Esoterik-Glossar
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Esoterik-Glossar

Astrologie, Hellseher, New Age und Spiritualität – die Begriffe, die das Phänomen „Esoterik“ umschreiben, sind vielseitig und geheimnisvoll und faszinieren heute Viele. Doch was bedeutet eigentlich Esoterik? Das Wort „esoterikos“ kommt aus dem Griechischen und heißt ursprünglich „der innere Zirkel“. Damit ist Geheimwissen gemeint, das früher nicht jedem zugänglich war und das nur im Verborgenen, von Mund zu Wort weitergegeben wurde.

Heute ist das anders: jeder kann sich über die rätselhaften Phänomene, die zwischen Himmel und Erde liegen, informieren aus frei zugänglichen Quellen. Und doch haftet der Esoterik nach wie vor die Anmutung des Mysteriösen an, und das ist auch gut so, beinhaltet sie doch eine Reise zu unserem innersten Selbst, eine Selbsterfahrung und eine Verbindung von Mensch und Kosmos. Unser „Esoterik Glossar“ stellt nun einige der beliebtesten und bekanntesten Begriffe der Esoterik zusammen mit einer kurzen Einführung in deren Bedeutung und Praxis.

Astrologie:


Die Astrologie (Lateinisch/Griechisch: „Lehre von den Sternen“, Sternenkunde) ist eine aus dem Altertum stammende Technik der Zukunftsvorhersage auf der Basis der Planetenstände. Die klassische Astrologie kannte nur die sieben Planeten Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Uranus. In der frühen Neuzeit kam schließlich die Entdeckung der Planeten Uranus, Pluto und Neptun hinzu, so dass man von zehn Planeten und ihren Beziehungen zueinander ausgehen konnte. Die moderne Astrologie mit ihrem Focus auf Persönlichkeitsentwicklung wurde in ihren Ursprüngen von dem Forscher und Astronomen Johannes Kepler (1571-1630) begründet, welcher die Astrologie auch „die närrische Schwester der Astronomie“ nannte.

Astrologe:


Ein Astrologe oder eine Astrologin ist ein Mensch, der die Kunst und Wissenschaft der Astrologie beherrscht und sie in professionellen Beratungen für Klienten anbietet. Auf der Basis der Astrologie können verschiedene Berechnungen angestellt werden, so zum Beispiel Geburtshoroskope, Stundenhoroskope oder Partnerhoroskope. Als Astrologe weiß man, welche Bedeutungen die Stellungen der Sterne zueinander für den Charakter und das Schicksal der Person haben, und wie man komplizierte Berechnungen durchführt, die Aufschluss über die Zukunft geben. Viele esoterische Lebensberater haben eine astrologische Zusatzausbildung.

ASW:


Mit der Abkürzung „ASW“ ist die außersinnliche Wahrnehmung gemeint. Außersinnliche Wahrnehmung will bedeuten, dass Erkenntnisse stattfinden, die nicht mittels der bekannten fünf Sinne (Hören, Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten) eingeholt werden können. Spontane Hellsicht, plötzliche, sich als richtig erweisende Eingebungen und künstlerische Inspirationen gehören in dieses Feld. Die aktuelle Hirnforschung und neurowissenschaftliche Psychologie hat jedoch erwiesen, dass es sich bei ASW keineswegs um ein esoterisches oder von der Begründung her „mystisches“ Phänomen handeln muss, sondern dass es neuronale Verknüpfungen von Informationen gibt, welche die Bewusstseinsschwelle noch nicht überschritten haben.

Bücherstechen:


Beim sogenannten „Bücherstechen“ oder „Bibelstechen“ handelt es sich um eine Methode der Divination, also um ein Orakel. Es geht darum, durch das Stechen in ein Buch, meist mit einer Nadel oder einem Lineal, eine bestimmte Seite aufzurufen und darin zu lesen, um Aufschluss über die aktuelle Situation und die Zukunft zu erlangen. Die Tradition besagt nämlich, dass die Seite, die man zufällig aufsticht, genau den Satz oder Spruch beinhaltet, der einem in der jetzigen Situation weiterhilft.

Charme:


Unter dem „Charme“ (aus dem Griechischen) versteht man heute umgangssprachlich eine besondere Anziehungskraft zwischen Menschen – ein „Charmeur“ ist eine Person, die ihren Charme ganz gezielt einsetzt, um zu bekommen, was sie sich wünscht. In der Magie im englischsprachigen Raum bedeutet „charm“ jedoch auch Zauberspruch oder auch ein Amulett oder Schmuckstück, das eine besondere Kraft in sich trägt (lucky charms).

Energiearbeit:


Unter „Energiearbeit“ versteht man in der heutigen Esoterik verschiedene Methoden der sogenannten energetischen Klärung und Behebung von Blockaden. Blockaden seien Stauungen, welche den Fluss der Energie im menschlichen Organismus behindern und so zu Auswirkungen auf psychosomatischer Ebene führen können. Obwohl der Begriff der Energiearbeit relativ neu ist, ist die tatsächliche Praxis des gezielten Umgangs mit körpereigener Kraft schon sehr alt und wurde zum Beispiel in den Schamanen-Kulturen des Altertums angewendet. Viele esoterische Lebensberater bieten heute auch Energiearbeit an, um ihren Klienten in einer Lebenskrise weiterzuhelfen und mit zu bewirken, dass deren Lebensfreude und Kraft sich wieder einstellt.

Engel:


Ein „Engel“ (aus dem Griechischen, „angelos“ meint „Bote“) ist ein Lichtwesen, welches als Mittler zwischen der geistigen und der materiellen Sphäre agiert. In der Vorzeit kannten die Menschen sogenannte Genien, die als Wächter bestimmter Lebensbereiche Glück und Inspiration brachten. Die christliche Kirche kennt eine ganze Hierarchie von Engeln, doch der Glaube an Engel ist universell und interreligiös; auch im Koran kommt zum Beispiel der Engel Gibrijl (Gabriel) vor, und auch im Hinduismus gibt es Erzählungen von Kontakten zwischen Menschen und himmlischen Botschaftern.

Engelsbotschaften:


Der Umgang mit „Engelsbotschaften“ ist in der aktuellen Esoterik sehr beliebt. Durch Intuition oder Hellsicht, oder auch vermittelt durch Meditationen, können begabte Menschen ihrer Aussage nach Botschaften von den Engeln empfangen, die teils spirituelle Weisheiten und Aussagen über das Schicksal, teils aber auch ganz auch konkrete Lebensratschläge und ethische Richtlinien beinhalten können. Manche esoterischen Lebensberater arbeiten in der Ausübung ihrer Kunst professionell mit den Engeln und geben deren Botschaften, die sie empfangen, als wertvolle Inspiration an ihre Klienten weiter.

Divination:


Unter „Divination“ (aus dem Lateinischen, eigentlich „Anrufung der Götter“) versteht man allgemein die Orakel und die Kunst, mit Orakeln umzugehen – es handelt sich also sowohl um das Phänomen des Vorauswissens als auch um die Techniken, die dazu führen, wie Hellsehen und Kartenlegen, Runensteine oder Kristallkugeln. In der Moderne hat sich insbesondere der Schweizer Psychologe und Kulturforscher Carl Gustav Jung um den Begriff der Divination und die Erforschung ihrer Möglichkeiten verdient gemacht.

Geistige Welt:


Unter der „geistigen Welt“ versteht man in der heutigen Esoterik diejenige Instanz, aus der die Kartenleger und Hellseher ihre Informationen über die Zukunft erhalten. Es ist eine Art geistiger Wirklichkeit, die weit über unserer sinnlich-materiellen steht, aber nicht getrennt davon zu verstehen ist, sondern diese gleichsam durchdringt.

Hellsehen:


Das „Hellsehen“ ist eine beliebte Form der Divination, also der Zukunftsvorhersage, welche auf der Grundlage des menschlichen Geistes beruht, sich mit der sogenannten geistigen Welt in Kontakt zu bringen und die Zeitbarrieren zu transzendieren. Es gibt Hellsehen ohne Hilfsmittel, welches spontan erfolgt und keine Instrumente erfordert, und Hellsehen mit Hilfsmitteln. Zu den beliebtesten Hilfsmitteln, welche die Hellsicht unterstützen sollen, gehören Karten, Runen und Kristallkugeln.

Hellseher:


Ein Hellseher oder eine Hellseherin nutzt die Gabe der Hellsicht, um zukünftige Dinge zu erblicken und diese dem Auftraggeber oder Ratsuchenden mitzuteilen. Es gibt professionelle Hellseher unter den esoterischen Lebensberatern und Kartenlegern, doch auch unter den freien Mitarbeitern von Ermittlungsbehörden in manchen Gebieten der kriminologischen Aufklärung.

Jenseitskontakt:


Unter einem „Jenseitskontakt“ versteht man die Kommunikation eines Menschen mit einer Persönlichkeit, welche die materiell-physische Ebene schon verlassen hat, also nicht mehr im Körper weilt. Man setzt diesen Begriff auch manchmal mit „Gesprächen mit Verstorbenen“ gleich, doch im Grund umfassen sogenannte Jenseitskontakte auch die Botschaften von nicht menschlichen Wesenheiten. Manche esoterische Lebensberater können heutzutage auch mit verstorbenen Angehörigen in Verbindung treten und deren Botschaften an die Hinterbliebenen vermitteln, was oft eine wertvolle Hilfe zur Trauerbewältigung darstellen kann.

Kabbalah:


Die sogenannte „Kabbalah“ (von Hebräisch „quabalah“, Überlieferung) bezeichnet ein hoch entwickeltes System, das wahrscheinlich aus dem pharaonischen Ägypten stammt und von den Israeliten bei deren Auszug fortgeführt und weiter ausgebaut wurde. Bei der Kabbalah geht es um ein komplexes Weltdeutungssystem, das Legenden über den Ursprung des Universums ebenso enthält wie Anleitungen für ein glückliches und erfülltes Leben. Das zentrale Symbol der Kabbalah ist der sogenannte „Baum des Lebens“, welcher in zehn Seinsstufen, genannt Sephiroth, von Kether bis Malkuth darstellt, wie aus dem Einen göttlichen Ursprung das Viele der sinnlichen Wesenheiten entstanden sei.

Karma:


Unter „Karma“ versteht man in der heutigen Esoterik das Gesetz von Ursache und Wirkung. Ursprünglich bedeutet „Karma“ in der indischen Gelehrtensprache jedoch „Handeln“ und soll besagen, dass jede Handlung eine Konsequenz hat, die auf den Handelnden rückwirkt. Da die indische Tradition der Veden und Upanischaden zudem von der Lehre der Reinkarnation (Wiederverkörperung) ausgeht, gibt es demzufolge auch Handlungsfolgen über Einzelexistenzen hinaus, also „Karma aus einem früheren Leben“.

Karmische Beziehung:


Der beliebte Begriff der „karmischen Beziehung“ soll in esoterischen Kreisen eine Partnerschaft beschreiben, welche durch Karma (Handlungsfolgen), meist aus vergangenen Leben, entstanden ist. Solche karmischen Beziehungen seien problematisch, da es oft noch nicht aufgelöste Konflikte gäbe. In der gegenwärtigen Esoterik ist umstritten, ob karmische Beziehungen auch tatsächlich gelebt und deren Karma abgetragen werden muss.

Kartenlegen:


Das Kartenlegen (auch „cartomancie“ genannt) ist eine alte Technik der Divination, also ein Orakel, das kommende Ereignisse anzeigen soll. Aufgrund von Bildkarten mit unterschiedlicher Bedeutung, wie zum Beispiel Skat-, Engel-, Tarot- oder Lenormand-Karten, werden auf eine Frage des Ratsuchenden hin Kartenbilder ausgelegt, welche durch ihre Anordnung zueinander die nächste Zukunft voraussagen. Der Umgang mit dem Kartenlegen ist schon seit der Frühzeit der kulturellen Geschichte bekannt und findet seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts, durch die technische Möglichkeit der Internet-Nutzung und der esoterischen Lebensberatung per Telefon, eine erneut hohe Verbreitung.

Kartenleger:


Ein Kartenleger oder eine Kartenlegerin legt professionell die Karten, sprich, benutzt die Bildsprache der unterschiedlichen Kartendecks wie Skat oder Lenormand, um Aussagen über die Zukunft ableiten zu können. Die meisten esoterischen Lebensberater, zumal solche, die nicht nur auf der Basis von Hellsicht arbeiten, sind heute Kartenleger.

Keltisches Baumhoroskop:


Unter dem „keltischen Baumhoroskop“ versteht man leider keine authentische Überlieferung von den Kelten, denn diese haben nur selten die Schriftform verwendet und ihre Mystik vorrangig mündlich überliefert. Vielmehr handelt es sich bei dem keltischen Baumhoroskop um eine Neuschöpfung aus den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts, welche das Wissen um die Heiligkeit der Bäume bei den Kelten mit konkreten Zuschreibungen zu Zeiträumen und Charakteren verbindet. Das Zeichen des keltischen Baumhoroskops kann also wie ein Sternzeichen gelesen werden: wer zum Beispiel am 27.12. Geburtstag hat, ist im westlichen Horoskop ein Steinbock, im keltischen Baumhoroskop jedoch ein Apfelbaum.

Kybalion:


Das „Kybalion“ ist ein bekanntes esoterisches Buch, das seit seinem Ersterscheinen mehrfach neu aufgelegt und in viele Weltsprachen übersetzt worden ist. Es beinhaltet überlieferte hermetische (antik religiöse und argumentativ in sich geschlossene) Lehren, die zur Entstehung der Erde aus dem Kosmos, der Beziehung zwischen Mensch und göttlichem Ursprung und zu den Beziehungen der Menschen untereinander in spiritueller Sicht Auskünfte liefert.

Magie:


Unter „Magie“ (der Begriff stammt aus dem Altpersischen) versteht man seit alter Zeit die gezielte Ausübung der Kommunikation mit der geistigen zum Zweck der Herbeiführung gewünschter Resultate, die mit dem Willen übereinstimmen. Durch magische Praktiken wie Zaubersprüche können, dem Glauben zufolge, Ereignisse in der Zukunft nicht nur vorausgewusst werden, sondern vor allem auch mitbestimmt werden. Die praktische Magie geht also über die Divination (Orakelkunst) hinaus und stellt eine praktische Einflussnahme auf Ereignisse dar.

New Age:


Das sogenannte „New Age“ (englisch für „Neue Zeit“) ist eine nicht einheitliche intellektuelle Bewegung, die in den Siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden ist. Inhaltlich gehen viele Strömungen des New Age auf die Lehren der russisch-deutsche Schriftstellerin Helena Petrovna Blavatsky (1831-1891) zurück, die Ende des 19. Jahrhunderts versuchte, den indischen Karma- und Reinkarnationsglauben und andere, eher okkulte Lehren und Weisheitssysteme, zu einer zusammenhängenden Weltanschauung zu verbinden.

Nostradamus:


Eigentlich Michel de Notre-Dame (1503-1566), ein französischer Wahrsager und Hellseher aus der Provence, der insbesondere durch seine prophetischen Bücher über die zukünftigen Entwicklungen berühmt wurde. In zahlreichen klangvollen Sonetten, genannt den „Centurien“, beschreibt er in dichterischer Form Ereignisse wie den Dreißigjährigen Krieg, den ersten Weltkrieg, den zweiten Weltkrieg und eine kommende Katastrophe für das Jahr 1999 (die ausgeblieben ist) und für den Anfang des 21. Jahrhunderts.

Out-of-Body-Experience:


Unter einer Out-of-Body-Experience (aus dem Englischen) versteht man die Erfahrung, mit dem wachbewussten Geist außerhalb des eigenen Körpers zu stehen und sich selbst zu beobachten. Dieses ungewöhnliche Phänomen soll bei sogenannten Astral-Reisen auftreten oder auch bei Nahtoderfahrungen, wenn Menschen wieder ins Leben zurückgeholt werden. Zeitgenössische Forscher wie Dr. Elisabeth Kübler-Ross und Dr. Raymond Moody beschreiben in ihren erfolgreichen Büchern, wie Menschen sogenannte Nahtod-Erfahrungen erleben, die genau dieses Erfahren eines Seins außerhalb des eigenen Körpers beinhalten.

Radixhoroskop:


Das „Radixhoroskop“ ist ein anderer Name für Geburtshoroskop und gehört daher in den Formenkreis der Astrologie. Unter einem Geburtshoroskop versteht man eine Momentaufnahme des Sternenhimmels zum exakten Zeitpunkt der Geburt eines Menschen, wobei eine 350°-Sicht auf den Himmel präsentiert und mathematisch berechnet wird. Dasjenige Sternzeichen, welches den Himmel zu diesem Zeitpunkt dominiert, ist das sogenannte Sonnenzeichen (wie zum Beispiel Krebs, Widder oder Waage), das den Charakter des Menschen maßgeblich bestimmt, und auch viele weitere wichtige Faktoren wie der Aszendent oder der Mondknoten sind ebenfalls im Radixhoroskop ersichtlich.

Schutzengel:


Der „Schutzengel“ ist im christlichen Glauben ein persönlicher Engel (Lichtwesen), ein geistiger Führer, der einen bestimmten Menschen auf seinem Lebensweg begleitet und ihn vor Gefahren bewahrt. Oft stellte man den Schutzengel in der bildenden Kunst als liebevolle Lichtgestalt dar, die ihre Hände über ein Kind ausbreitet, das über eine Brücke oder auf einem Waldweg geht, was zur typisch christlichen Ikonographie des Schutzengels gehört. Diese Vorstellung eines Schutzengels ist jedoch älter als das Christentum und findet sich schon in ägyptischen Büchern über die sogenannten 72 Genien, wobei jedem Menschen seit seiner Geburt drei Genien zugeordnet sein sollen, die in direkter Korrespondenz zu seinen Geburtsdaten stünden.

Seelenfamilie:


Der Begriff der „Seelenfamilie“ stammt aus der neueren Esoterik oder dem sogenannten New Age. Unter einer Seelenfamilie versteht man hier nicht die tatsächliche familiäre Herkunft eines Menschen, sondern gleichsam seinen spirituellen Stammbaum. Es wird angenommen, dass Menschen mit ähnlichen seelischen Qualitäten eine Art Clan oder Familie bilden, die in der geistigen Welt zusammen findet und in gewisser Weise einen Zusammenhalt pflegt – wie eine normale Familie. Aus dieser Seelenfamilie könne zum Beispiel einem Menschen, der Hilfe sucht, Unterstützung zuteilwerden oder Rettung in der Not, glaubt man. Auch fasse die Seelenfamilie stets Personen mit ähnlichem spirituellem Entwicklungs- und Erkenntnisstand zusammen.

Seelenpartner:


Ein „Seelenpartner“ ist in der heutigen Esoterik ein vom Schicksal vorbestimmter Partner, mit dem man mit Notwendigkeit zusammenkommt und bestimmte Erfahrungen macht. Beziehungen mit Seelenpartnern seien nicht unbedingt einfach oder unkompliziert, lautet die Annahme. Es gibt auch Esoteriker, die den beliebten Begriff des Seelenpartners mit dem der Zwillingsseele gleichsetzen, doch diese direkte Gleichsetzung ist umstritten.

Spiritualität:


Unter „Spiritualität“ versteht man das Wirken der geistigen Kräfte (aus dem Lateinischen: „vires spirituales“ bedeutete geistige Kräfte, geistige Einflüsse). Diese alte Bezeichnung stammt ursprünglich aus dem sogenannten monastischen Leben, also dem Alltag der Mönche und Nonnen im christlichen Mittelalter, die durch Gesänge, Meditationen und Gebet ihre Beziehung zum Geistigen ausdrücken wollten. Heute ist Spiritualität jedoch oft ein Sammelbegriff für geistige Fähigkeiten im Allgemeinen und esoterische Disziplinen wie Kartenlegen im Speziellen.

Spirituell:


Der Begriff „spirituell“ stammt aus dem Lateinischen und heißt ursprünglich nichts anderes als „geistig“ – im Gegensatz zum Körperlichen. Als spirituell bezeichnete man im Altertum und im Mittelalter Vorgänge, die mit den geistigen Fähigkeiten des Menschen, also Wille, Vernunft und Erinnerung, zusammenhängen und von diesen aus gesteuert wurden. Heute versteht man den allgemeinen Begriff „spirituell“ jedoch auch gern im Zusammenhang mit unterschiedlichen Phänomenen wie der außersinnlichen Wahrnehmung, der Kunst des Orakels oder der Mystik.

Traumdeutung:


Die „Traumdeutung“ befasst sich, wie der Name schon sagt, mit der professionellen Deutung unserer nächtlichen Bewusstseinsinhalte, der Träume. Die ersten Traumdeutungen finden wir schon in der Bibel, bei Jakobs Traum von der Himmelsleiter, und bei antiken Schriftstellern wie Plinius dem Jüngeren. In der Renaissance kamen dann wichtige Grundlagenwerke zum Umgang mit Träumen hinzu, um im ausgehenden 18. und 19. Jahrhundert zu einer Welle von Veröffentlichungen von „Zigeuner-Traumdeutung“ oder „Traumdeutung im Biedermeier-Stil“ zu führen. Seit dem 20. Jahrhundert ist die Traumdeutung eigentlich eine Domäne der Psychologen und Schlafforscher. Doch wer weiß – vielleicht möchte man sich auch heute nicht einfach erklären lassen, sondern dem Geheimnis auf die Spur kommen…

Veden:


Die „Veden“ (Begriff aus dem Indogermanischen, zu Deutsch „Wissen“) sind Jahrtausende alte Weisheitslehren, die aus der Frühzeit der indischen Kultur stammen. Sie enthalten Gesänge und Hymnen, philosophische Gedanken und Diskussionen zur Schöpfung der Welt, zur Magie und zur Mystik, zur Beziehung der Menschen untereinander und zur göttlichen Bestimmung der Menschheit, sowie auch erstaunliche Erkenntnisse aus den Gebieten der Technik, Physik und Astronomie, die wir heute durch die moderne naturwissenschaftliche Forschung bestätigt finden. Man unterscheidet bei den vedischen Texten grundsätzlich vier verschiedene Textgruppen: das Rigveda, Samaveda, Yajurveda und Atharvaveda. Sie sind in der Gelehrtensprache Sanskrit verfasst und gelten auch heute noch als wichtige Grundlagenbildung für die Priester (Brahmanen) in Indien.

Verstärker:


Ein Verstärker ist in der Physik, Technik und Elektronik ein Element, welches die Leistung eines Systems vergrößert. In der Esoterik spielen sogenannte Verstärker – die man sich freilich aber nicht allzu greifbar vorstellen darf – auch eine große Rolle, denn es handelt sich hier um Mental-Techniken, die gewünschte Ergebnisse anziehen sollen. In Techniken wie NLP beispielsweise lernt man, Verstärker zu setzen, um gewünschte Resultate in seinem Leben zu erzielen. Auch die klassische Magie arbeitet teilweise mit Verstärkern, um die Seele empfangsbereit zu machen.

Vollmond:


Der „Vollmond“ kennzeichnet den Erdtrabanten Mond bei seinem Zustand bester, ungetrübter Sichtbarkeit von der Erde aus. Dieser Zustand wird, aufgrund der Rotation der Planeten, nur alle 28 Tage erreicht und hält drei Nächte an, wobei man korrekterweise zwischen dem Fast-Vollmond, dem eigentlichen Vollmond und dem Nach-Vollmond unterscheidet. Der Vollmond gilt seit alter Zeit als bevorzugtes Datum für Zauber und magische Handlungen, weil die Energien in dieser Zeitphase besonders stark sind und man davon ausgeht, dass sie die Magie fördern.

Zauber:


Unter einem „Zauber“ versteht man eine wirkende Tätigkeit in der Magie. Durch einen Zauber soll gewährleistet werden, dass ein bestimmtes Ereignis eintritt, oder dass eine kommende Gefahr abgewehrt wird (sogenannter Schutzzauber oder Bannzauber). Bekannte Praktiken des Zaubers basieren auf Zaubersprüchen oder sogenannten Ritualen, das heißt Verbindungen von Sprüchen, Zutaten und Mental-Techniken, oft unter Zuhilfenahme der Mondphase. Es gibt zahlreiche Bücher über die Kunst der Zauberei, wobei manche dem sogenannten Unterhaltungsgenre zuzuordnen sind (Show-Zauber), andere sich jedoch mit den antiken oder mittelalterlichen Techniken der Beschwörung von Geistwesen oder der Erzeugung von Anziehungskraft befassen.

Zauberflöte:


In einem Glossar der Esoterik darf ein in aller Welt berühmtes Bühnenwerk nicht fehlen: Die „Zauberflöte“ ist eine Musik-Oper von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), welche esoterische Grundgedanken in Erzählform verbindet und anhand einer spannenden Liebesgeschichte darstellt. Die niedere und die höhere Liebe, die Sinnlichkeit und die inspirierte Geistigkeit, die zuletzt zur Erkenntnis des göttlichen Ursprungs des Menschen führt, werden hier durch die Liebe von Tamino und Pamina und deren Streit mit dem Priester Sarastro und der geheimnisvollen Königin der Nacht veranschaulicht. Kenner sprechen Mozarts „Zauberflöte“ den Wert eines okkult-esoterischen Einweihungswerks zu, der von Anfängern zwar nur als eine romantische Unterhaltung, von Erfahrenen jedoch als Lehrstück begriffen werden kann.

Zwillingsflamme:


Unter einer „Zwillingsflamme“ (twin flame) oder „Zwillingsseele“ versteht man in der aktuellen Esoterik eine Seele, die der eigenen so ähnlich und verbunden ist, dass sie identisch wirkt. Sie ist in mancher Hinsicht auch ähnlich wie der Begriff des „Seelenpartners“, doch manche Esoteriker argumentieren, ein Mensch könne mehrere Seelenpartner haben, doch nur eine Zwillingsseele. Viele Bemühungen gehen dahin, diese verloren geglaubte Zwillingsseele zu finden, um mit ihr vereint glücklich zu werden.