in Ketten, Armbändern, Ringen oder als Ohrring getragen, da sie als Inbegriff des Weiblichen gelten. In der klassischen Astrologie wird die Perle dem Mond und dem am meisten vom Mond betonten Sternzeichen, dem Krebs, zugeordnet, und Krebs-Frauen sollen in Perlenschmuck besonders reizvoll erscheinen. In der antiken Magie stehen Perlenketten für die Stärkung des Selbstbewusstseins und für die seelische Aufmunterung nach einer Krise, denn die Perle stellt ja sinnbildlich die Bewältigung einer Auster dar, mit einem Fremdkörper umzugehen, und ähnlich wird das Tragen von Perlkenketten als Unterstützung bei seelischen Bewältigungsversuchen angesehen. Aufgrund dieser Analogie zwischen der Entstehung der biologischen Perle und dem Überwinden von seelisch-geistigen Krisen hat sich die Perle in vielen Gegenden als so genannter Trauerschmuck etabliert, wenn es darum geht, als Angehörige bei einem Todesfall Respekt zu erweisen, oder als traditioneller Witwenschmuck. Doch die umgekehrte Bedeutung der Perle hat sich im modernen Brauchtum ebenfalls durchgesetzt und es gibt auch die Perle als beliebten Schmuck für Bräute, zur Hochzeit und zur Verlobung, weil ihre weiße Farbe und ihr sanftes Schillern spirituelle Reinheit und Eleganz repräsentiert. In esoterischer und heilkundlicher Deutung sollen Perlen die Knochen und Zähne stärken – regelmäßiges Tragen von Perlenketten soll angeblich die Wirbelsäule stark und stabil machen. Wichtig für Frauen, die an Osteoporose leiden, ist, dass feinstoffliche Präparate mit Perlen oder auch nur das häufige Tragen von entsprechendem Schmuck im Ruf stehen, den Aufbauprozess der Knochen energetisch zu unterstützen – und zudem die Trägerin glamourös erscheinen lassen…


Rosenquarz
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Rosenquarz


Der Rosenquarz ist, wie der Name schon sagt, ein Edelstein aus der Familie der Quarze in zart rosen- oder rosafarbener Tönung, die durchscheinend bis leicht opak (nicht transparent, milchig) sein kann. Dieser Quarz ist seit geraumer Zeit sehr bekannt geworden und oft zum Liebling vieler Esoteriker avanciert, da er als der Stein gilt, der die Forderung „Licht und Liebe“ am besten sinnbildlich repräsentiert, denn sein feines rosagefärbtes Erscheinungsbild gepaart mit sanfter Energie macht ihn zum Liebesstein schlechthin. Es wird oft empfohlen, einen Rosenquarz unter dem Bett oder auf dem Nachttisch zu verwahren, um die Energie der sanften Liebe gleichsam zu kanalisieren. Allerdings ist diese Zuordnung etwas zu einfach, denn der bekannte Rosenquarz hat viele besondere Facetten, die man kennenlernen sollte, ohne ihn gleich stereotyp als Liebesstein einzuschätzen. Er trägt auch eine Energie der Heilung und Versöhnung in sich und dient daher weniger dazu, die Leidenschaft für eine Liebesnacht anzufeuern, sondern vielmehr, um nach einem Streit wieder Versöhnung zu finden. Auch hilft dieser Stein mit seiner feinen aber durchdringenden Energie dabei, die richtige Einstellung zum eigenen Körper wiederzufinden, wenn eine Frau beispielsweise nach schwierigen Geburten oder Operationen erschöpft ist, unter juckenden Ausschlägen leidet, oder Psoriasis oder Allergien hat, die ihr gesundes Hautbild stören. Ein tägliches Bad mit einer Essenz von Rosenquarz wird hier empfohlen, damit man sich wieder richtig „wohl in der eigenen Haut“ fühlen kann…


Rubin
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Rubin


Der Rubin ist in der klassischen Edelsteinkunde eine besondere Form des Korunds, der seine tiefrote oder blutrote Farbe durch Chromoxid erhält. Er wird in vielen alten esoterischen Texten als ein edler und gesuchter Stein der Könige beschrieben, ähnlich wie auch Saphir und Smaragd. Seine dunkelrote Farbe, die man in Juwelierkreisen auch als „Taubenblut“ bezeichnet, macht ihn in der Analogielehre der Farben zu einem Edelstein für das Herz und für alle Herzensangelegenheiten, die ebenfalls mit der Farbe Rot assoziiert werden, und lässt ihn in der Beliebtheitsskala für Verlobungsringe und sonstige Geschenke auf dem dritten Platz stehen, nach Diamant und Aquamarin. Allerdings ist der Rubin kein Stein für amouröse Zögerer und Zauderer oder schüchterne romantische Verehrer, die sich nicht trauen, sondern eher etwas für passionierte Draufgänger, denn seine feurige und konzentrierte Schwingung soll sofort die Leidenschaft erhöhen. Die berühmte Lucrezia Borgia trug angeblich immer einen Rubin, wenn sie einen ihrer Liebhaber ermorden ließ… Aufgrund seiner energetischen Nähe zu knisternder Erotik und Kalkül ist der Rubin auch ein Stein der Hexen, die ihn gern bei ihren Ritualen nutzten, als Schutzstein oder um die magische Kraft des Zaubers zu bündeln und zu vervielfältigen. Moderne Wicca-Experten raten daher, niemals selbst ein Hexenwerk oder Ritual zu beginnen, ohne zum Schutz nicht mindestens einen klitzekleinen Rubin bei sich zu tragen, und sei es in der Spitze einer Anstecknadel – nur zur Vorsicht…


Saphir
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Saphir


Der Saphir gehört, ebenso wie Rubin und Smaragd, zu den hochwertigen Edelsteinen, die schon im Altertum als der Schmuck der Könige beschrieben werden, weil seine besondere Ausstrahlung und sein Wert ihn zu einem Kennzeichen von Macht und Ansehen machten. Er ist gemmologisch ebenfalls ein Korund, allerdings nicht mit Chromoxid gefärbt, sondern mit Titanoxid, was seine leuchtend blaue oder kornblumenblaue Tönung bewirkt. Es gibt allerdings, neben dem beliebten und charakteristischen blauen Saphir, auch eine weiße Variante (die manchmal in geschliffener Form als Diamant-Ersatz benutzt wird) und eine gelbliche oder orangefarbene Form, den so genannten Mandarin-Saphir. Der Saphir wird in den berühmten Edelstein-Traktaten der Mystikerin Hildegard von Bingen als ein Stein beschrieben, der die Keuschheit seiner Trägerin schützen und sie vor bösen Männern (also unerwünschten Verehrern) bewahren soll. Wollte man prüfen, ob eine Frau wirklich keusch war, sollte man angeblich den edlen Stein in ein Feuer werfen und beobachten, wie sich der aufsteigende Rauch entfaltet – ob man darin ein gutes oder böses Omen erkennen konnte… Es ging jedoch auch einfacher: man schenkte seiner Dame, wenn man sich über ihre Treue nicht ganz im Klaren war, einen Ring mit einem Saphir und behielt diesen scharf im Auge. Wenn er sich verdunkelte, drohte der Trägerin Gefahr – oder aber sie nahm es mit der Treue nicht allzu ernst. Weitere Verwendung des magischen Saphirs: als Edelstein-Essenz, sehr gut geeignet, um die geistige Konzentration zu stärken und nach Stress und Ablenkung wieder einen „klaren Kopf“ zu bekommen.


Sardonyx
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Sardonyx


Der Sardonyx ist mineralogisch ein Gemisch aus dem Sarder-Stein und dem Onyx und kommt in der Natur in weißer, schwarzer, brauner und rosabrauner Färbung vor, wobei es selten rein einfarbige und häufig gebänderte und abschattierte Varianten des Steins gibt. Er gehört zu den ältesten Edelsteinen, die überhaupt in den klassischen Überlieferungen der Kulturgeschichte genannt werden, und fand schon im Alten Testament und in den Edelstein-Traktaten der Hildegard von Bingen eine lobende Erwähnung. Lange Zeit ist dieser schöne, universelle Helfer mit langer Geschichte dennoch fast in Vergessenheit geraten, doch heute hat man ihn in der Esoterik wiederentdeckt. In der Naturheilkunde verwendet man den Sardonyx als probates Mittel gegen Fieber und gegen Husten und Erkältungskrankheiten, da er angeblich das menschliche Immunsystem stärken und die Selbstheilungskräfte aktivieren soll. Seelisch wirkt er gegen akute Erschöpfungszustände, Depressionen und Stimmungsschwankungen und verhilft dazu, nach einer Phase der Abgeschlagenheit oder Überforderung wieder neuen Lebensmut zu fassen. Im antiken Rom hatte der „Erkältungskiller“ Sardonyx noch eine zusätzliche Bedeutung, denn er galt als der typische Edelstein für Bräute, die ihn in ihrem Hochzeitsschmuck oder auch als Verzierung auf dem Schuhwerk trugen, denn die lebensbejahende und positive energetische Schwingung dieses Steins sollte angeblich die auch die Sexualität und Fruchtbarkeit steigern. Als Edelstein-Essenz oder als spirituelle Edelstein-Öl tropfenweise angewendet, soll der Sardonyx mit seiner feinen und durchdringend positiven Ausstrahlung Leib und Seele stärken und dazu beitragen, dass man wieder mehr im Hier und Jetzt lebt – eine nicht einfache Aufgabe für die meisten Zeitgenossen.


Smaragd
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Smaragd


Der Smaragd ist ein royaler Stein, der früher bei den Kronen der Könige und den Diademen der Herrscherinnen nicht fehlen durfte, denn er stand sinnbildlich für geistige Überlegenheit und hohes spirituelles Wissen. Manche antiken Quellen bezeichnen den durchscheinenden, dunkelgrünen Stein sogar als „Stein der Weisen“, obwohl wir ja wissen, dass der sinnbildliche Stein der Weisen in der Alchemie kein wirklicher Stein ist, sondern ein rein geistiges Symbol für Erkenntnis darstellt. Tatsächlich gehört der Sagen umwobene grüne Edelstein zu den teuersten Steinen überhaupt und stellt für viele Menschen nicht nur ein großes Statussymbol dar, sondern auch einen Ausdruck erlesenen Geschmacks und erhöhten Schönheitsempfindens. Oft finden sich im Innern des Smaragds kleine hellere oder dunklere Einschlüsse und Farbverläufe, „jardin“ (Garten) in der Fachsprache genannt, die ihn besonders reizvoll machen. Die häufigste Verwendung von Smaragd besteht in anspruchsvollen Schmuckstücken, die die Schönheit der Trägerin erhöhen sollen, doch die ungeschliffene Rohform des Steins kann auch als Grundlage für spirituelle Edelstein-Essenzen genutzt werden. Smaragd-Essenz gilt als Heilwasser für die Augen und soll schwache Augen stärken und die Sehkraft erhöhen (nicht unwichtig für eine Zeit wie heute, wo so viele Menschen Bildschirmarbeiter sind). Ein Rat für edle Spender aus der Tradition der Esoterik: ein Mann sollte einer Frau keinen Smaragd-Schmuck schenken, denn angeblich verführe dieser die Trägerin zur Untreue, oder entzweie die Liebenden, so sagt ein alter esoterischer Glaube über die Edelsteine als Geschenk. Wie kommt „sie“ nun aber zu dem gesuchten Schmuckstück? Darüber schweigen die Quellen kavalierhaft…


Tigerauge
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Tigerauge


Das so genannte Tigerauge ist ein gelber bis gelbbrauner, seidig schimmernder beliebter Edelstein aus der Familie der Quarze, der wegen seiner Streifen und der Anmutung an das Tier mit dem Tiger assoziiert wird. Dieser ungewöhnliche Stein wird astrologisch dem Sternzeichen Zwilling zugeordnet, da er, wie viele andere zweifarbige Steine, die Dualität repräsentiert und die Zwiespältigkeit, die diesem Sternzeichen besonders zu Eigen sein soll, aber auch die Kreativität, die sich symbolisch in den Brechungen seiner Oberfläche darstellt. Das Tigerauge ist ein attraktiver Edelstein, der selten zu Schmuck verarbeitet und eher in Rohform oder als so genannter Trommelstein wenig weiterverarbeitet als Handschmeichler in der Tasche getragen oder auf schmerzenden Körperstellen aufgelegt wird. Seine aufbauende und subtil heilende Kraft soll den Körper insgesamt vitalisieren und seelischen und physischen Zuständen der Erschöpfung abhelfen. Armbänder mit Tigerauge sollen dem Träger oder der Trägerin außerdem Mut verschaffen, sich ohne falsche Schüchternheit durchzusetzen und die eigene innere Integrität über äußere Zwänge und Konventionen zu stellen. Das Tigerauge ist ein Edelstein für Individualisten und verhilft dank seiner energetischen Schwingung auch unserer Psyche, selbstbewusst zu den eigenen Ideen zu stehen und sich nicht immer mit anderen messen zu müssen.


Topas
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Topas


Nicht erst seit dem Agenten-Thriller gleichen Namens ist der „Topas“ sehr beliebt. Der gelbe, weiße oder – sehr selten – hellblaue Stein gehört zur Familie der Silikate und kommt in der Natur häufig vor, insbesondere sind heute Brasilien und Nordafrika als Fundorte zu nennen. Der Name Topas stammt vermutlich von einem älteren Wort aus der altindischen Gelehrtensprache Sanskrit in den Weisheitsbüchern der Veden ab und bedeutet so viel wie „Strahlen“, was auf die leuchtende Ausstrahlung dieses hochgradig spirituellen Steins hinweist, der in seiner weißen Variante von Unkundigen tatsächlich mit einem Diamanten verwechselt werden kann. Topas ist allerdings aufgrund seiner kristallinen Struktur schwer zu schleifen und wird daher nicht wie ein Diamant im Brillant-Schliff veredelt, sondern in eher einfach abgeflachter Form in Ringen oder Ohrschmuck eingesetzt. Als Schmuck soll der Topas Beständigkeit in der Liebe bringen; die seltene und teure blaue Art des Topas soll zusätzlich seine Trägerin ideell auszeichnen und ihr dabei helfen, ihre Wünsche zu erfüllen und ihr allen erdenklichen Luxus zu Füßen zu legen. Weniger wird der Topas in spirituellen Edelstein-Essenzen verwendet, weil er teuer und selten ist und daher kaum im Handel erhältlich ist; falls man doch ein Stück Rohtopas erhält, kann man ein heilendes Wasser mit ihm herstellen, welches bei nervösen Unruhezuständen Friede ins Gemüt und seelisches Gleichgewicht bringen soll, denn der Topas gilt als ein ausgezeichneter psychischer Stabilisator.


Turmalin
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Turmalin, schwarzer


Der schwarze Turmalin wird umgangssprachlich auch als „Schörl“ bezeichnet, weil eines seiner Hauptvorkommen im sächsischen Zschorlau war, und ist heute überall in gut sortierten Mineralien-Handlungen erhältlich. Er ist eine Form der Silikate und verdankt seine schwarze Farbe der Beimischung von Eisen. Schwarzer Turmalin wird aufgrund seiner kristallinen Struktur, die sich kaum zum Schliff eignet, und seines farbigen Aspekts, der recht düster wirkt, kaum in der Schmuckindustrie verwendet, sondern fast ausschließlich in der unbehandelten Rohform als Heilstein. Der dunkle Schörl ist kein glamouröser Stein, aber ein in der traditionellen Spiritualität sehr geschätzter und angeblich auch hilfreicher: er soll das Unglück abwenden und negative Energie in positive verwandeln, und gehört also zu den so genannten Bann- oder Schutzsteinen. Einige Brocken Schörl in den Ecken des Hauses verteilt oder hinter dem Hauseingang sollen dazu führen, dass keine bösen Menschen oder Personen mit negativen Absichten sich dem eigenen Heim nähern dürfen. Auch soll der Schörl bei Mobbing-Fällen einen magischen Schutzschild um das Opfer entfalten und böswillige Angreifer in die Flucht schlagen, wenn er unbemerkt in der Tasche oder am Körper getragen wird. Für kleine Kinder, die nachts schlecht schlafen oder immer wieder mit jähen Alpträumen aufwachen (pavor nocturnis), soll der Schörl auch eine wunderbare Wirkung entfalten, denn unter das Bett gelegt, vertreibt er der Sage nach auch böse Träume. Eine Edelstein-Essenz mit schwarzem Turmalin soll auch helfen – sparsam ins Reinigungswasser getröpfelt – das ganze Haus auf magische Weise von verbrauchter Energie zu reinigen und so einen Frühjahrsputz der esoterischen Art zu veranstalten.


Türkis
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Türkis


Der so genannte Türkis ist ein überaus beliebter, opaker (nicht durchscheinender) Edelstein, der in blau, blaugrün und dem typischen Farbton des wasserblauen, mit grün durchzogenen Aspekts vorkommt. Die malerische Farbe „türkis“ ist mit dem Stein assoziiert und umgekehrt, und „Türkis“ bedeutet in der Kunst entweder die Farbe, oder der entsprechende Stein. Dieser Edelstein wurde von vielen Kulturen von Nordamerika bis Persien in Schmuck verwendet, wo er vom so genannten traditionellen „Indianer-Schmuck“ mit Silber verbunden oder in den spirituellen arabischen Amuletten eine große Rolle spielte in der Alltagskultur und im okkulten Abwehren von Gefahr. Man hat den strahlend blaugrünen Türkis offensichtlich schon früh als spirituellen Heilstein verehrt, weil man ihn aufgrund seiner Farbe und Schwingung als eine Art energetisches Schutzschild gegen Störstrahlungen erlebte. Man riet daher Reisenden, zum Schutz vor Wegelagerern oder Unfällen unbedingt einen Türkis bei sich zu tragen, und nicht umsonst gilt der Türkis auch als astrologischer Geburtsstein des Sternzeichens Schütze, dem ja die Reise auf den Leib geschneidert ist. Viele Frauen und Mädchen trugen auch fantasievolle Haarreifen, Armketten und Ringe mit Türkis, um die positive Schwingung ihrer Umgebung zu erhöhen und so das Glück anzuziehen. Manche moderne Hexe hingegen empfiehlt besonders den Kurzsichtigen und Kontaktlinsenträgern, einen Türkis an einer Kette zu tragen, da er angeblich besonders gut auf das Sehvermögen wirkt und Augenerkrankungen vorbeugen kann. Gut zu wissen bei der heutigen Industrie der Wegwerf-Kontaktlinsen, deren Folgen nicht hundertprozentig abgesichert sind… Auf jeden Fall wirkt der schöne Türkis, ob als Schmuck getragen oder als Edelstein-Essenz eingenommen, auf den gesamten Organismus stärkend, heilend und positive Energie übertragend, was ja bereits sehr viel ist für einen einzigen Edelstein, der noch dazu eine ausgezeichnete Schmuckwirkung entfaltet.